Dresdner Bank Commerzbank schließt Übernahme ab

Der Staat macht's möglich: Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank ist perfekt. Dank zweier Milliardenspritzen des Bankenhilfsfonds Soffin gelang der Deal in letzter Minute doch noch. Nun will die neue Commerzbank zum Angriff auf die Deutsche Bank blasen - unter denkbar schlechten Voraussetzungen.

Frankfurt am Main - Vier Tage nach der Teilverstaatlichung der Commerzbank  ist die Übernahme der Dresdner Bank unter Dach und Fach. Die Commerzbank sei nun alleiniger Eigentümer der Dresdner Bank, teilte die zweitgrößte deutsche Bank am Montagabend mit.

Die Allianz (Kurswerte anzeigen) als bisherige Eigentümerin der Dresdner Bank habe im Gegenzug rund 163,5 Millionen neue Aktien der Commerzbank erhalten. Der Preis für die Übernahme wurde zuletzt auf insgesamt rund fünf Milliarden Euro geschätzt.

Die Commerzbank hatte 18,2 Milliarden Euro frisches Eigenkapital aus dem staatlichen Bankenfonds Soffin erhalten. Damit will sie angesichts hoher Belastungen durch faule Wertpapiere ihre Kreditvergabe refinanzieren, kann aber gleichzeitig auch die Bilanz des fusionierten Unternehmens aufbessern. Nach der Vereinbarung aus der vergangenen Woche gehören 25 Prozent plus eine Aktie der Commerzbank künftig dem Staat. Auch die Allianz schoss zwischenzeitlich frisches Geld zu, um den Verkauf der Verluste schreibenden Tochter zu retten. Der Versicherungskonzern kommt auf einen Anteil von rund 14 Prozent.

Die schon im August 2008 beschlossene Kapitalerhöhung wurde nach Angaben der Bank am Montag ins Handelsregister eingetragen. Ende November hatten Commerzbank und Allianz beschlossen, die Übernahme vorzuziehen. Dafür muss die Commerzbank nun deutlich weniger zahlen.

Im Frühjahr soll die Dresdner Bank auf die Commerzbank verschmolzen werden. Bankleitzahlen und Kontonummern der Kunden ändern sich durch den Vollzug der Übernahme und die Verschmelzung nicht, betonte die Commerzbank. Im Rahmen der Fusion sollen 9000 Jobs wegfallen.

Das Bundeskartellamt hatte dem Erwerb bereits im Dezember 2008 zugestimmt. Der Dresdner-Deal schien in den vergangenen Monaten wegen der Finanzkrise mehrfach auf der Kippe zu stehen.

Nun will die neue Commerzbank Branchenprimus Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) angreifen. Doch der im September gefeierte "zweite nationale Champion" wird an der Börse inzwischen mehr als Addition von Schwächen gesehen. Das Kapital der Altaktionäre wird verwässert, eine Dividende können sie frühestens 2011 erwarten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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