Lufthansa Erst Rekordzahlen, dann Sinkflug

Im Dezember musste sich die Lufthansa mit dem Desinteresse der Kunden an ihren Angeboten auseinandersetzen. Über das gesamte Jahr 2008 indes sieht es ganz anders aus - die Fluglinie transportierte mehr Passagiere als noch im Vorjahr.

Frankfurt am Main - Die Lufthansa  hat trotz der zuletzt sinkenden Nachfrage im vergangenen Jahr einen Passagierrekord verbucht. Rund 57 Millionen Menschen nutzten das Angebot der größten deutschen Fluggesellschaft, das sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Montag in Frankfurt mitteilte.

Die Auslastung der Sitzplätze lag bei 78,6 Prozent, das sind 1,1 Punkte weniger als 2007. Im Dezember indes sackten die Zahlen weg. Die Fluglinie im Dezember auf Konzernebene erneut weniger Fluggäste befördert als ein Jahr zuvor. Das Luftfrachtaufkommen brach sogar um ein Fünftel ein. Die Zahl der Passagiere bei Lufthansa, Lufthansa Regional und Swiss sei um 1,8 Prozent auf 5,048 Millionen zurückgegangen, teilte der Dax-Konzern am Montag in Frankfurt mit. Die Sitzauslastung verschlechterte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent. Ohne Swiss verbuchte die Lufthansa einen Rückgang um 3,7 Prozent auf 3,982 Millionen Fluggäste, die Auslastung sank um 0,8 Prozentpunkte auf 75,7 Prozent.

Das Frachtaufkommen brach auf Konzernebene um 20,1 Prozent auf 131.000 Tonnen ein. Die Auslastung schrumpfte um 9,8 Prozentpunkte auf 57,1 Prozent. Lufthansa Cargo kam bei der Fracht auf ein Minus von 21,4 Prozent auf 114.000 Tonnen, die Auslastung verschlechterte sich um 11,1 Prozentpunkte auf 59,9 Prozent.

Kein Wunder also, wenn die Lufthansa voraussichtlich nicht vor Februar Mehrheitseigentümer der britischen Fluglinie BMI wird. Die Übertragung der Anteile von BMI-Chef Michael Bishop auf die Lufthansa sei bei der EU-Kommission noch nicht angemeldet worden, da man sich noch in der Pre-notification Phase befinde, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

In dieser Phase vereinbaren die beteiligten Parteien mit der Kommission, welche Unterlagen und Informationen mit der Anmeldung zu übermitteln sind. Der 12. Januar war im Oktober als frühester Termin für die Anteilsübertragung genannt worden.

Voraussetzung für die Anteilsübertragung ist die fusionsrechtliche Freigabe durch die EU-Kommission. Diese erwartet die Lufthansa 25 Tage nach der offiziellen Anmeldung, also frühestens Anfang Februar. Die größte deutsche Fluggesellschaft erwirbt aufgrund einer Verkaufsoption von BMI-Chef Bishop dessen gut 50-prozentigen Anteil an BMI. Damit hält die Lufthansa künftig 80 Prozent an der britischen Airline.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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