Russland liefert nicht Gezerre im Gasstreit geht weiter

Eigentlich schien alles klar - die Ukraine gibt nach und Russland liefert Gas. Doch so einfach scheint es nicht zu sein. Denn der russische Präsident Dmitri Medwedew erklärte überraschend ein entsprechendes Abkommen wegen Änderungen von ukrainischer Seite für ungültig.

Kiew - Im Streit zwischen Russland und der Ukraine über Gaslieferungen gibt es noch keine Einigung. Die Hoffnungen auf eine rasche Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen nach Europa zerschlugen sich am Wochenende.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew erklärte überraschend ein entsprechendes Abkommen wegen Änderungen von ukrainischer Seite für ungültig. Das mit Hilfe der EU ausgehandelte Dokument sei "null und nichtig", weil Kiew nach der Unterzeichnung durch Moskau einen Satz handschriftlich hinzugefügt habe, sagte Präsident Dmitri Medwedew gestern Abend in Moskau. Nach EU-Angaben erklärte sich die Ukraine inzwischen bereit, auf den Zusatz zu verzichten und das Abkommen erneut zu unterzeichnen. Die Wiederaufnahme der seit Tagen ausgesetzten russischen Gaslieferungen für Europa dürfte sich zunächst weiter verzögern.

Moskau will Gas erst liefern, wenn ein gültiges Abkommen unter Dach und Fach ist. Die EU-Kommission betonte indessen, die gesonderte Erklärung der Ukraine mache das eigentliche Abkommen nicht ungültig.

Zuvor hatten Russland und die Ukraine nach Vermittlungsbemühungen der EU eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Stationierung einer internationalen Beobachtermission an den ukrainischen Transit-Erdgasleitungen vorsieht.

manager-magazin.de mit Material von ap und afp

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