Krisenticker Angst um Banken - US-Aktien fallen tiefer

An den US-Börsen wächst die Furcht vor neuen Horrormeldungen aus dem Bankensektor. Der Dow Jones verabschiedet sich mit einem Minus von 1,5 Prozent aus dem Handel. Die Dresdner Bank ist nun ganz offiziell eine 100-Prozent-Tochter der vom Staat gestützten Commerzbank. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.07 Uhr: Die Stimmung an den US-Märkten hat sich nicht wieder aufgehellt. Der Dow-Jones-Index geht mit einem Tagesverlust von 1,5 Prozent aus dem Handel. Er schließt bei 8474 Punkten. Banken sind die größten Verlierer. Die Citigroup verliert fast 20 Prozent, Bank of America 12 Prozent, weil die Sorgen um die Stabilität des Bankensystems wieder wachsen.

21.04 Uhr: Der Ölpreis bricht angesichts wachsender Rezessionsängste ein. US-Öl kostet knapp 8 Prozent weniger als am Vortag und liegt bei einem Preis von 37,59 Dollar.

20.19 Uhr: An der New Yorker Börse geben die Aktien weiter nach. Der Dow-Jones-Index verliert 1,4 Prozent und liegt bei 8483 Punkten. Bei Investoren wächst die Furcht vor einer katastrophalen Berichtssaison, die Alcoa heute eröffnet. Zudem rechnen Beobachter mit weiteren Negativnachrichten von den Banken. Besonders die Aktien von Citigroup, Bank of America und JP Morgan rauschen in den Keller.

20.12 Uhr: Die deutschen Aktienindizes sind im späten Parketthandel am Montag weiter abgebröckelt. Der L-Dax schloss bei 4711 Zählern, nachdem der deutsche Leitindex auf Xetra bereits um 1,34 Prozent auf 4720 Zähler gefallen war. Der L-MDax notierte zum Ende des Parketthandels bei 5420 Punkten. Den Xetra-Handel hatte der Index der mittelgroßen Werte am Nachmittag 2,14 Prozent tiefer bei 5426 Punkten beendet. Der L-TecDax wurde zuletzt bei 477 Zählern berechnet - zuvor war der Index der Technologiewerte auf Xetra um 3,01 Prozent auf 478 Zähler abgerutscht.

19.16 Uhr: Jetzt ist es offiziell: Die Commerzbank  teilt mit, dass sie die Dresdner Bank vollständig übernommen hat. Die im August 2008 beschlossene Kapitalerhöhung sei am Montag ins Handelsregister eingetragen worden. Die Commerzbank zahlt für die bisherige Allianz-Tochter Dresdner gut fünf Milliarden Euro. Sie bekommt insgesamt 18,2 Milliarden Euro aus dem staatlichen Bankenfonds SoFFin, um den Kauf der Dresdner Bank und weitere Belastungen aus faulen Kreditpapieren abzusichern.

18.50 Uhr: Die Commerzbank  hat die milliardenschwere Übernahme der Dresdner Bank Finanzkreisen zufolge unter Dach und Fach gebracht. Der Kauf der Allianz-Tochter sei vom zuständigen Gericht in das Handelsregister eingetragen worden, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Mit diesem so genannten Closing der gut fünf Milliarden Euro teuren Transaktion ist die Dresdner Bank nun eine 100-prozentige Tochter der Commerzbank.

18.30 Uhr: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) verharrt mit knapp einem Prozent im Minus bei 8524 Punkten.

17.37 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) geht mit Verlusten von gut 1,3 Prozent aus dem Handel und steht bei knapp 4720 Punkten. Besonders litten die Papiere von Volkswagen , die gut 8 Prozent verloren. K+S  , Infineon  und Postbank  rauschten ebenfalls in den Keller.

"Schlechteste Berichtssaison aller Zeiten"

17.15 Uhr: An der New Yorker Börse notieren die Aktienindizes weiterhin im roten Bereich. Der Dow Jones  verliert rund 0,8 Prozent auf 8533 Zähler. Der Dax  verliert daraufhin 1,3 Prozent. Die Investoren halten sich angesichts der beginnenden Berichtssaison zurück, die am Abend der Aluminiumhersteller Alcoa  mit seinen Zahlen zum vierten Quartal einläutet.

"Der Markt erwartet bereits jetzt die schlechteste Berichtssaison aller Zeiten", sagte ein Analyst. Für etwas Unterstützung sorgte dagegen die Hoffnung, dass der US-Kongress noch in dieser Woche die zweite Hälfte des 700 Milliarden Dollar schweren Hilfspakets freigibt.

15.40 Uhr: Auch den Aachener Autozulieferer Jüpo hat es nun getroffen: Anfang Januar sei ein Insolvenzplanverfahren eingeleitet worden, teilt das Unternehmen am Montag mit. Ziel sei es, mit den Gläubigern einen Vergleich herbeizuführen und Jüpo zu sanieren. Der Betrieb laufe inzwischen weiter. Von den insgesamt etwa 45 Mitarbeitern am Heimatstandort seien sechs freigestellt worden. Auch in China habe Jüpo die Produktion gedrosselt. Jüpo entwickelt Regale und Paletten für den Transport von Autoteilen. Zu den wichtigsten Kunden zählen Daimler, Volkswagen, Ford und BMW.

14.45 Uhr: Die Volkswirtschaften wichtiger Staaten werden nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB), im laufenden Jahr schrumpfen. Das Jahr 2010 dürfte jedoch einen Aufschwung bringen, sagt EZB-Präsident Jean-Claude Trichet anlässlich des Treffens der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am Montag in Basel. Derzeit hat Trichet den Vorsitz bei der BIZ. Entscheidend sei die Wiederherstellung des Vertrauens, da bereits auch viele Entwicklungsländer die negativen Auswirkungen der Finanzkrise spürten.

14.35 Uhr: Die Finanzkrise schlägt immer stärker auch auf den russischen Arbeitsmarkt durch. In Moskau habe sich über die Neujahrsferien die Zahl der Menschen auf 290.000 verdoppelt, deren Stelle bedroht sei oder die sie bereits verloren hätten, sagt der Chef des örtlichen Gewerkschaftsbundes, Michail Nagaitsev, am Montag. Das Institut für Globalisierung und soziale Bewegung befürchtet auch für Russland insgesamt eine Verdoppelung der Arbeitslosenzahl in diesem Jahr. 2008 waren offiziell rund fünf Millionen Russen ohne Job.

14.15 Uhr: Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat wegen der Absatzkrise auf den internationalen Automobilmärkten für rund 9000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Betroffen seien die vier Standorte Reutlingen, Bamberg, Salzgitter und Eisenach, sagte ein Bosch-Sprecher am Montag in Stuttgart. Zuvor hatte der Autozulieferer bereits Zehntausende Beschäftigte in verlängerte Weihnachtsferien geschickt. Auch der Autobauer Daimler (Kurswerte anzeigen) hat zum ersten Mal seit 15 Jahren angemeldet (siehe unten).

13.50: Japan und Südkorea wollen angesichts der Wirtschaftskrise ihre Kräfte bündeln. Dazu werde an einem Freihandelsabkommen gearbeitet, zudem sollten geplante Reformen und Wirtschaftspolitik aufeinander abgestimmt werden, sagte Südkoreas Präsident Lee Myung Bak am Montag. "Unsere Kooperation und die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft sind entscheidend, damit die Weltwirtschaft schnell durch die Krise kommt", sagte Lee nach einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Taro Aso in Seoul.

EU leitet Verfahren gegen Ratingagentur S&P ein

12.40 Uhr: Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen die internationale Ratingagentur Standard & Poor's wegen vermuteten Ausnutzens einer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet. Es gehe um Lizenzgebühren, die von Banken oder Investmentfonds an Standard & Poor's für die die Nutzung von US-Wertpapier-Kennnummern bezahlt werden, teilte die Kommission am Montag in Brüssel mit. Es habe mehrere Beschwerden von Marktteilnehmern gegen diese Praxis gegeben. Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Der Schritt der EU-Wettbewerbshüter hat nichts mit der geplanten EU-Regulierung von Rating-Agenturen zu tun.

12.25 Uhr: Für Unternehmen in Deutschland wird es in diesem Jahr deutlich schwieriger, an Kredite zu kommen. Die Banken wollen wegen der Finanzkrise in den nächsten Monaten die Messlatte für die Vergabe von Darlehen höher legen. Wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young ergab, erwarten fast zwei Drittel der Institute eine restriktivere Kreditpolitik. Befragt wurden mehr als 120 Geldhäuser, die Hälfte davon Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die Bundesregierung spricht seit längerem von Anzeichen einer Kreditklemme und warnt die Banken davor, den Firmen den Geldhahn abzudrehen.

11.30 Uhr: Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren hat der Autobauer Daimler  wegen der Absatzkrise am Montag zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Betroffen seien neben dem Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim auch das größte Werk des Konzerns in Sindelfingen (Kreis Böblingen) sowie mehrere andere Pkw- Standorte in Deutschland, sagte eine Sprecherin am Montag in Stuttgart. Im Großteil der Werke sei bis Ende März Kurzarbeit vereinbart worden. Daimler reagiert mit der Produktionsdrosselung auf den massiven Absatzeinbruch in den vergangenen Monaten. Zuletzt hatte es bei dem Autobauer 1993 Kurzarbeit gegeben. Der Staat hat die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld auf 18 Monate verlängert. Damit sollen werden.

11.00 Uhr: Frankreich dringt auf eine "starke europäische Regulierung" der Aktienmärkte. Er wünsche mehr europäische Initiativen auch von der EU-Kommission, sagte der neue Chef der Pariser Finanzmarktaufsicht AMF, Jean-Pierre Jouyet, dem Finanzblatt "La Tribune" (Montag). Das gelte auch für die Frage der Leerverkäufe von Aktien, bei denen der Verkäufer auf einen Kursverfall setzt.

10.30 Uhr: Wenige Tage nach der Commerzbank  hat die HSH Nordbank eine Anleihe mit Staatsgarantie auf den Markt gebracht. Die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein peilt für ihren Milliardenbond einen Renditeaufschlag von 30 Basispunkten über dem relevanten Swap-Satz an, wie der zu Thomson Reuters gehörende Marktanalysedienst IFR Markets am Montag meldete. Das entspräche den Konditionen für das ebenfalls dreijährige Papier der Commerzbank, die vergangene Woche die erste Anleihe dieser Art in Deutschland erfolgreich platziert hatte.

9.45 Uhr: Der amerikanisch-niederländische Chemiekonzern Lyondell-Basell will seine europäischen Werke ungeachtet des Insolvenzverfahrens in den USA normal weiterbetreiben. Es gebe keinerlei Pläne, auch die europäischen Gesellschaften in die Insolvenz zu schicken, sagte Konzernchef Volker Trautz dem "Handelsblatt". "Wir haben ganz bewusst den Weg gewählt, nur in den USA Gläubigerschutz zu beantragen. Das dortige Insolvenzrecht ist darauf ausgelegt, den Unternehmen eine zweite Chance zu geben." Die Gefahr eines Zusammenbruchs sei dadurch viel geringer geworden.

Dax startet mit Verlusten

9.30 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) notiert nach 30 Minuten Handel 0,6 Prozent schwächer und fällt auf 4774 Punkte. Zwischen Weihnachten und 5. Januar hatte der Index zwar deutlich zugelegt, ist seitdem aber wieder um rund 400 Punkte zurückgefallen. Schwache Konjunkturdaten sowie die Sorge vor dem Start der US-Berichtssaison belasten die Indizes: Die meisten Unternehmen dürften Gewinneinbrüche für das abgelaufene vierte Quartal melden.

8.30 Uhr: Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise will die große Koalition an diesem Montag über ein zweites Konjunkturpaket entscheiden. Union und SPD gehen mit eigenen Konzepten in die Verhandlungen des Koalitionsausschusses im Berliner Kanzleramt.

Trotz Annäherung in einigen Punkten sind Details des rund 50 Milliarden Euro teuren Pakets noch strittig. Unterdessen signalisierte die Union Kompromissbereitschaft für Steuersenkungen. Jedoch warnte CDU-Vize Jürgen Rüttgers die Sozialdemokraten vor einer Blockade des von der Union geforderten 100 Milliarden Euro schweren Hilfsfonds für krisengeschüttelte Unternehmen. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil kritisierte Rüttgers Vorstellungen.

8:15 Uhr: Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker fordert mehr Druck auf die Banken bei der Kreditvergabe. Trotz gegenteiliger Beteuerungen der Banken klagten Firmen nach wie vor über eine reduzierte Kreditvergabe, sagte er in einem am Montag veröffentlichen Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro": "Es ist deshalb logisch, mehr Verpflichtungen vom Finanz-Establishment zu fordern. Regierungen müssen in der Lage sein, Druck auszuüben." Wenn die Banken auf ihrem Verhalten beharrten, könnten Staaten auch darüber nachdenken, auf rechtlichem Weg Druck auf die Institute auszuüben.

8:00 Uhr: In Deutschland ist der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe im November deutlich gesunken. Zum Vorjahr seien die Umsätze saison- und arbeitstäglich bereinigt um 6,4 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag im Wiesbaden mit. Im Oktober waren die Umsätze noch um 3,2 Prozent gesunken. Der Inlandsumsatz nahm im November um 5,1 Prozent und der Auslandsumsatz um 8,2 Prozent ab.

Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe im November saison- und arbeitstäglich bereinigt insgesamt um 4,2 Prozent (nach + 0,0 Prozent im Oktober). Im Geschäft mit inländischen Abnehmern gab es Einbußen um 3,2 Prozent; der Auslandsumsatz verzeichnete eine Abnahme um 5,5 Prozent.

7:02 Uhr: Das chinesische Konjunkturprogramm zeigt nach Angaben der Regierung erste Wirkung. Die Wirtschaft sei in besserer Lage als noch im Dezember, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao nach einem Bericht des chinesischen Hörfunks. Der Umsatz der Unternehmen steige, es würden mehr Produkte verkauft und der Energieverbrauch steige. Zahlen wurden nicht genannt. Die Regierung kündigte im November an, innerhalb von zwei Jahren vier Billionen Yuan (460 Milliarden Euro) zur Ankurbelung der Konjunktur zu investieren, um nicht mehr so stark vom Export abhängig zu sein.

6:03 Uhr: Der US-Autobauer Ford  will trotz der anhaltenden Krise auf seinem Heimatmarkt derzeit keine Staatshilfe in Anspruch nehmen. Die Strategie sehe vor, dass Ford alleine zurechtkommen wolle, sagte Chairman Bill Ford am Sonntag auf der Automesse in Detroit. Gegenwärtig fühle sich Ford finanziell ausreichend ausgestattet, das Unternehmen habe aber nach einer staatlichen Kreditlinie gefragt, "für den Fall, dass die Welt, wie wir sie kennen, implodiert".

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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