Rosenthal insolvent 1700 Mitarbeiter vor Scherbenhaufen

Der Premium-Porzellanhersteller Rosenthal ist nach 130 Jahren Firmengeschichte zahlungsunfähig. Das traditionsreiche Unternehmen meldete am Freitag Insolvenz an. Jetzt hofft die Firma mit 1700 Mitarbeitern auf einen rettenden Investor.

München - Der fränkische Porzellanhersteller Rosenthal ist zahlungsunfähig. Das Traditionsunternehmen folgt damit dem irischen Mutterkonzern Waterford Wedgwood in die Pleite, der zu Beginn der Woche zusammengebrochen war.

"Es gelang dem Vorstand der Rosenthal AG trotz permanenter Bemühungen nicht, eine Übereinkunft zur angemessenen Bereitstellung liquider Mittel für eine Übergangsphase bis zum Abschluss des Verkaufs an einen strategischen Investor zu erreichen", teilte Rosenthal am Freitag mit.

Ein Verkauf sei allerdings auch aus der Insolvenz heraus noch immer möglich. "In den vergangenen Monaten hat Rosenthal den Verkaufsprozess in intensiven Verhandlungen so weit fortgeführt, dass diese auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zeitnah zum Abschluss gebracht werden können", hieß es. Die Aktien des Unternehmens wurden zunächst vom Handel ausgesetzt.

Das deutsche Traditionsunternehmen Rosenthal mit Sitz in Selb (Oberfranken) gehört seit 1998 mehrheitlich dem irisch-britischen Waterford Wedgwood-Konzern. Das Unternehmen geht auf das Jahr 1879 zurück, als Philipp Rosenthal im Schloss Erkersreuth eine Porzellanmalerei einrichtete. 1897 wurde das Geschäft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009 sackte der Rosenthal-Umsatz um 5,9 Prozent auf 71 Millionen Euro. Der operative Verlust erhöhte sich auf 7,2 Millionen Euro. Das Unternehmen mit rund 1700 Mitarbeitern, zu dem auch die Marken Hutschenreuther und Thomas gehören, steht bereits seit Monaten zum Verkauf.

Aus der Familie Rosenthal stammt auch der 2001 verstorbene SPD-Politiker Philip Rosenthal, der sich für eine Beteiligung der Arbeitnehmer in seinem eigenen Betrieb einsetzte. Dafür trat er auch als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium in den 70er Jahren ein.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.