USA Schwärzestes Jahr seit 1945

Die Rezession schlägt auf den US-Arbeitsmarkt durch: Der Verlust von 524.000 Jobs im Dezember hat 2008 zum schlimmsten Jahr seit 1945 für die Amerikaner gemacht. Fast 2,6 Millionen Arbeitsplätze gingen verloren. Die Arbeitslosenquote stieg auf den höchsten Stand seit 15 Jahren - und wird nach Expertenmeinung weiter steigen.

Washington - In den USA sind im vergangenen Monat mehr als eine halbe Million Jobs gestrichen worden. Das hat das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitgeteilt. Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend um 4 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent - und damit auf den höchsten Stand seit Januar 1993.

Experten hatten schlechte Zahlen erwartet, nachdem bereits im November nach revidierten Berechnungen 584.000 Jobs verloren gegangen waren.

Der künftige US-Präsident Barack Obama, der sein Amt am 20. Januar antritt, dringt auch wegen der steigenden Arbeitslosigkeit auf ein Konjunkturprogramm in Amerika im Umfang von mindestens 775 Milliarden Dollar. Er will im Zeitraum von zwei Jahren drei Millionen Arbeitsplätze schaffen oder sichern.

Die Arbeitsmarktzahlen dürften nach Einschätzung von Experten den Druck auf den Kongress erhöhen, das Konjunkturpaket möglichst rasch zu verabschieden. Allerdings gibt es im Senat und Abgeordnetenhaus erhebliche Bedenken angesichts der enormen Kosten.

Die Experten der WestLB rechnen allerdings damit, dass in den kommenden Monaten noch mehr Menschen in den Vereinigten Staaten arbeitslos werden. Die Quote dürfte im Verlauf des Jahres steigen, voraussichtlich auf mehr als 8,0 Prozent, glauben die WestLB-Analysten.

Die Schwäche des US-Arbeitsmarkts wird sich nach Einschätzung der Commerzbank  darüber hinaus bis Anfang 2010 fortsetzen. "Die Beschäftigungssituation wird sich auch nach dem Ende der Rezession verschlechtern, da der der Arbeitsmarkt ein nachlaufender Indikator ist", ergänzt Bernd Weidensteiner, USA-Experte der Commerzbank.

manager-magazin.de mit Material von afp, dpa und dpa-afx

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.