Konjunktur Handel überraschend stark

Deutschlands Einzelhandel ist im vergangenen November etwas in Schwung gekommen. Die Umsätze stiegen auf Monatssicht überraschend stark um 0,7 Prozent. Das Aufflackern wird nach Expertenmeinung allerdings nicht reichen, um die gesamte deutsche Konjunktur zu stützen.

Wiesbaden - Trotz Rezession hat der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr voraussichtlich mehr Geld eingenommen. Der Umsatz sei zwischen 1,9 und 2,4 Prozent gestiegen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Schätzung des Statistischen Bundesamtes. Preisbereinigt habe der Umsatz aber bestenfalls stagniert. Auch ein Rückgang von bis zu 0,5 Prozent sei möglich.

Im November - in dem das wichtige Weihnachtsgeschäft startet - erzielte der Einzelhandel leichte Zuwächse. Der Umsatz stieg saison- und kalenderbereinigt um 0,1 und real um 0,7 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum November 2007 gab es zwar ein Minus von 1,8 und preisbereinigt von 3 Prozent. Allerdings zählte der November diesmal einen Verkaufstag weniger.

Besonders gut liefen zuletzt die Geschäfte im Facheinzelhandel mit Büchern oder Schmuck. Hier lagen die Umsätze um 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Mit Textilien, Bekleidung und Schuhen wurde ein Umsatzplus von 1,3 Prozent erzielt. Die kräftigsten Einbußen verzeichneten der Versandhandel mit minus 5,8 Prozent sowie Waren- und Kaufhäuser mit minus 4,3 Prozent. Der Lebensmittelhandel setzte 3,4 Prozent weniger um.

"Der Einzelhandelsumsatz hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Verbraucher wurden von sinkenden Energiepreisen entlastet. Das hat den Spielraum für andere Ausgaben erhöht. Der Konsum kann aber die deutlichen Rückgänge im Export und bei der Industrieproduktion nicht ausgleichen, weshalb das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal deutlich gesunken sein dürfte", kommentierte SEB-Volkswirt Klaus Schrüfer die Umsätze der Einzelhändler.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.