Finanzkrise "Signifikante Belastungen" bei Postbank

Die Postbank ist 2008 wegen der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Das stark negative Kapitalmarktumfeld habe das Ergebnis im vierten Quartal "signifikant" belastet, teilte die Deutsche-Post-Tochter mit. In Finanzkreisen ist die Rede von einer halben Milliarde Euro Verlust allein im vierten Quartal.

Bonn - Im Gesamtjahr sei ein deutlicher Verlust angefallen, teilte die Postbank am Freitagmorgen mit. Bis Ende September hatte die Bank, an der sich die Deutsche Bank bald mit bis zu 30 Prozent beteiligen will, ein Minus von 114 Millionen Euro verbucht. Nach Informationen aus Finanzkreisen betrug der Verlust der Bank im vierten Quartal vor allem wegen des Verkaufs von Aktien rund eine halbe Milliarde Euro. Im Gesamtjahr dürfte das Minus der Post-Tochter damit bei etwa 600 Millionen Euro liegen, so die Kreise.

Zuletzt hatte die Bank immer wieder betont, dass im vierten Quartal wegen der Finanzmarktkrise mit weiteren Belastungen zu rechnen und daher ein Verlust im Gesamtjahr nicht auszuschließen sei.

Bis Ende Dezember seien die Aktienbestände komplett abgebaut worden. Damit seien weitere Belastungen der Kernkapitalquote durch fallende Aktienkurse ausgeschlossen. Die Postbank hatte erst Ende November neue eigene Aktien für eine Milliarde Euro ausgegeben, um das Eigenkapital zu stärken. Da sich kein Käufer für die Papiere fand, hatte damals die Mutter alle Aktien gekauft. Der Anteil der Post stieg damit auf rund 62 Prozent.

Anfang dieses Jahres wird die Post einer Vereinbarung vom September zufolge 29,75 Prozent der Postbank an die Deutsche Bank für 2,8 Milliarden Euro verkaufen. Bei der Transaktion wurde der Wert einer Aktie auf 57,25 Euro festgelegt.

Die Aktie der Postbank  eröffnete nach Bekanntwerden des erwarteten Verlustes mit 0,4 Prozent im Minus bei 14,25 Euro. Ein Händler sagte: "Man reiht sich halt ein - von diesen Nachrichten werden wir wohl in nächster Zeit noch mehr hören. Alle werden Versuchen, die Hauptlast noch ins vierte Quartal 2008 zu schieben." Die Aktie der Deutschen Bank  gab 3,4 Prozent auf 24,9 Euro nach.

Welche Auswirkungen der von der Postbank angekündigte Verlust auf das Nettoergebnis der Deutschen Post  2008 haben wird, lässt der Mutterkonzern noch offen. "Zum Nettoergebnis werden wir uns zu gegebener Zeit äußern", sagte eine Sprecherin des Bonner Konzerns am Freitag. Sie bekräftigte aber zugleich das Ergebnisziel von 2,4 Milliarden Euro beim Ebit vor Einmaleffekten für das Jahr 2008. In den ersten neun Monaten hatte die Post einen Gewinn nach Minderheiten von 1,47 Milliarden Euro verzeichnet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afxp und reuters

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