Krieg in Nahost Uno verlangt Waffenruhe

Zwei Wochen nach Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen hat der UN-Sicherheitsrat eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe verlangt. Nach tagelangen Beratungen hat das Gremium Israel zum vollständigen Rückzug aus dem Palästinensergebiet auffordert. Die israelische Armee setzte ihre Angriffe im Gazastreifen dennoch fort.

New York - Der Weltsicherheitsrat hat Israel und die radikal-islamische Hamas in der Nacht zum Freitag zur sofortigen, dauerhaften und voll respektierten Waffenruhe im Gazastreifen verpflichtet. Die Waffenruhe müsse zum kompletten Rückzug der israelischen Truppen aus Gaza führen, heißt es in der Resolution weiter. Eine Frist dafür setzte der Sicherheitsrat dem israelischen Militär jedoch nicht. Dem Votum war ein viertägiger Verhandlungsmarathon am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York vorangegangen.

Darüber hinaus nahm der Sicherheitsrat die Weltgemeinschaft in die Pflicht, für den Nahost-Konflikt eine grundsätzliche Lösung auf der Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung zu finden. Westliche und arabische Außenminister hatten sich nach tagelangen kontroversen Verhandlungen auf den aus britischer Feder stammenden Resolutionsentwurf verständigt.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner, der die Sitzung leitete, sagte, die Resolution gebe die "wichtigsten Parameter für einen Ausweg aus der Krise" wieder. Er bedauerte indes, dass der Sicherheitsrat nicht mehr Zeit für eine weitere Annäherung der Standpunkte gehabt habe. Die französische Delegation wollte erst am Freitag abstimmen lassen, die arabischen Staaten hatten allerdings auf eine Entscheidung am Donnerstag gedrungen.

Israels Armee setze seine Offensive in der Nacht dennoch fort. Bei diesen neuen Angriffen kamen nach palästinensischen Angaben Menschen ums Leben. Unter den Toten seien alleine sechs Mitglieder einer Familie aus der Gegend von Dschabalija, teilten die Rettungskräfte mit. Drei weitere Palästinenser starben den Angaben zufolge durch israelisches Granatfeuer in der Nähe von Deir el Balah im Süden des Gazastreifens.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 27. Dezember kamen nach palästinensischen Angaben mehr als 770 Menschen ums Leben, mehr als 3200 weitere wurden verletzt.

manager-magazin.de mit Material von afp und reuters

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