Autozulieferer Stankiewicz meldet Insolvenz an

Trotz wochenlanger Bemühungen um eine Rettung hat der niedersächsische Autozulieferer Stankiewicz Insolvenz angemeldet. 1300 Beschäftigte müssen nun um ihren Arbeitsplatz bangen.

Hannover - Der Autozulieferer Stankiewicz hat trotz Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Celle habe den Rechtsanwalt Christopher Seagon zum Verwalter bestellt, teilte dessen Kanzlei am Dienstag mit. Anfang Dezember hatten sich Banken, Kunden und Lieferanten darauf verständigt, ein Rettungskonzept zu erarbeiten, das Stankiewicz den Weiterbetrieb ermöglichen sollte. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande. Über die Gründe machte Seagon keine Angaben.

"Nach einer ersten Analyse der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens gehe ich davon aus, dass Stankiewicz aufgrund einer soliden Auftragslage seine Kunden weiterhin beliefert", teilte der Insolvenzverwalter mit. Er wolle sich unverzüglich um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die 1300 Beschäftigten an den deutschen Standorten kümmern. "Je schneller wir den Geschäftsbetrieb stabilisieren können, desto solider wird unsere Basis, um das Unternehmen fortzuführen und mit den Instrumenten der Insolvenzordnung zu restrukturieren", sagte Seagon.

Die frühere Continental-Tochter Stankiewicz stellt unter anderem Schallisolationssysteme für Audi , BMW  und Daimler  her.

Alle Autobauer haben ihre Produktion in den vergangenen Wochen wegen der Absatzkrise drastisch zurückgefahren und nehmen den Zulieferern kaum noch Teile ab. Vor Stankiewicz hatten bereits mehrere andere Lieferanten in Deutschland Insolvenz anmelden müssen.

Bereits Mitte November hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) vor einer Insolvenz von Stankiewicz gewarnt. Die drohende Pleite nahm der Verband damals zum Anlass, die Kreditwirtschaft aufzurufen, der meist mittelständischen Zulieferindustrie ausreichend Kredite bereitzustellen.

Stankwiecz kam zuletzt auf einen Umsatz von 270 Millionen Euro und beschäftigt weltweit über 2100 Mitarbeiter.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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