Mittwoch, 29. Januar 2020

Autokrise Bosch kritisiert Hype um Elektroautos

Zahllose Experten, Manager und Politiker sehen das Elektroauto als Retter der gebeutelten Branche. Doch der Autozulieferer Bosch tritt kräftig auf die Euphoriebremse. Es würden völlig falsche Erwartungen geweckt.

Stuttgart - Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch kritisiert die aktuelle Diskussion über Elektrofahrzeuge als übertrieben euphorisch. "Die aktuelle Elektrofahrzeug-Euphorie ist schädlich für den Markt. Kleine Pilotprojekte sind grundsätzlich hilfreich. Aber wir dürfen dem Verbraucher nicht den Eindruck vermitteln, dass es 2010 ein Elektroauto gibt, das bezahlbar wäre und den heutigen Fahranforderungen entspricht", sagte Bosch- Kraftfahrzeug-Chef Bernd Bohr dem Magazin "auto motor und sport".

"Wir werden 2010 noch lange nicht rein elektrisch fahren. Kleinserien von Elektrofahrzeugen erwarten wir zwar schon vor 2015. Aber die werden alle subventioniert sein entweder vom Staat über Steuern oder von der Industrie, die unter Kosten liefern wird, um in einem prestigeträchtigen Segment mitzumischen." Zuerst werde der Hybridantrieb ins Rollen kommen und seine Rolle als Brückentechnologie einnehmen, betonte Bohr.

Bohr erwartet, dass der Verbrauch von Diesel- und Benzinmotoren in den nächsten zwei bis drei Jahren um 10 bis 15 Prozent sinken wird. Der Marktanteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen werden noch viele Jahre überschaubar bleiben.

"Von den weltweit 80 Millionen Fahrzeugen, die wir für das Jahr 2015 erwarten, sollten nach unseren Prognosen 2,5 bis 3 Millionen mit einem Hybrid ausgestattet sein und 800 000 weitere mit einem reinen Elektroantrieb."

Diese beiden Technologien zusammen würden unter fünf Prozent des jährlichen Fahrzeugabsatzes liegen, während der Dieselanteil weltweit bei einem guten Viertel liegen und der Benziner-Anteil den Rest bestreiten werde.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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