Aufkauf fauler Papiere WestLB fordert "Bad Bank"

Die angeschlagene Westdeutsche Landesbank fordert die Schaffung einer "Bad Bank", um faule Wertpapiere und problematische Kreditengagements loswerden zu können. Damit der Sonderfonds zur Finanzmarktstabilisierung (Soffin) bei dieser Auffanglösung aktiv werden kann, muss jedoch das Gesetz geändert werden.

Düsseldorf - "Es ist zwingend erforderlich, Risikoaktiva deutscher Banken in eine 'Bad Bank' auszugliedern", sagte WestLB-Vorstandschef Heinz Hilgert dem "Handelsblatt". Allein die Düsseldorfer Landesbank könne Wertpapiere und Kredite im Volumen von mindestens 50 Milliarden Euro in eine solche Bank einbringen, fügte Hilgert hinzu.

Wenn die Bilanzen der Landesbanken und anderer Institute bereinigt seien, schaffe dies Vertrauen unter den Banken und fördere die Bereitschaft zu weiteren Konsolidierungsschritten, sagte der WestLB-Chef dem Blatt.

Bilanzbereinigung auf Kosten der Steuerzahler

Hilgert regte zudem an, der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) müsse bei einer "Bad Bank", die im ersten Quartal 2009 starten solle, eine zentrale Rolle spielen.

"Der SoFFin müsste die Refinanzierung der 'Bad Bank' sicherstellen, die jeweiligen Alteigentümer sollten die Risikoabschirmung gewährleisten", so Hilgert. Damit der SoFFin bei der Bank aktiv werden könne, solle das Finanzmarktstabilisierungsgesetz geändert und ergänzt werden. "Der Gesetzesrahmen muss erweitert werden, damit wir eine langfristige Lösung für die problembehafteten Wertpapiere und Kredite finden", forderte der Banker.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.