Volkswagen Großanleger drängen auf Kapitalerhöhung

Die Fehlspekulationen mit VW-Aktien Ende Oktober könnten auch für die Volkswagen-Spitze gravierende Folgen haben. Nach Informationen von manager magazin fordern einige Großanleger jetzt eine Kapitalerhöhung bei Volkswagen. Bliebe diese aus, drohten juristische Konsequenzen.

Hamburg - Wird die Forderung nach einer Kapitalerhöhung nicht erfüllt, drohen die Investoren mit Schadensersatzklagen. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (19. Dezember) im Handel ist.

In mehreren Briefen an den VW-Vorstand und ausgewählte Aufsichtsräte forderten die Investoren, das aktuell hohe Kursniveau zu nutzen, um neue Aktien zu platzieren.

Verzichte die Konzernspitze auf die Kapitalerhöhung, müsse sie mit juristischen Konsequenzen rechnen. Die Vorstände und Aufsichtsräte hafteten dann unter Umständen persönlich für den der Volkswagen AG drohenden Schaden.

Auf der Hauptversammlung 2006 hatte sich der VW-Vorstand die Ausgabe von 35 Millionen Aktien genehmigen lassen. Eine Kapitalerhöhung, so die Argumentation der Investoren, würde die gegenwärtige Marktenge bei VW-Aktien beseitigen und brächte dem Autokonzern dringend benötigte Liquidität für sein Finanzierungsgeschäft.

Liquidität für Finanzierungsgeschäft beschaffen

Bei einem Kursniveau von 200 Euro pro Aktie könnte Volkswagen  mit neuen Aktien rund sieben Milliarden Euro erzielen. Die Fonds sehen die VW-Führung laut Aktiengesetz sogar dazu verpflichtet, die derzeitige Sondernachfrage nach VW-Aktien zu nutzen. Da die Investoren bislang keine Antwort erhalten haben, bereiten einige der Beteiligten inzwischen Schadensersatzklagen vor.

Volkswagen-Großaktionär Porsche  hatte Ende Oktober mit seiner Ankündigung, direkt und über so genannte cash gesettelte Optionen auf 74 Prozent der VW-Aktien zugreifen zu können, eine Kursrallye ausgelöst. Der Kurs der Aktie stieg zeitweise bis zu 1000 Euro.

Etliche Hedgefonds und andere Großanleger, die mit dem Verkauf geliehener Aktien auf einen fallenden VW-Kurs spekuliert hatten, verloren daraufhin zwei-, teilweise sogar dreistellige Millionenbeträge. Noch immer warten viele dieser Fonds auf eine günstige Gelegenheit, diese Aktien zurückzukaufen.

Neue Führungsstruktur in Porsche-Holding

Derweil zeichnen sich die Konturen einer neuen Führungsstruktur der Porsche-Holding SE immer klarer ab. Derzeit bilden Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter die SE-Spitze.

Sobald Porsche die Mehrheit an VW hält, sollen VW-Chef Martin Winterkorn und aller Voraussicht nach VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann in den Holdingvorstand aufrücken. Zudem diskutieren Porsche und VW das Modell einer erweiterten Führung, in die der gesamte VW-Vorstand integriert werden könnte.

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