Krisenticker Italiens Modefürsten rufen um Hilfe

Barack Obamas Konjunkturpaket soll ein Volumen von 600 Milliarden Dollar haben. Die italienische Modeindustrie braucht Hilfe vom Staat. Die Bundesregierung wird ihre Konjunkturprognose offenbar drastisch senken. Toyota verzichtet vorerst auf ein geplantes US-Werk. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.06 Uhr: Der New Yorker Aktienmarkt hat am Montag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,75 Prozent bei 8564 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss mit 868 Zählern, einem Abschlag von 1,27 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 2,1 Prozent auf 1508 Stellen nach. Der Markt wurde von Verlusten bei Finanz- und Technologiewerten nach unten gezogen.

21.51 Uhr: Das für Januar geplante US-Konjunkturpaket könnte nach Einschätzung der Demokraten im Repräsentantenhaus ein Volumen von rund 600 Milliarden Dollar haben. Einige Volkswirte hätten 400 Milliarden Dollar für Infrastrukturprogramme und Regierungshilfen sowie 200 Milliarden Dollar für Steuersenkungen gefordert, sagte die Präsidentin der Kammer, Nancy Pelosi, am Montag. Nach ihrer Einschätzung herrsche Einigkeit über die Höhe der Summe. Mit dem künftigen Präsidenten Barack Obama und seinen Beratern sei bereits über dessen Schmerzgrenze gesprochen worden.

21.07 Uhr: Der deutsche Mittelstand lehnt einen pauschalen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im kommenden Jahr ab. "Lippenbekenntnisse helfen niemandem", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, dem "Münchner Merkur". Er sei aber davon überzeugt, dass die mittelständischen Firmen "auch 2009 trotz schwierigster Rahmenbedingungen ihrer beschäftigungspolitischen Verantwortung gerecht werden" würden.

21.10 Uhr: Nach seinem möglicherweise schlechtesten Weihnachtsgeschäft seit knapp 20 Jahren droht dem US-Einzelhandel einer Studie zufolge 2009 weiteres Ungemach. 44 Prozent aller Befragten hätten angekündigt, nach den Feiertagen den Gürtel noch enger schnallen zu wollen, teilte das Marktforschungsinstitut America Research Group am Montag mit. Normalerweise liege dieser Wert nur zwischen 20 und 25 Prozent.

20.23 Uhr: Um nach Auswegen aus der Finanzkrise zu suchen, hat die italienische Modeindustrie Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu einem Dringlichkeitstreffen aufgefordert. Wie der Textilverband Sistema Moda Italia (SMI) am Montag mitteilte, unterzeichneten etliche Arbeitgeberverbände und die größten Gewerkschaften der Modebranche einen entsprechenden Brief an Berlusconi und mehrere Minister seines Kabinetts. Darin mahnten sie ein "unaufschiebbares Treffen" an, bei dem über die Folgen der Finanzkrise für die Textilindustrie beraten werden müsse. Sie forderten zugleich Investitionen und steuerliche Nachlässe.

Autoabsatz in Europa bricht ein

19.44 Uhr: Das Bundesregierung könnte einem Zeitungsbericht zufolge ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr drastisch senken. In internen Berechnungen gehe das Bundeswirtschaftsministerium davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent oder mehr schrumpfen werde, meldete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag vorab aus ihrer Dienstagausgabe. Dies wäre noch pessimistischer als die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsinstitute. Bie Regierung geht für 2009 offiziell bislang noch von 0,2 Prozent Wachstum aus.

19.09 Uhr: Der weltgrößte Autohersteller Toyota verschiebt den Bau eines Werks in den USA, in dem das umweltfreundlichere Hybrid-Modell "Prius" gebaut werden sollte. Der Neubau in Mississippi werde angesichts des Abschwungs auf den Automärkten auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, teilte der Konzern am Montag mit. Ursprünglich sollte dort ab 2010 der Prius mit Hybrid-Antrieb vom Band rollen. Toyota hat - wie nahezu alle anderen Autohersteller auch - mit weltweit sinkender Nachfrage zu kämpfen. Im November hatte das Unternehmen seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr deutlich gesenkt.

18.20 Uhr: Der Pkw-Absatz in Europa ist im November auf Jahressicht um rund ein Viertel eingebrochen. Die Zahl der Neuzulassungen sank vor dem Hintergrund der konjunkturellen Abkühlung um 26 Prozent auf 932.500 Fahrzeuge, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag mitteilte. Allerdings sei beim Neuzulassungsergebnis eine geringere Anzahl an Arbeitstagen zu berücksichtigen, hieß es.

18.05 Uhr: Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammern (DIHK), Ludwig Georg Braun, unterstützt den Vorstoß der großen Konzerne für eine Jobsicherung im Krisenjahr 2009. Der DIHK werde über die Kammern im Mittelstand dafür werben, über Kurzarbeit oder Arbeitszeitkonten die Krise intelligent zu überbrücken und die Stammbelegschaften zu halten. "Wer sich jetzt trennt, dem fehlen im Aufschwung die guten Leute", sagte Braun in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Berlin.

17.40: Der Dax (Kurswerte anzeigen) beendet den ersten Handelstag der Woche bei 4655 Punkte (minus 9 Punkte).

17 Uhr: Siemens (Kurswerte anzeigen) muss wegen des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) zahlen, um den Rechtsstreit beizulegen, sagte ein Vertreter des US-Justizministeriums am Montag in einer Gerichtsverhandlung in Washington. 800 Millionen Dollar (600 Millionen Euro) kostet ein Vergleich in den USA. Den Vergleich mit dem US-Justizministerium und der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichte ein US-Bundesgericht am Montag in Washington. Die Summe setzt sich zusammen aus einer Strafzahlung von 450 Millionen Dollar an das Justizministerium sowie einer Gewinnabschöpfung von 350 Millionen Dollar an die SEC.

In Deutschland zahlt der Konzern demnach ebenfalls rund 600 Millionen Euro. Nach Konzernangaben sind bei Siemens in den Jahren 2000 bis 2006 insgesamt 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen. Das Geld landete in die Taschen von Regierungsmitarbeitern verschiedener Länder, die Siemens dafür bei der Vergabe von Aufträgen für U-Bahnen oder Mobilfunksysteme bevorzugten.

Bei Siemens soll künftig Ex-Finanzminister Theo Waigel (CSU) über die Einhaltung der Anti-Korruptionsregeln wachen. Er werde die Stelle Anfang 2009 antreten und für die nächsten vier Jahre amtieren, teilte Siemens am Montag mit. Die US-Behörden haben es Siemens im Rahmen des Vergleichs zur Auflage gemacht, eine solche Position zu schaffen.

16.30 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) folgt den US-Börsen ins Minus. Der deutsche Leitindex notiert 0,2 Prozent tiefer auf 4654 Punkten. Die amerikanischen Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq Composite haben zuvor an Boden verloren und sind zum Teil tief in die roten Zahlen gerutscht.

16.15 Uhr: Der in Finanznot geratene schwäbische Milliardär Adolf Merckle (Ratiopharm, Heidelbergcement , Phoenix ) ringt noch immer um eine Lösung mit seinen Gläubigerbanken. "Die Verhandlungen dauern an", sagte eine Sprecherin der zur Merckle-Gruppe gehörenden VEM Vermögensverwaltung am Montag in Ulm. Eine Insolvenz sei kein Thema, solange die Verhandlungen noch laufen.

Vergangene Woche hatte Merckle nach Informationen aus Branchenkreisen seinen Gläubigerbanken gedroht, die VEM in die Insolvenz gehen zu lassen, sollten die Kreditinstitute ihn nicht finanziell unterstützen. Zuvor hatte der Unternehmer den Banken neue Sicherheiten in Form von Beteiligungen an seinen Firmen angeboten. Nach früheren Informationen aus Finanzkreisen beläuft sich der Finanzierungsbedarf Merckles auf 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro.

Ölpreis steigt über 50 Dollar

15.30 Uhr: Die New Yorker Börse eröffnet kaum verändert.Der Dow Jones  gewinnt in den ersten Handelsminuten gegenüber dem Schlusskurs von Freitag 0,2 Prozent auf 8645 Punkte, der S&P 500  legt ebenfalls 0,2 Prozent zu auf 881 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq  dagegen verliert 0,2 Prozent auf 1538 Punkte.

14.50 Uhr: Der US-Ölpreis steigt wieder über die 50-Dollar-Marke. Ein Fass (159 Liter) der Leitsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar notierte bei 50,05 Dollar. Wegen der wegbrechenden Nachfrage hatte sich Erdöl, das im Juli noch 147 Dollar je Fass kostete, radikal verbilligt. Der aktuelle Anstieg ist vor allem dem Verfall des Dollar-Wechselkurses und der Erwartung eines geringeren Ölangebots geschuldet.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat Russland zu einer Drosselung der Ölproduktion aufgefordert. "Das Kartell rechnet damit, dass Russland die Tagesförderung um bis zu 300.000 Barrel zurückfährt", sagte der Chef von Russlands zweitgrößtem Ölkonzern Lukoil , Wagit Alekperow, am Montag in Moskau. Der gegenwärtige Ölpreis sei zu niedrig und für Ölproduzenten nicht akzeptabel. Angemessen wären 70 bis 90 Dollar je Fass, sagte er laut Nachrichtenagentur Interfax. Sein Konzern wäre grundsätzlich zur Drosselung bereit. Seit September hatte das Kartell die Ölproduktion bereits um 1,5 Millionen Fass pro Tag zurückgefahren, was aber den Preisverfall nicht stoppen konnte. An diesem Mittwoch soll die Opec eine weitere Drosselung von bis zu zwei Millionen Fass pro Tag beschließen, was die größte Mengenkürzung ihrer Geschichte wäre.

14.30 Uhr: Der New Yorker Konjunkturindikator Empire State Index signalisiert einen raschen Preisverfall. Die Preiskomponente des Index fiel von plus 20,48 im November auf minus 7,45 im Dezember. Das ist der stärkste seit Umfragebeginn 2001 gemessene Rückgang. Erstmals seit Juni 2003 erreichte der Index negatives Terrain, was fallende Preise andeutet. Der Gesamtindex, der die Industrietätigkeit im Bundesstaat New York fiel indes mit minus 25,76 Punkten ebenfalls auf ein Rekordtief, lag aber immer noch etwas besser als von Analysten erwartet. Die Beschäftigungskomponente verbesserte sich leicht gegenüber November, zeigte aber weiterhin einen raschen Jobabbau an. Die Daten der New Yorker Fed gelten als zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie zu Beginn eines Monats.

13.45 Uhr: Die hessische Landesregierung arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einem Investitionsprogramm zur Stützung von Bauwirtschaft und Handwerk. Angesichts der Wirtschaftskrise wollten Ministerpräsident Roland Koch und Finanzminister Karlheinz Weimar (beide CDU) öffentliche Investitionen vorziehen, um Arbeitsplätze zu sichern. Das sagte Regierungssprecher Dirk Metz am Montag in Wiesbaden und bestätigte einen Bericht der "Wetzlarer Neuen Zeitung". Insbesondere wolle das Land Geld in die Sanierung und Modernisierung der Schulen stecken. Zur Ausgestaltung und Höhe des Programms wollte Metz nichts sagen. In dem Zeitungsbericht war die Rede von einer Milliarde Euro. Koch und Weimar wollten Details am Dienstag vorstellen, kündigte Metz an.

IWF-Chef erwartet Konjunkturwende in einem Jahr

12.45 Uhr: Die Weltwirtschaft wird ihre Talfahrt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) erst in etwa einem Jahr beenden. "Wir können den Beginn der Erholung Ende 2009, Anfang 2010 sehen", sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montag in Madrid. "Es gibt aber eine Menge Abwärtsrisiken", schränkte er ein. Für die kommenden Monaten sagt der IWF allerdings harte Zeiten für die Weltwirtschaft voraus. "2009 wird ein sehr schweres Jahr", sagte Strauss-Kahn. Er deutete an, die Konjunkturprognosen im Januar nochmals zu senken. Erst im November hatte der IWF seine Vorhersage für das Wachstum der Weltwirtschaft von 3,0 auf 2,2 Prozent zurückgenommen. Für Deutschland wird ein Minus von 0,8 Prozent erwartet.

12.15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will über einen möglichen Kündigungsverzicht in der Wirtschaft im Januar mit den Vorstandschefs der Dax-30-Unternehmen verhandeln. Mit flankierenden Arbeitsmarkt-Maßnahmen könnte ein Rahmen geschaffen werden, damit die großen Konzerne mit einer Selbstverpflichtung alle Arbeitnehmer im nächsten Jahr halten könnten, um für spätere, wieder gute Zeiten gerüstet zu sein, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin. Auch ein weiteres Treffen in der großen Runde vom Sonntag mit Spitzen aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft sei möglich.

12.05 Uhr: Angeführt von Bank- und Autoaktien, baut der Dax  sein Plus auf 2 Prozent aus und notiert bei 4750 Punkten. Die Anleger hofften auf großangelegte Konjunkturpakete im neuen Jahr und staatliche Rettungsaktionen für kriselnde Autokonzerne, sagten Händler.

12 Uhr: Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank "markant verschlechtert". Im Winterhalbjahr 2008/2009 werde die Wirtschaft voraussichtlich erheblich schrumpfen, schreibt die Notenbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Grund dafür sei die Verschärfung der Finanzkrise seit Herbst und der Einbruch der Weltwirtschaft. Für 2009 bestätigte die Bundesbank ihre Prognose und rechnet mit einer tiefen Rezession in Deutschland. Die Wirtschaft werde mit einem Minus von 0,8 Prozent den schärfsten Abschwung seit 1993 erleben.

Chinas Industriewachstum bricht ein

11.45 Uhr: Das Wachstum in Chinas Industrieproduktion ist im November überraschend stark eingebrochen. Verglichen mit dem Vorjahr lag das Plus bei nur noch 5,4 Prozent - geringer war der Anstieg seit Beginn der Erfassung im Jahr 1999 noch nie in einem Monat mit Ausnahme des chinesischen Neujahrsfestes, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Grund zur Sorge liefern die Details: So drosselten die Kraftwerksbetreiber ihre Produktion um 9,6 Prozent, die Firmen, die sich auf das Exportgeschäft konzentrieren, stellten 5,2 Prozent weniger her. "Das nächste Jahr wird hart", sagte Qi Jinmei vom amtlichen Informationszentrum in Peking.

Die Regierung hält ein Wachstum von 8 Prozent für nötig, um genügend Arbeitsplätze für Millionen von neu auf den Markt drängenden Chinesen zu schaffen und so Unruhen zu verhindern. Um die Wirtschaft anzukurbeln, legte China im vergangenen Monat ein Konjunkturpaket im Volumen von umgerechnet gut 430 Milliarden Euro auf. Zudem senkte die Notenbank ihren Leitzins in mehreren Schritten um 1,89 Prozentpunkte. Zuletzt war es immer wieder zu Unruhen und Massenprotesten von entlassenen Fabrikarbeitern gekommen. Im Oktober noch hatten die chinesischen Industriebetriebe ihren Ausstoß um 8,2 Prozent gesteigert.

10.45 Uhr: Der zweitgrößte russische Energiekonzern Lukoil  verschiebt internationale Großprojekte und will seine Investitionen zurückfahren. Die Ausgaben sollten in den kommenden zwei Jahren reduziert werden, erklärte Konzernchef Vagit Alekperow am Montag, ohne Details zu nennen. Er hoffe aber, dass mehrere Projekte in Russland fortgesetzt werden könnten. Die Wirtschaftsleistung in Russland ist seit 1997 jeweils um durchschnittlich 7 Prozent gewachsen. 2009 droht dem Boomland wegen einbrechender Ölpreise sowie auf Grund der Finanzkrise jedoch eine Rezession. Es ist nicht das einzige Boomland in Schwierigkeiten.

10.00 Uhr: Auch die Großbank HSBC  ist einem Pressebericht zufolge unter den Opfern des mutmaßlichen Milliardenbetrugs an der Wall Street. Das Engagement der britischen Bank an den Geschäften des Finanziers Bernard L. Madoff könnte sich auf bis zu eine Milliarde US-Dollar belaufen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Kreise. Damit gehöre die HSBC zu den größten Opfern. Bereits am Wochenende hatte das "Wall Street Journal" andere große Namen der Finanzwelt genannt. So gehörten unter anderem die französische Großbank BNP Paribas  , die spanische Bank Santander  und die japanische Nomura  über Geschäftsbeziehungen zu den Opfern Madoffs, der laut Vorwürfen der Behörden ein "Schneeballsystem" im Volumen von 50 Milliarden Dollar betrieben hat. Bei weitem am stärksten betroffen ist derzeit Santander, die nach eigenen Angaben 2,3 Milliarden Euro ihrer Kunden bei Madoff investiert hatte.

9.10 Uhr: Der Dax  startet mit einem Gewinn von 1,6 Prozent auf 4740 Punkte. Zu den Gewinnern zählen Finanz- und Autotitel sowie der Technologiekonzern Siemens. Die Korruptionsstrafe der SEC dürfte laut Presseberichten deutlich geringer ausfallen als erwartet.

Irland schießt Banken zehn Milliarden Euro zu

8.30 Uhr: Die Royal Bank of Scotland  wird den Verkauf ihrer Versicherungssparte einem Pressebericht zufolge wahrscheinlich auf Eis legen. Es sei angesichts der aktuell schwierigen Finanzierungsbedingungen nicht gelungen, Käufer anzuziehen, berichtet die britische Zeitung "The Independent" unter Berufung auf Kreise. Analysten hatten das Versicherungsgeschäfts von RBS, das Direct Line und die Marken Churchill einschließt, zu Beginn des Verkaufsprozesses mit sieben Milliarden Pfund (7,84 Milliarden Euro) bewertet.

8.15 Uhr: Der Dax  dürfte mit einem Gewinn von mehr als 2 Prozent in die letzte volle Handelswoche des Jahres starten. So waren die US-Börsen am Freitag noch deutlich ins Plus gelaufen, gestützt auf die Hoffnung auf ein Eingreifen von US-Präsident George W. Bush im Ringen um die Rettung der angeschlagenen Autoindustrie. Der Nikkei-225-Index sprang am Montag 5,21 Prozent nach oben. Am Nachmittag dürften zahlreiche US-Konjunkturdaten neue Impulse geben.

7:40 Uhr: Die Großbank Barclays  will kleinen und mittelständischen britischen Unternehmen im nächsten Jahr rund 10 Prozent mehr Kredite geben. Das Institut werde das Kreditvolumen für den Sektor von bisher 15 Milliarden Pfund um weitere 1,5 Milliarden Pfund erhöhen, teilte Barclays am Montag mit. Die britische Regierung fordert von den Banken eine Ausweitung der Kreditvergabe, um kleine Unternehmen durch die Kreditklemme zu helfen.

7:30 Uhr: Die Börsen in Fernost haben am Montag wegen der Hoffnungen auf ein Rettungspaket für die angeschlagene US-Automobilindustrie deutlich zulegen können. Die Hoffnung auf die Autohilfen überwog auch die düsteren Prognosen des vielbeachteten Tankan-Berichts. Dem Stimmungsbarometer der japanischen Notenbank zufolge ist das Geschäftsklima so schlecht wie seit 2002 nicht mehr.

6:40 Uhr: Die irische Regierung hat am Sonntag einen Hilfsplan mit einem Volumen von bis zehn Milliarden Euro für den Bankensektor angekündigt. Nach irischen Medienangaben könne der Staat im Rahmen des Rekapitalisierungsplans neben privaten Investoren und Anlegern eingreifen. Das Ziel des Plans sei eine langfristige Stabilisierung des Bankensektors und die Sicherung von Krediten für die Wirtschaft und Privatkunden. In der Mitteilung der Regierung heißt es nach Angaben der "Irish Times" weiter, dass selbst völlig gesunde Banken im augenblicklichen Marktumfeld zusätzliches Kapital benötigen könnten. Die Institute wurden aufgefordert, bis Anfang Januar ihre Vorschläge im Zusammenhang mit dem Rekapitalisierungsplan vorzulegen.

6:20 Uhr: Angesichts der schweren Wirtschaftskrise stellen die großen deutschen Konzerne den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im kommenden Jahr in Aussicht. Bei einem siebenstündigen Spitzentreffen zur Konjunktur am Sonntagabend im Kanzleramt boten sie an, eine entsprechende Selbstverpflichtung anzustreben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) riefen zu einem nationalen Kraftakt auf. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssten an einem Strang ziehen. "Es kommt darauf an, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen", sagte Merkel vor dem Treffen. Die "schwierigen Monate, die vor uns liegen", könnten am besten gemeinsam bewältigt werden.

6.06 Uhr: Der Autobauer Opel benötigt nach eigenen Angaben in diesem Jahr keine Entscheidung zu den beantragten staatlichen Bürgschaften. "Unabhängig von der Entwicklung in den USA besteht für die Adam Opel GmbH nicht die Dringlichkeit, noch in diesem Jahr eine Entscheidung über die Bürgschaft haben zu müssen", erklärte die deutsche Tochter des notleidenden US-Konzerns General Motors am Sonntag. Die Gespräche mit der Bundesregierung und den beteiligten Bundesländern seien jedoch auf gutem Wege, hieß es weiter.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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