Donnerstag, 14. November 2019

US-Konjunkturspritze Obamas Billionen-Dollar-Plan

Der zukünftige US-Präsident Barack Obama will Amerikas Wirtschaftskrise mit deutlich mehr Geld bekämpfen als bislang angenommen. Bis auf eine Billion Dollar könnte das staatliche Konjunkturprogramm anschwellen. Damit sollen vor allem Straßen, Gleise und Gebäude erneuert und Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten geschaffen werden.

Washington - Barack Obama erwägt offenbar, erheblich mehr Geld zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft auszugeben als bisher bekannt war. Das hat das "Wall Street Journal" berichtet. Angesichts der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage solle ein zweijähriges Konjunkturprogramm verabschiedet werden, das bis zu eine Billion Dollar schwer sein könnte. Vor zwei Wochen erst war von einem Paket im Volumen von rund 500 Milliarden Dollar die Rede gewesen.

Hilfen für die US-Wirtschaft: Obama erwägt riesiges Infrastrukturpaket
Nun jedoch hielten Obamas Mitarbeiter selbst 600 Milliarden Dollar nicht mehr für ausreichend, um der US-Wirtschaft aus der Misere zu helfen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Das endgültige Volumen werde sich voraussichtlich auf 700 Milliarden bis eine Billion Dollar belaufen.

Obamas künftiger oberster Wirtschaftsberater Lawrence Summers ist dabei, dazu die Meinungen verschiedener Fachleute zu sammeln. Nächste Woche würden Obama die Vorschläge vorgelegt. Mit denen soll sich der US-Kongress Anfang Januar befassen, damit das Paket zur Amtseinführung des neuen Präsidenten am 20. Januar stehe.

"Das Paket soll nicht sexy sein, sondern Arbeitsplätze schaffen", sagte ein Sprecher der US-Handelskammer der "Washington Post" über das geplante Konjunkturpaket. Im ganzen Land melden sich Behörden bereits jetzt mit ihren Wunschlisten: Straßen, Gleise, Leitungen, Brücken, Tunnel - die Liste der überfälligen Reparaturen ist lang. Auf 1,6 Billionen Dollar schätzen Experten laut "Post" die nötigen Reparaturkosten für die bestehende Infrastruktur.

Mit der Nominierung eines Ministers für Wohnungsbau und Stadtentwicklung hat der künftige US-Präsident nebenbei sein künftiges Wirtschaftsteam komplettiert. Shaun Donovan, der bisherige Chef der New Yorker Wohnungsbaubehörde, wird sich mit einer der drängendsten Fragen der neuen Regierung beschäftigen müssen: Der wachsenden Zahl an Zwangsvollstreckungen, von denen in der Folge der Hypotheken- und Finanzkrise in den USA viele Hausbesitzer bedroht sind.

Dem Wohnungsbau drohen nach Schätzungen der amerikanischen Notenbank in diesem Jahr bis zu 2,25 Millionen Zwangsvollstreckungen. Das wären mehr als doppelt so viele wie vor der Krise. Hinzu kommt, dass die fallenden Preise für Häuser zu einem Wertverlust von 2,8 Billionen Dollar im dritten Quartal geführt haben. Der 42-jährige gelernte Architekt Donovan hatte bereits während der Amtszeit von Bill Clinton eine leitende Position im Ministerium für Wohnungsbau inne.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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