WestLB/HSH Nordbank Debakel ohne Ende

Deutschlands Problembanken stecken weiter in der Krise. Die angeschlagene WestLB muss offenbar erneut riskante Wertpapiere in zweistelliger Milliardenhöhe aus der Bilanz ausgliedern, um überhaupt Chancen auf Staatshilfen zu bekommen. Und die HSH Nordbank steht anscheinend gleich vor einem Milliardenverlust.

Düsseldorf/Hamburg - Das WestLB-Management hat sich offenbar entschieden, gefährliche Wertpapiere in Milliardenhöhe aus der Bilanz zu entfernen. Es gehe um einen Betrag im höheren zweistelligen Milliardenbereich, berichtete die "Rheinische Post". Durch die Ausgliederung der Risikopapiere wolle die Bank ihre Kernkapitalquote von bisher 5,4 Prozent auf 8 Prozent verbessern. Das sei Voraussetzung für Hilfen aus dem staatlichen Rettungsfonds.

Darüber hinaus berichtet der "Focus", der Verluste der HSH Nordbank belaufe sich für 2008 auf mindestens eine Milliarde Euro. Das hätten interne Berechnungen ergeben. Ein Grund für die hohen Verluste seien die Kursverluste an den Wertpapierbörsen im Oktober und November, schreibt "Focus". Das habe zu weiteren Abschreibungen im Kreditersatzgeschäft geführt.

Die WestLB hatte bereits in diesem Frühjahr problematische Wertpapiere zum Einkaufspreis von 23 Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft verkauft. Die WestLB-Eigentümer gaben Garantie in Höhe von 5 Milliarden Euro für diese Papiere ab. WestLB-Chef Heinz Hilgert hatte im vergangenen Monat deutlich gemacht, das die Bank frisches Eigenkapital benötige. Der Finanzbedarf werde aber nicht die Größenordnung wie bei BayernLB oder der Landesbank Baden-Württemberg annehmen, die zehn Milliarden sowie 5,5 Milliarden Euro benötigten.

Die HSH Nordbank war seit Anfang des Jahres tiefer in den Strudel der internationalen Finanzkrise geraten. Für die ersten neun Monate mussten Abschreibungen von 1,3 Milliarden Euro vorgenommen werden, der Verlust betrug 360 Millionen Euro. Am 10. November erklärte Vorstandschef Hans Berger seinen Rücktritt, sein Nachfolger wurde Dirk Jens Nonnenmacher. Kurz zuvor hatte die Bank Staatsbürgschaften in Höhe von 30 Milliarden Euro beantragt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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