Wirtschaftskrise Bundesregierung fürchtet Desaster

Die Bundesregierung wird ihre Konjunkturprognose für 2009 anscheinend senken. Nach Medieninformationen fürchten Fachleute der Ministerien, dass die Wirtschaft hierzulande in den kommenden zwölf Monaten um 2 Prozent schrumpfen wird. Zugleich steige das Staatsdefizit auf das Maximum dessen, was die Europäische Union normalerweise erlaubt.

Berlin - Deutschland steht im kommenden Jahr womöglich vor dem wohl größten Belastungstest zumindest seit der Wiedervereinigung. Die Konjunkturexperten der Bundesregierung haben In ihrer aktualisierten Prognose offenbar ein Schrumpfen der Wirtschaft um 2 Prozent vorausgesagt. Das berichtete das Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" unter Berufung auf einen Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts.

Die schwache Entwicklung der Auslandsnachfrage müsse im Inland kompensiert werden, wenn es keine negativen Rückwirkungen auf den Arbeitsmarkt geben solle, zitierte der " SPIEGEL " weiter aus dem Entwurf.

Weil wegen der schwachen Konjunkturentwicklung wahrscheinlich weniger Steuern eingenommen und mehr Geld für Arbeitslose aufgebracht werden müsse, steige das Staatsdefizit auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das ist der Schwellenwert, den die Europäische Union einst in ihrem Stabilitätspakt für solide Haushaltsführung gezogen hatte. In diesem Jahr wird Deutschland wahrscheinlich nur ein minimales Staatsdefizit aufweisen oder auf Bundesebene sogar schwarze Zahlen schreiben.

Zugleich deute die Regierung an, notfalls weitere Milliarden auf Pump in die Wirtschaft zu stecken. "Im Falle einer Verschärfung der internationalen Krise wird sie ihren Handlungsspielraum nutzen, um weitere entlastende und stabilisierende Maßnahmen zu ergreifen", zitierte das Magazin aus dem Entwurf.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte der "Bild am Sonntag", solche Zahlen seien pure Spekulation. Es gebe bislang nicht einmal den Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts, der Mitte Januar veröffentlicht wird. Bislang geht die Regierung für 2009 noch von einem Wachstum von 0,2 Prozent aus.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.