VW Winterkorn befürchtet Absatzeinbruch

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn rechnet mit einem drastischen Einbruch der Autokonjunktur im nächsten Jahr. Für sein Unternehmen gibt sich der Manager vergleichsweise optimistisch. Trotzdem will Winterkorn offenbar einen harten Sparkurs fahren.

Hamburg - Volkswagen-Chef Martin Winterkorn rechnet im kommenden Jahr mit einem dramatischen Einbruch beim Absatz der Autoindustrie. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL sagte Winterkorn zu Managern des Wolfsburger Konzerns, man müsse sich darauf einstellen, dass der Autoverkauf weltweit um 20 bis 25 Prozent zurückgehe.

Den VW-Konzern  wird die Krise in der Autobranche nach Ansicht Winterkorns allerdings nicht ganz so stark treffen, wie das Magazin weiter berichtete. VW muss sich demnach darauf einstellen, 10 bis 12 Prozent weniger Fahrzeuge zu verkaufen. Ein VW-Sprecher wollte sich am Samstag nicht zu den Zahlen äußern.

Wie die Branchenzeitung "Automobilwoche" zudem unter Berufung auf einen Vertrauten Winterkorns berichtete, werde es bei einer internen Managementkonferenz in der neuen Woche um eine schonungslose Bestandsaufnahme und unmissverständliche Spar-Appelle gehen. Der VW-Chef lässt demnach unter anderem die Stückzahlprognosen für VW-Werke in den USA, Indien und Russland überprüfen. Angesichts eines Trends hin zu kleineren Fahrzeugen und verbrauchsarmen Motoren würden zugleich zahlreiche Pkw-Projekte auf ihre Machbarkeit überprüft.

"Derzeit wird intensiv die Frage diskutiert, welche Autos der Zukunft womöglich auf Eis gelegt oder ganz gestrichen werden", sagte der VW-Insider der Zeitung. Der anhaltende Verkaufserfolg des Tiguan sowie der gelungene Start des neuen Golf hätten bei VW viele glauben lassen, "es gebe hier eine dauerhafte Sonderkonjunktur", zitierte das Blatt einen ungenannten Manager. Die branchenweit schlechten November-Zahlen hätten die Optimisten aber belehrt. Inzwischen herrsche in Wolfsburg die Auffassung vor, dass die Schwierigkeiten der Autobranche in wichtigen Verkaufsregionen "deutlich bis ins Jahr 2010 hineinreichen" werden.

Der VW-Sprecher sagte, dass der Ausblick bei der Konferenz weniger optimistisch ausfallen werde als in den vergangenen Jahren, liege auf der Hand.

manager-magazin.de mit Material von afp und reuters

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