Siemens Einigung mit US-Behörden in Sicht

Für 800 Millionen Dollar könnte Siemens sich von drohenden Strafen in den USA befreien. Offenbar steht eine Einigung mit der amerikanischen Justiz und Börsenaufsicht in der Korruptionsaffäre unmittelbar bevor. Die dafür zurückgestellten Mittel könnten ausreichen, um das Kapital für den Konzern zu schließen.

Berlin - Der Münchener Industriekonzern Siemens  steht in seinen Korruptionsskandalen vor einer Einigung mit den USA. Die Untersuchung von US-Börsenaufsicht SEC und -Justizministerium sei kurz vor dem Abschluss, bestätigte ein Konzernsprecher am Freitag. Unternehmenskreisen zufolge ist für Montag deswegen eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung geplant. Wie aus den am Freitagabend vorgelegten Anklageschriften hervorgeht, ist die abschließende Anhörung ebenfalls für Montag angesetzt.

Branchenvertretern zufolge soll Siemens Geldbußen von insgesamt 800 Millionen Dollar an die beiden US-Behörden bezahlen. Davon gingen 450 Millionen Dollar an das Justizministerium sowie 350 Millionen Dollar an die Aufsicht, hieß es in den Kreisen unter Berufung auf die Gerichtsunterlagen.

Der Konzern hat für die erwarteten Geldbußen der Behörden in den USA und Deutschland eine Milliarde Euro zurückgestellt. Abzüglich der US-Geldbußen bleiben von diesem Betrag noch 400 Millionen Euro für eine Strafe der deutschen Justiz übrig.

Die Münchener Staatsanwaltschaft hat Verfahren wegen Schmiergeldzahlungen und schwarzen Kassen in fünf Unternehmensbereichen angestrengt. Für die schwarzen Kassen in der ehemaligen Telekommunikationssparte hat Siemens bereits eine Buße von 201 Millionen Euro bezahlt. Insgesamt sind in den Jahren 1999 bis 2006 bei Siemens 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen. In Deutschland sind bereits erste ehemalige Siemens-Manager deswegen verurteilt worden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.