Absatzkrise Bosch rechnet mit Gewinneinbruch

Bosch-Chef Franz Fehrenbach rechnet wegen der Absatzkrise auf den Automärkten im laufenden Jahr mit einem Gewinneinbruch. Nun stehen beim weltgrößten Autozulieferer zusätzliche Sparmaßnahmen an.

Stuttgart - "Unser Umsatz wird voraussichtlich leicht unter Vorjahr liegen und wir müssen beim Ergebnis erhebliche Abstriche machen", schreibt Fehrenbach in der Mitarbeiterzeitung "Bosch Zünder". Damit werde der Stuttgarter Konzern seine Ziele für 2008 "weit verfehlen".

Auch für das nächste Jahr stellt sich Bosch auf schwierige Zeiten ein. "Ich rechne nicht mit einem Wachstum", schreibt Fehrenbach. "Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir zusätzliche Sparmaßnahmen ergreifen müssen, um den zunehmenden Ertragsdruck abzufangen."

Zu den Problemen im Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik tragen laut Fehrenbach auch die Strukturprobleme der großen US-Autohersteller bei. Die großen US-Hersteller wie General Motors (GM), Ford und Chrysler sind wichtige Kunden der Stuttgarter. "Selbst auf Wachstumsmärkten wie China, Indien, Brasilien und Russland hat sich das Tempo deutlich verlangsamt", schreibt der Bosch-Chef. Im nächsten Jahr werde "es entscheidend sein, den Spagat zwischen Sparen und investieren zu meistern - selbst wenn es schwierig und schmerzhaft werden wird."

Bosch hatte bereits im November mehrere tausend Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, darunter 400 im Werk Reutlingen-Rommelsbach und 3500 Beschäftigte in Bamberg. Weitere Werke könnten folgen. Derzeit würden in Gesprächen mit dem Betriebsrat die Möglichkeiten durchgespielt, falls sich die Lage nicht bessere, sagte ein Bosch-Sprecher am Freitag.

Außerdem schickt Bosch Zehntausende Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien. Im Stammwerk in Stuttgart-Feuerbach stehen die Bänder von 22. Dezember bis 7. Januar komplett still, sagte der Sprecher. Dies bedeutet eine mehrtägige Zwangspause für 6500 Mitarbeiter an dem Standort. Je nach Fertigungslinie beginnen die Ferien auch schon einige Tage früher oder werden im Januar noch einige Tage verlängert. Auch für andere Werke gebe es ähnliche Planungen. Dies gelte für Standorte, die stark von der Automobilindustrie abhängen, sagte der Sprecher. Der Bereich Maschinenbau und die Thermotechnik seien vom konjunkturellen Abschwung noch nicht so stark betroffen.

"Wir werden von den Herstellern im Wochenrhythmus mit neuen Abrufzahlen konfrontiert", sagte der Sprecher. "Eine Prognose für die nächsten Wochen ist schwierig." Fehrenbach hatte bereits im Sommer die Umsatzprognose von angepeilten plus 5 Prozent zurückgezogen und kein neues Ziel genannt. Bosch hat weltweit rund 270.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn lag beim Rekordwert von 3,8 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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