Chapter 11 Wie US-Gläubigerschutz das Überleben sichern kann

Eine Insolvenz nach "Chapter 11" des US-Insolvenzrechts bedeutet noch nicht das Ende des Unternehmens. Ziel ist im Gegenteil, eine Schonfrist zum Zweck der Sanierung zu schaffen. Ob dieses Verfahren bei US-Autobauern ähnlich erfolgreich sein kann wie bei vielen US-Fluggesellschaften, ist jedoch fraglich.

New York - Das amerikanische Recht sieht zwei Hauptformen der Insolvenz vor. Angeschlagene und hochverschuldete Unternehmen mit Überlebenschancen beantragen in der Regel ein Verfahren nach Kapitel elf des Insolvenzrechts ("Chapter Eleven").

Dieses ermöglicht es ihnen, unter strikter Aufsicht des Insolvenzrichters weiterzuarbeiten und sich zu sanieren. Während dieser Zeit können die Firmen mit den Gläubigern Schuldenreduzierungen aushandeln und den Mitarbeitern Zugeständnisse bei der Bezahlung abringen.

Ziel ist, am Ende gestärkt aus dem Insolvenzverfahren herauszukommen. Viele große US-Fluggesellschaften durchlebten bereits eine Insolvenz mit Gläubigerschutz, so United Airlines und Delta Airlines .

Einige Analysten betonen jedoch, dass sich das Beispiel der US-Fluggesellschaften nicht so leicht auf die US-Autoindustrie übertragen ließe: Während ein Fluggast nur eine zeitlich begrenzte Dienstleistung einer Fluggesellschaft in Anspruch nehme, vertraue ein Autokäufer in das langfristige Fortbestehen des Herstellers und seiner Zulieferer. Ein Autohersteller unter "Chapter 11" dürfte Schwierigkeiten haben, Käufer für seine Modelle zu finden, so die Argumentation.

Zudem wäre sofort die gesamte Zulieferindustrie betroffen. Die zu erwartende Konkurswelle könnte katastrophale Folgen für Konjunktur und Arbeitsmarkt haben. Die Bemühungen der US-Regierung, die Wirtschaft zu stabilisieren, wären konterkariert.

Chapter Seven bedeutet Liquidation

Kapitel sieben oder "Chapter Seven" des Insolvenzgesetzes bezieht sich dagegen auf die "Liquidation" von Unternehmen, die so überschuldet oder schwach sind, dass sie keine Überlebenschancen haben.

Diese werden unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht ernannten Interims-Treuhänders gestellt und aufgelöst. Ihre verbleibenden Vermögenswerte werden verkauft und kommen den Gläubigern zugute.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Chapter 11: US-Konzerne in der Insolvenz

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