US-Hilfspaket gescheitert "Plan B ist der Präsident"

Nach dem Scheitern des Hilfspakets für die US-Autobranche im Senat fordern die Demokraten Präsident Bush zum Handeln auf. Er soll den Autoherstellern kurzfristig Mittel aus dem 700-Milliarden-Dollar-Paket für die Finanzbranche bereitstellen. General Motors hat laut Presseberichten bereits Insolvenzberater engagiert.

Washington - Nachdem das Hilfspaket für die angeschlagene US-Autoindustrie in Höhe von 14 Milliarden Dollar nach einem elfstündigen Verhandlungsmarathon im Senat gescheitert ist, fordern die Demokraten im US-Kongress den noch amtierenden US-Präsidenten George W. Bush zum Einschreiten auf.

Nachdem die republikanischen Parteifreunde von George W. Bush das Gesetz abgelehnt hatten, scheint der scheidende Amtsinhaber im Weißen Haus für viele die letzte Rettung zu sein. "Plan B ist der Präsident", sagte der Demokrat Carl Levin. Auch die demokratische Mehrheitsführerin im Kongress, Nancy Pelosi, verwies auf das Weiße Haus.

Die Demokraten fordern, die Regierung solle den Autoherstellern kurzfristig Mittel aus dem 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die Finanzbranche zur Verfügung stellen. Die sei nun der "einzig gangbare Weg", mahnte Pelosi.

Bush hat die Verwendung von Mitteln bislang stets abgelehnt, sich aber für das Hilfspaket ausgesprochen. Auch sein Nachfolger Barack Obama hatte an die Senatoren appelliert, mit dem Hilfspaket einen verheerenden Domino-Effekt für die gesamte Wirtschaft zu verhindern. Direkt und indirekt hängen bis zu drei Millionen Arbeitsplätze von der US-Autoindustrie ab.

General Motors engagiert Insolvenzberater

Die Senatoren hatten das Hilfsprogramm in der Nacht zu Freitag wegen eines Streits über von den Republikanern geforderte Lohnsenkungen mit 52 zu 35 Stimmen abgelehnt.

Die Autohersteller Chrysler und General Motors (GM) stehen damit vor einem Scherbenhaufen. Der stellvertretende Chrysler Chairman Tom LaSorda und der Finanzchef der ehemaligen Daimler-Tochter, Ron Kolka, erklärten, das Unternehmen werde ab Jahresanfang in Zahlungsschwierigkeiten kommen. "Januar und das erste Quartal sind ein großes Problem für uns", sagte Kolka im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Die Aktien von General Motors  stürzten am Freitag in Frankfurt zweistellig ab.

Der notleidende US-Autobauer General Motors (GM) hat unterdessen nach einem Pressebericht bereits vor einigen Wochen einige der renommiertesten US-Insolvenzberater und -anwälte engagiert. Diese prüften, ob Gläubigerschutz beantragt werden solle, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf Kreise. Allerdings sei Konzernchef Rick Wagoner bislang zurückhaltend gewesen. Er befürchte, dass ein Gläubigerschutz-Antrag mögliche Autokäufer abschrecke.

manager-magazin.de mit Material von ap

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