Mittwoch, 26. Februar 2020

Bankenrettung Neue Garantien für Hypo Real Estate

Der Bund greift der angeschlagenen Hypo Real Estate noch einmal unter die Arme. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds hat den Garantierahmen für den Immobilienfinanzierer zu gleichen Bedingungen und mit gleicher Laufzeit um weitere 10 Milliarden Euro auf nunmehr 30 Milliarden Euro aufgestockt.

München - Die schwer angeschlagene Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) Börsen-Chart zeigen sichert sich weitere Hilfen aus dem Rettungspaket des Bundes. Der Rettungsfonds des Bundes (Soffin) habe den am 21. November gewährten Garantierahmen um zehn Milliarden Euro auf nunmehr 30 Milliarden Euro aufgestockt, teilte das Münchener Finanzinstitut am Dienstagabend mit.

Benötigt weitere Milliardengarantien: Hypo Real Estate bleibt in der Krise
Die Konditionen und Laufzeiten hätten sich dabei nicht geändert. Zudem würden mit der Soffin darüber hinaus Gespräche über umfassende Liquiditäts- und Kapitalunterstützungsmaßnahmen geführt.

Erst Mitte November hatte die HRE mit Hilfe der Soffin ihre Liquidität verbessert. So kann die Bank staatliche Garantien zur Besicherung von auszugebenden Schuldverschreibungen nutzen, die spätestens zum 15. Januar 2009 zur Rückzahlung fällig sind. Die HRE zahlt der Behörde, die den Rettungsfonds verwaltet, früheren Angaben zufolge dafür eine Provision in Höhe von 1,5 Prozent pro Jahr.

Die Vereinbarung ergänzt die bisherigen Hilfen des Bundes und anderer Banken. Die irische HRE-Tochter Depfa Börsen-Chart zeigen hatte den gesamten Konzern Ende September wegen eines Liquiditätsengpasses an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Entstanden waren die Probleme, weil der Staatsfinanzierer angesichts der sich damals verschärfenden Finanzkrise keine kurzfristigen Gelder mehr am Markt aufnehmen konnte, um sein Kreditgeschäft aufrechtzuerhalten. Die HRE kann mittlerweile auf Kreditlinien von 50 Milliarden Euro zurückgreifen.

Im November musste der neue HRE-Chef Axel Wieandt einräumen, dass das Geld wohl nicht ausreicht. "Wir brauchen im vierten Quartal mehr als die 50 Milliarden Euro und sprechen darüber mit der Soffin", hatte er damals gesagt. Die neu geschaffene Behörde zur Stabilisierung der Finanzbranche vergibt Garantien an bedürftige Banken, mit denen diese sich dann Geld von anderen Banken oder am Markt holen können. Auch über eine direkte Finanzspritze verhandelt die HRE. Analysten rechnen angesichts der schwachen Kapitalausstattung mit einem Bedarf von mehreren Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von afp und ap

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