Staatshilfe Hoffnung für Amerikas Autokonzerne

Die US-Autobauer haben offenbar gute Chancen auf Notkredite des amerikanischen Staates in Höhe von 15 Milliarden Dollar. Mit der Summe, an deren Verwendung allerdings scharfe Kontrollen geknüpft werden sollen, könnten die drei großen Autobauer ihre Existenz zumindest bis ins nächste Jahr sichern, glauben Experten.

Washington - Im US-Kongress haben sich Fortschritte bei den Gesprächen über Staatshilfen für die angeschlagene Autoindustrie abgezeichnet. "Ich denke, wir sind sehr, sehr nah dran, der Kammer etwas vorlegen zu können", sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, am Dienstag. Er hoffe, dass das Paket in den kommenden beiden Tagen fertig werde.

Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, sagte allerdings, dass den Abgeordneten noch weitere Arbeit bevorstehe. Auch das Präsidialamt hielt eine Einigung noch am Dienstag für unsicher. Die US-Regierung und die Demokraten im Kongress verhandeln bereits seit Tagen über das Paket von schätzungsweise bis zu 15 Milliarden Dollar, das den Zusammenbruch von Großkonzernen wie Chrysler und der Opel-Mutter General Motors verhindern soll.

Der Chef der US-Notenbank (Fed), Ben Bernanke, zeigte sich unterdessen zurückhaltend gegenüber weiteren Hilfeleistungen der Zentralbank. Die Fed habe den Instituten an der Wall Street zur Seite gestanden, um die Stabilität des Finanzsystems zu sichern. Hilfen für die Autoindustrie wären aber eine Abkehr von der bisherigen Politik der Fed. Dies sei allein Aufgabe des Kongresses, schrieb Bernanke an den Vorsitzenden des Bankenausschusses des Senats, den Demokraten Christopher Dodd.

Die Fed hat in der Finanzkrise gemeinsam mit der Regierung in Washington der ins Taumeln geratenen Branche mehrmals unter die Arme gegriffen. Nach den bisherigen Entwürfen des Rettungspaketes will die US-Regierung die Autohersteller unter strenge Aufsicht stellen und möglicherweise auch Anteile an den Unternehmen beanspruchen.

Im Gespräch sind Aktienoptionen im Gegenwert von mindestens 20 Prozent der Kredite. General Motors, Chrysler und Ford hatten in der vergangenen Woche versucht, den Kongress mit Geschäfts- und Reformplänen zur Freigabe von 34 Milliarden Dollar Hilfsgeldern zu bewegen. Auf dem Spiel stehen neben dem Fortbestand der Traditionskonzerne mehr als 350.000 Arbeitsplätze allein in der Autoindustrie.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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