Finanzkrise Vollbremsung der Weltwirtschaft

Die Weltbank befürchtet die schlimmste Wirtschaftskrise seit der großen Depression vor 80 Jahren. Während die Wirtschaft der reichen Länder im kommenden Jahr schrumpfe, würden Schwellen- und Entwicklungsländer nur noch langsam wachsen. Rund um den Globus drohten Arbeitsplatzverluste.

Washington - Die Weltbank erwartet für 2009 eine Vollbremsung der globalen Wirtschaftsentwicklung. Erstmals seit 26 Jahren werde das Volumen des globalen Handels zurückgehen, hieß es in der am Dienstag in Washington vorgelegten Konjunkturprognose der internationalen Entwicklungsinstitution.

Die Wirtschaft werde weltweit nur um 0,9 Prozent wachsen, wobei vor allem die Schwellenländer mit einem Plus von 4,5 Prozent eine weltweite Wachstumslokomotive seien. Die Wirtschaft der Industriestaaten werde hingegen leicht um 0,1 Prozent schrumpfen.

Zwar habe die Finanzkrise den rasanten Preisanstieg für Rohstoffe gestoppt und umgekehrt, sagte Lin. Stattdessen werde nun das Bankensystem auf eine harte Probe gestellt, während gleichzeitig rund um den Globus Arbeitsplatzverluste drohten. "Die Finanzkrise wird wahrscheinlich in der schwersten Rezession seit den 30er Jahren münden", sagte Weltbank-Chefökonom Justin Lin.

Durch die weltweite Finanzkrise sei der seltene Fall eingetreten, dass eine Rezession in den Industrieländern mit einer akuten Bremsung der Konjunktur in den sich entwickelnden Ländern zusammenfalle, heißt es in dem Gutachten. "Die Weltwirtschaft ist an einem Scheideweg", sagte Lin. "Sie befindet sich im Übergang von einer Phase sehr starken Wachstums in eine Phase beträchtlicher Ungewissheit."

In ihrer vorherigen Prognose im Juni hatte die Weltbank noch ein weltweites Konjunkturplus von 3,0 Prozent im Jahr 2009 prognostiziert.

Der Internationale Währungsfonds geht in seinem Anfang November vorgelegten Weltwirtschaftsausblick derweil von einem weltweiten Wachstum von 2,2 Prozent aus, während die Volkswirtschaften der Industrienationen der Prognose zufolge insgesamt schrumpfen werden. Nach einer Faustregel des Fonds bedeutet ein globales Wachstum von unter drei Prozent, dass die Welt in die Rezession gerutscht ist.

manager-magazin.de mit Material von afp und dpa

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