Staatshilfe für VW-Töchter Druck auf Autobanken nimmt zu

Der Hilferuf der VW-Finanztöchter an den Staat rückt die Autobanken in den Fokus. Auch andere Hersteller denken darüber nach, Bankentöchter unter den Rettungsschirm des Bundes zu schicken. Die Institute haben zunehmend Probleme - einerseits fällt die Refinanzierung schwer, andererseits kauft kaum noch jemand Neuwagen.

Hamburg - Volkswagen  will als erster Autobauer das Rettungspaket der Bundesregierung für seine Finanzdienstleistungs-Tochter in Anspruch nehmen. Volkswagen Financial Services und die Volkswagen Bank hätten beim Rettungsfonds des Bundes (Soffin) einen Garantierahmen zur Refinanzierung von Autokrediten beantragt, sagte ein Sprecher am Dienstag. Angaben zu dessen Größenordnung machte VW nicht.

Nun will die Mercedes-Benz Bank des Autobauers Daimler  die Lage neu prüfen. "Wir halten uns aber alle Optionen offen, um gegenüber dem Wettbewerber keine Nachteile zu erhalten", sagte ein Sprecher in Stuttgart. BMW  denkt weiter über die Inanspruchnahme von Staatshilfen nach, hat aber noch nicht darüber entschieden. Bereits im November war aus Finanzkreisen bekanntgeworden, dass "die ein oder andere Autobank" bei der Soffin vorgefühlt hat, um Chancen auf Staatshilfen auszuloten.

Für die Institute ist es in den vergangenen Monaten schwieriger geworden, an Geld zu kommen, um Kredite und Leasingangebote zu refinanzieren. Wegen des schwachen Fahrzeugabsatzes lassen sich die als Folge der Finanzkrise und der Zurückhaltung der Banken gestiegenen Refinanzierungskosten auch nicht an die Kunden weiterreichen. Daher sind die Institute stärker denn je auf die Finanzierung durch ihre Mutterkonzerne angewiesen - denen aber gerade das Kerngeschäft zusammenbricht.

Europas größter Autobauer Volkswagen hatte vor kurzem zur Refinanzierung der VW-Bank mehrere mit Autokrediten unterlegte ABS-Anleihen über insgesamt 2,8 Milliarden Euro begeben. Mit den Papieren wollte sich Volkswagen über das Tenderverfahren der Europäischen Zentralbank (EZB) Liquidität verschaffen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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