Krisenticker Kalifornien droht Investitionsstopp

Der US-Bundesstaat Kalifornien muss möglicherweise öffentliche Investitionen streichen. Die Hypo Real Estate erhält zusätzliche Unterstützung des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung. Und die deutsche Großchemie fährt die Produktion herunter. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.30 Uhr: Kalifornien muss nach Angaben des Finanzministeriums möglicherweise bereits in der kommenden Woche zahlreiche öffentliche Investitionen stoppen. Grund sei die Kreditklemme im Land. "Der Bau von Schnellstraßen, Bauarbeiten an Schulen und andere grundlegende Investitionen in den kalifornischen Gemeinden müssen dann verschoben oder können nie begonnen werden", warnte Bill Lockyer, Finanzminister unter Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

22 Uhr: Belastet von der Gewinnwarnung des Post-Konkurrenten FedEx und weiteren schlechten Unternehmensnachrichten haben die US-Börsen am Dienstag im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte sank um 2,7 Prozent auf 8691 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor rund 1,6 Prozent auf 1547 Punkte.

21 Uhr: Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) hat den Garantierahmen für die angeschlagene Hypo Real Estate (HRE)  aufgestockt. Der gewährte Rahmen sei zu gleichen Bedingungen und mit gleicher Laufzeit von 20 Milliarden auf 30 Milliarden Euro angehoben worden, teilte der Immobilienfinanzierer mit. HRE und Soffin befänden sich zudem weiter in Gesprächen über Liquiditäts- und Kapitalhilfen.

20.15 Uhr: Deutschlands Chemieriesen treten wegen schwachen Absatzes auf die Bremse. "Wir werden bis Anfang Januar 2009 in ungefähr einem Drittel der 45 deutschen Betriebe die Produktion herunterfahren", sagte ein Sprecher des MDax-Konzerns Lanxess  der "Financial Times Deutschland". Auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer  habe inzwischen die Herstellungsmengen gesenkt, berichtet die Zeitung. BASF  hatte seine Produktion bereits zuvor gedrosselt.

19.40 Uhr: Die Hoffnungen des Chipherstellers Qimonda (Kurswerte anzeigen) auf Hilfen des Bundeslandes Sachsen sind gedämpft worden. "Den Möglichkeiten des Freistaates, einzelne Unternehmen gegen Marktschwankungen zu schützen, sind Grenzen gesetzt", sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Dienstag. Die Mikroelektronik sei aber von herausragender Bedeutung für Innovation, Beschäftigung und Wachstum. Qimonda steckt derzeit in großen Schwierigkeiten.

18.55 Uhr: Die schwer angeschlagenen US-Autokonzerne können auf keine Hilfen der US-Notenbank hoffen. Fed-Chairman Ben Bernanke hat in einem Schreiben an den Senator Christopher Dodd eine ablehnende Haltung gegenüber diesem Vorschlag eingenommen. Fragen der Industriepolitik sollten am besten im US-Kongress geregelt werden, erklärte der oberste US-Währungshüter in dem Brief, der am Dienstag veröffentlicht wurde

18.30 Uhr: Die Weltbank befürchtet als Folge der weltweiten Finanz- und Kreditmisere die schlimmste Wirtschaftskrise seit der großen Depression vor 80 Jahren. "Die Finanzkrise wird wahrscheinlich in der schwersten Rezession seit den 30er Jahren münden", sagte Weltbank-Chefökonom Justin Lin am Dienstag bei der Vorstellung des Weltwirtschaftsausblicks der Entwicklungshilfeorganisation. Die Weltbank erwartet demnach für nächstes Jahr ein globales Wachstum von nur noch 0,9 Prozent nach 2,5 Prozent 2008. Damit fällt die Prognose deutlich düsterer aus als die des Internationalen Währungsfonds, der Schwesterorganisation der Weltbank.

17.45 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) kann seine Gewinne nicht komplett verteidigen und schließt mit 4779 Punkten (plus 1,3 Prozent).

17.25 Uhr: Einer der weltweit größten Autozulieferer Delphi schickt wegen der Absatzflaute in der Automobilindustrie jetzt in Deutschland Mitarbeiter in die Kurzarbeit. "Auch wir führen bereits an ersten Standorten Kurzarbeit ein und sprechen über weitere Maßnahmen mit den entsprechenden Gremien", sagte der Deutschlandchef von Delphi, Michael Gassen, dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Die deutsche Tochter des US-Unternehmens Delphi Deutschland GmbH hat ihren Firmensitz in Wuppertal und beschäftigt rund 5200 Mitarbeiter an 19 Standorten.

17.15 Uhr: Der Mehrheitsführer im US-Senat, Harry Reid, hofft in den kommenden beiden Tagen auf eine Fertigstellung des 15 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets für die Autobranche. "Ich denke, wir sind sehr, sehr nah dran, der Kammer im Laufe des Tages etwas vorlegen zu können", sagte Reid am Dienstag. Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, sagte allerdings, dass den Abgeordneten noch weitere Arbeit bevorstehe. Das Präsidialamt erklärte, dass eine Einigung noch am Dienstag unsicher sei.

Fedex-Gewinnwarnung belastet Märkte

16.00 Uhr: Die Pleite des US-Medienkonzerns Tribune betrifft offenbar auch die Deutsche Bank , da die Frankfurter dem US-Konzern Branchenkreise zufolge Kredite gewährt haben. Die Deutsche Bank erwartet Finanzkreisen zufolge jedoch keine Belastungen aus der Tribune-Pleite, da man die Kredite entsprechend abgesichert habe. Das US-Magazin "Editor & Publisher" hatte in seiner Online-Ausgabe berichtet, die Deutsche Bank habe Tribune Kredite in Höhe von 737,5 Millionen Dollar gewährt, denen nun ein Zahlungsausfall drohe. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Tribune Company, zu der Zeitungen wie "Los Angeles Times" und "Chicago Tribune" gehören, hatte am Montag einen Insolvenzantrag gestellt. Auf dem Konzern lasten rund 13 Milliarden Dollar Schulden.

15.30 Uhr: Die US-Aktienmärkte starten mit klaren Verlusten in den Handel. Auf dem Markt lasteten vor allem die Gewinnwarnung des Logistikkonzerns Fedex  und die angekündigten Sparmaßnahmen beim japanischen Elektronikriesen Sony . Das Unternehmen will 16.000 Stellen weltweit streichen.

Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte fiel in den ersten Handelsminuten um 1,4 Prozent auf 8805 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500  verlor 1,6 Prozent auf 895 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  sank um 1,4 Prozent auf 1549 Punkte.

15.20 Uhr: Die weltweite Rohstahlproduktion wird nach Einschätzung der Marktforschungsfirma MEPS in diesem Jahr erstmals seit zehn Jahren zurückgehen und auch 2009 weiter absacken. Nach vorläufigen Berechnungen sei 2008 mit einem leichten Rückgang der Produktion im Vergleich zum Vorjahr auf 1,34 Milliarden Tonnen zu rechnen, teilte MEPS am Dienstag in London mit. In den acht Monaten bis Ende August war noch ein Plus von 6,1 Prozent angefallen.

15 Uhr: Die kanadische Zentralbank hat den Leitzins um einen dreiviertel Prozentpunkt auf 1,5 Prozent gesenkt. Das ist der tiefste Stand seit rund einem halben Jahrhundert. Wie die Notenbank am Dienstag mitteilte, steht die Wirtschaft des Landes an der Schwelle zur Rezession. Man werde alle Entwicklungen beobachten und dann entscheiden, ob weitere Zinsschritte nötig seien, hieß es im Begleitkommentar zu dem Zinsbeschluss.

14.30 Uhr: Die russische Wirtschaft ist wegen der Finanzkrise und des fallenden Ölpreises im dritten Quartal so langsam gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt des legte im dritten Quartal um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie das nationale Statistikamt am Dienstag mitteilte. Das Wirtschaftsministerium war für den Zeitraum von einem Anstieg von 7,1 Prozent ausgegangen. Von der Konjunkturlokomotive zur -bremse entwickelte sich der Rohstoffsektor. Als erste Ratingagentur seit einem Jahrzehnt stufte Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des Landes am Montag herunter.

Lange Werksferien in Wolfsburg

13.40 Uhr: Der Autobauer Volkswagen (Kurswerte anzeigen) dehnt angesichts der Absatzflaute seine Weihnachtsferien aus. In den deutschen Werken werde die Pause im Vergleich zum Vorjahr um fünf Tage verlängert, sagte Personalvorstand Horst Neumann am Dienstag auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg. Um nicht auf Halde zu produzieren, werde die Produktion vom 18. Dezember bis zum 11. Januar ruhen. Zudem will der Konzern bei Ausgaben und Investitionen, "die nicht direkt produktbezogen sind", auf die Bremse treten.

Volkswagen wird nach Einschätzung von Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh seine Absatzziele in den nächsten zwei Jahren verfehlen. "Die Finanzkrise wird uns daran hindern, die ursprünglichen Wachstumsziele in den nächsten zwei Jahren nach Fahrplan zu erreichen", sagte Osterloh. Zuvor hatten bereits Wettbewerber wie Daimler , BMW  und Opel die Bänder angehalten oder längere Zwangspausen angekündigt. Bislang hält sich der Wolfsburger Konzern im Branchenvergleich gut. Der Autoabsatz ist weniger geschrumpft als bei den Wettbewerbern.

Auch im Pkw-Werk Rastatt des Daimler-Konzerns (Kurswerte anzeigen) wird es im kommenden Jahr Kurzarbeit geben. Wie Daimler am Dienstag in Stuttgart erklärte, werde dort vom 12. Januar bis Ende Februar kurz gearbeitet. Es werde die Vier- und Drei-Tage-Woche geben. In badischen Rastatt sind aktuell 6100 Mitarbeiter beschäftigt. Davon werden rund vier Fünftel von der Kurzarbeit betroffen sein. Dort wird die A- und B-Klasse gebaut. Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte am Montag bekanntgegeben, dass zu Beginn des neuen Jahres im Pkw-Werk Sindelfingen für knapp drei Monate kurz gearbeitet wird.

13.30 Uhr: Die lettische Wirtschaft ist im dritten Quartal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Das gab die nationale Statistikbehörde des baltischen Staats am Dienstag bekannt. Damit ist Lettland, das jahrelang mit den größten Wachstumsraten in der Europäischen Union glänzte, zum Schlusslicht degradiert. Die Regierung hat Notkredite des Internationalen Währungsfonds und der EU von bis zu fünf Milliarden Euro beantragt, muss dafür aber sein Staatsdefizit auf unter 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen. Lettland ist vor allem durch einen Wertverfall seiner Landeswährung Lats in Bedrängnis geraten. Im November verstaatlichte die Regierung die Parex-Bank, das größte Finanzinstitut des Landes.

12.22 Uhr: Die Finanztöchter von Volkswagen wollen das Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen. Volkswagen Financial Services und die VW Bank hätten beim Rettungsfonds des Bundes Soffin einen Garantierahmen zur Refinanzierung von Autokrediten beantragt, sagte ein Sprecher am Dienstag in Braunschweig. Zur Größenordnung machte er keine Angaben.

Es geht um die Refinanzierung von Autokrediten, die auf dem Kapitalmarkt angesichts der weltweiten Finanzkrise immer schwieriger geworden ist. Nun will die Mercedes-Benz Bank des Autobauers Daimler  die Lage neu prüfen. "Wir wollen keine Nachteile erleiden", sagte ein Sprecher in Stuttgart. BMW (Kurswerte anzeigen) denkt weiter über die Inanspruchnahme von Staatshilfen nach, hat aber noch nicht darüber entschieden. Bereits im November war aus Finanzkreisen bekanntgeworden, dass "die eine oder andere Autobank" beim Soffin vorgefühlt hat, um Chancen auf Staatshilfen auszuloten.

11.30 Uhr: Wegen der angespannten finanziellen Lage sucht der Autobauer Opel auch nach kleinsten Einsparmöglichkeiten. Opel wird die Betriebsrenten für rund 40.000 Rentner von April 2009 an vier Wochen später auszahlen. Das sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Rüsselsheim und bestätigte damit einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Die Umstellung der Auszahlung vom Monatsanfang aufs Monatsende verschafft dem Autobauer finanziell Luft, weil das Geld vier Wochen länger in der Unternehmenskasse bleibt. Laut Zeitung spart Opel einmalig 20 Millionen Euro, diese Zahl kommentierte das Unternehmen nicht.

Konjunkturerwartungen der Finanzexperten hellen sich auf

11.10 Uhr: Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich im Dezember erneut überraschend aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien im Vergleich zum Vormonat um 8,3 Punkte auf minus 45,2 Punkte gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf minus 55,0 Punkte gerechnet. Die Konjunkturerwartungen liegen damit aber weiter unter ihrem historischen Mittelwert von 26,8 Punkten.

Schlechter schätzten die vom ZEW befragten Finanzexperten die aktuelle Lage ein. So sank der entsprechende Index von minus 50,4 im November auf minus 64,5 Punkte. Die aktuelle Lageeinschätzung notiert damit gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2005.

11 Uhr: Der Dax hat seine Anfangsverluste komplett wieder aufgeholt und notiert um 11 Uhr 0,1 Prozent im Plus. Vor allem die Gewinne bei BMW, Daimler und VW stützen den Index. Kurz vor Jahresende greifen einige Anleger auch aus steuerlichen Gründen zu - diese Rechnung geht aber nur auf, wenn der Dax im kommenden Jahr nicht deutlich unter die Marke von 4000 Zählern fällt.

10.10 Uhr: Der im Dax  notierte Düngemittelhersteller K+S (Kurswerte anzeigen) fährt sein Angebot angesichts der zurückgehenden Nachfrage aus der Landwirtschaft und fallender Rohstoffpreise zurück. Die Drosselung der Kaliproduktion werde auf das 1. Halbjahr 2009 ausgedehnt, teilte das Kasseler Unternehmen mit. An einigen Standorten werde Kurzarbeit angeordnet. Bereits am Morgen hatte ein Sprecher bestätigt, dass im hessischen Werk Neuhof (Landkreis Fulda) mit 700 Beschäftigten eine vierwöchige Zwangspause eingelegt werde. Im 2. Halbjahr sollte sich die Nachfrage nach Kaliprodukten wieder spürbar beleben, hieß es.

10 Uhr: Die Einlagen der Banken des Euroraums bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sind leicht gesunken, aber weiterhin auf hohem Niveau. Über Nacht seien rund 243,89 (Vortag: 250,5) Milliarden Euro angelegt worden, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit. Die Ausleihungen der Banken über die Spitzenrefinanzierung sanken auf 1,783 (1,955) Milliarden Euro. Der Umfang der Einlagen und Ausleihungen ist ein Spiegel der Spannungen an den Geldmärkten. Besonders hohe Werte signalisieren starke Spannungen. Denn generell meiden die Banken die Möglichkeit, direkt bei der EZB über Nacht Einlagen oder Ausleihungen zu tätigen, da die Zinssätze für diese Geschäfte ungünstig sind.

9.30 Uhr: Dacia, die rumänische Tochter von Renault , wird ihre Automobilproduktion ab dem 11. Dezember für einen Monat unterbrechen. Danach soll die Fertigung von 1.360 Fahrzeugen je Tag auf 1085 gesenkt werden, teilte Dacia mit. Hintergrund der Maßnahmen seien hohe Fahrzeugbestände und der deutliche Nachfragerückgang in Rumänien. So sei die Nachfrage nach Neufahrzeugen in dem Land im November um 50 Prozent eingebrochen. Bei Dacia verringerten sich die Verkäufe um 52 Prozent. Das Unternehmen führt dies unter anderem auf den begrenzten Kreditzugang der Konsumenten zurück. 70 Prozent aller Neuwagen werden laut Dacia über Kredit oder Leasing finanziert.

Britischer Häusermarkt auf 30-Jahres-Tief

9.20 Uhr: Die Zahl der abgeschlossenen Hausverkäufe in Großbritannien ist im November auf ein 30-Jahres-Tief gefallen. Der entsprechende Indikator des Berufsverbands für Immobilienfachleute (RICS) sei von 10,9 auf 10,6 gefallen und notiere damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1978, teilte der Verband am Dienstag in London mit. Die Hausverkäufe seien im Jahresvergleich um 55 Prozent eingebrochen. Der saisonal bereinigte Indikator für die Hauspreise zeige mit minus 76,5 (Vormonat: minus 81,0) zwar eine leichte Verbesserung, zeige aber insgesamt die weiterhin niedergeschlagene Stimmung am Hausmarkt. Die RICS erhebt die Daten in einer Umfrage unter ihren mehr als 100.000 Mitgliedern.

9 Uhr: Der Aktienhandel an der Frankfurter Börse beginnt mit Verlusten. Der deutsche Leitindex Dax  verliert in den ersten Handelsminuten 1,7 Prozent auf 4637 Punkte. Für den Mittelwerteindex MDax  geht es ebenfalls um 1,7 Prozent nach unten auf 5166 Zähler, der Technologieindex TecDax  verliert 4 Prozent und notiert bei 473 Punkten.

8.30 Uhr: Nach einem öffentlichen Aufschrei verzichtet die Spitze der US-Bank Merrill Lynch (Kurswerte anzeigen) in diesem Jahr auf Bonuszahlungen. Bankchef John Thain und vier weitere Topmanager des Instituts hätten den Verwaltungsrat darum gebeten, teilte die Bank am Montag (Ortszeit) mit. Das Gremium habe dem stattgegeben. Das "Wall Street Journal" hatte vor der Sitzung berichtet, Thain wolle einen Bonus von zehn Millionen Dollar. In dem Bericht hatte es geheißen, Thain denke, er verdiene einen Bonus, obwohl die Bank in diesem Jahr fast pleite gegangen wäre. Ex-Chef der New Yorker Börse steht seit Ende 2007 an der Spitze von Merrill Lynch. Die Bank war Mitte September angesichts eines drohenden Bankrotts unter das Dach der Bank of America  geflüchtet.

8.10 Uhr: Die Wirtschaftskrise hat im Oktober erste deutliche Spuren im deutschen Export hinterlassen. Deutschland führte nur noch Waren im Wert von 89,7 Milliarden Euro aus, das waren 0,5 Prozent weniger als im September, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im September hatte der Export im Vergleich zum August noch um 0,7 Prozent zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten die deutschen Ausfuhren im Oktober ein relativ kleines Plus von 1,4 Prozent. Im September hatte der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat noch 6,9 Prozent betragen.

Der Überschuss sei von 15,0 Milliarden Euro im Vormonat auf 16,4 Milliarden Euro geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Volkswirte hatten mit einem Überschuss von 14,0 Milliarden Euro gerechnet. Im entsprechenden Vorjahresmonat hatte der Überschuss noch bei 18,9 Milliarden Euro gelegen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss im Oktober bei 15,8 Milliarden Euro.

Auch Chinas Exporte gingen erstmals seit sieben Jahren zurück. Die Bekanntgabe der offiziellen Zahlen für November wird an diesem Mittwoch erwartet, doch berichtete die Zeitung "21st Century Business Herald" bereits, dass der Wert der Ausfuhren auf etwas mehr als 100 Milliarden US-Dollar gesunken sei. Der Abschwung habe die chinesische Führung alarmiert. Der bekannte Wirtschaftsexperte und Berater der Zentralbank, Fan Gang, bestätigte am Dienstag in Peking auf einem Wirtschaftsforum den Rückgang der Ausfuhren im November. "Das industrielle Wachstum wird um die 5 Prozent liegen und das Exportwachstum negativ sein", wurde Fan Gang zitiert. China ist seit Jahren zweitgrößte Exportnation der Welt hinter Deutschland. In diesem Jahr wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

8 Uhr: Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag an den sehr festen Wochenauftakt angeknüpft. Im Kielwasser der weiteren Kursgewinne an der Wall Street seien die Indices gestiegen, das Plus sei aber durch den festeren Yen und einsetzende Gewinnmitnahmen limitiert worden, sagten Händler. Der Nikkei-225-Index  legte um 0,8 Prozent auf 8396 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix stieg um 0,7 Prozent auf 818 Zähler.

Japans Wirtschaft schrumpft um 1,8 Prozent

7.40 Uhr: Der japanische Elektronikriese Sony  streicht wegen der globalen Wirtschaftskrise weltweit 8000 Stellen im Elektronikgeschäft. Die Stellen sollen bis zum Ende des kommenden Geschäftsjahres, das am 1. April 2009 beginnt, wegfallen, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Ende September beschäftigte Sony weltweit noch 160.000 Mitarbeiter in dem von der Krise besonders hart getroffenen Elektronikbereich.

Die bislang geplanten Investitionen in der Sparte sollen zum kommenden Geschäftsjahr um 30 Prozent gekürzt werden. Auf diese Weise will Sony mehr als 100 Milliarden Yen (340 Millionen Euro) einsparen. Der Playstation-Hersteller hatte kürzlich seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr drastisch zusammengestrichen.

7.30 Uhr: Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S (Kurswerte anzeigen) wird in seinem Werk in Neuhof (Landkreis Fulda) über den Jahreswechsel eine vierwöchige Betriebsruhe einlegen. Von dem Zwangsurlaub sind alle 700 Mitarbeiter betroffen. Das bestätigte ein Sprecher des Dax-Konzerns in Kassel. Erst am 19. Januar solle das Werk die Arbeit wieder aufnehmen. "Damit fangen wir Überkapazitäten auf, die durch die gedrosselte Produktion auftreten", erklärte Ulrich Göbel, Pressesprecher von K+S in Kassel. Eine vergleichbar lange Schließung habe es "in den vergangenen zwölf bis 15 Jahren" nicht gegeben.

Ende Oktober hatte K+S angekündigt, die Kaliproduktion bis zum Jahresende um 400.000 Tonnen zu drosseln. Weltweit gehe die Nachfrage der Landwirtschaft nach Dünger wegen der Finanzkrise stark zurück. Entlassungen und Kurzarbeit stünden in Neuhof nicht zur Diskussion, sagte der Sprecher. An anderen Standorten werde allerdings über Kurzarbeit nach der Betriebsruhe nachgedacht.

7 Uhr: Die japanische Wirtschaft steckt tiefer in der Rezession als zunächst ermittelt. Nach revidierten Berechnungen der Regierung schrumpfte die Wirtschaft zwischen Juli und September um real 1,8 Prozent statt der zuvor berechneten 0,4 Prozent, wie am Dienstag bekanntgegeben wurde. Damit sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt im zweiten Quartal in Folge. Dies ist die am häufigsten verwendete Definition einer Rezession. Im Vorquartal war Japans Wirtschaft um 0,5 Prozent geschrumpft. Die Unternehmensinvestitionen gingen im Berichtsquartal um real 2 Prozent zurück, während die Konsumausgaben um 0,3 Prozent stiegen.

3.40 Uhr: In den USA gibt es weiter keine Einigung auf Finanzhilfen für die angeschlagenen Autohersteller General Motors , Ford  und Chrysler. Präsident George W. Bush äußerte am Montag Bedenken gegen den aus dem Lager seines gewählten Nachfolgers Barack Obama vorgelegten Hilfsplan mit einem Volumen von rund 15 Milliarden Dollar. Bush stellte zudem die Überlebensfähigkeit der angeschlagenen Konzerne in Frage.

Die Demokratische Partei hatte nach dreitägigen Verhandlungen ihren Entwurf für ein Rettungspaket an das Präsidialamt geleitet. Demnach sollen Notfallkredite verlängert werden. Zentrale Entscheidungen zur Restrukturierung sollen der Bush-Nachfolgeregierung unter Obama überlassen werden. Dem Entwurf der Demokraten zufolge sollen durch die Hilfen 355.000 Arbeitsplätze bei den Autoherstellern und weitere 4,5 Millionen Stellen bei Zulieferern sichern.

1.40 Uhr: Der Expressdienst Fedex  hat angesichts der Wirtschaftsabschwächung in den USA eine Gewinnwarnung ausgegeben. Fedex rechne für das bis Ende Mai laufende Geschäftsjahr nun noch mit einem Gewinn zwischen 3,50 und 4,75 Dollar pro Aktie, nach bislang vorhergesagten 4,75 bis 5,25 Dollar, teilte der Konzern am Montag nach Börsenschluss mit. Der gesunkene Ölpreis könne die erwarteten Auswirkungen der "drastisch schwächeren makroökonomischen Bedingungen" nicht ausgleichen, hieß es. Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal lag der Gewinn mit 1,58 Dollar pro Aktie indes um sieben Cent über den Erwartungen von Analysten. Die Fedex-Aktie verlor nachbörslich dennoch rund 11 Prozent.

Die Wettbewerberin Deutsche Post  will nach jahrelangen Verlusten im US-Expressgeschäft in den USA insgesamt rund 15.000 Mitarbeiter der Tochter DHL entlassen. Der Konzern will auf sein inneramerikanisches Verteilnetz verzichten und die USA künftig nur noch als Drehscheibe für den internationalen Express-Verkehr nutzen. Der Umbau kostet die Post rund 3,9 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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