Samstag, 19. Oktober 2019

Autoindustrie Absatz bricht zweistellig ein

Der Autoabsatz in Deutschland ist im November zweistellig zurückgegangen. Zulieferer berichten von Auftragseinbrüchen, die bis zu 40 Prozent betragen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos schließt spezielle Hilfen für die Branche nicht aus.

Berlin - Immer mehr Automobilzulieferer und -händler fürchten angesichts massiver Geschäftseinbrüche um ihre Existenz. "In meinen Augen ist die Lage besorgniserregend", sagte Wirtschaftsminister Michael Glos nach einem mehrstündigen Gespräch mit Branchenvertretern am Montag in Berlin.

Auf Halde: Autohersteller setzen auch in Deutschland weniger Wagen ab
Händler und Zulieferer hätten von einem immer rasanteren Abwärtstrend gesprochen. Deshalb schloss Glos spezielle Hilfen für die Branche nicht aus, ohne jedoch konkrete Zusagen zu machen.

Sowohl Glos als auch die Branche beklagten, dass sich viele Banken und Kreditversicherer aus dem Autogeschäft zurückzögen. Die Krise am Automarkt dürfte Glos zufolge bald auf den gesamten Arbeitsmarkt durchschlagen.

Der deutsche Automarkt ist nach Einschätzung des Importeurverbandes VDIK im November weiter eingebrochen. Die Pkw-Neuzulassungen seien um einen zweistelligen Prozentsatz gesunken, sagte ein Verbandssprecher. Andere europäische Länder meldeten ebenfalls dramatische Einbrüche. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, sprach von Auftragseinbrüchen bei den Zulieferern und Händlern in Größenordnungen von zuletzt 20, 30, oder gar 40 Prozent.

In Hinblick auf Antworten der Politik verwies Glos auf das gerade erst beschlossene Konjunkturpaket der Regierung. Das sieht unter anderem vor, dass die staatliche Förderbank KfW den Hausbanken den überwiegenden Teil des Risikos für Kredite an mittelständische Unternehmen abnimmt.

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