GM-Krise NRW-Bürgschaft für Opel rückt näher

Der angeschlagene Autobauer Opel kann sich Hoffnung auf eine rasche Bewilligung von Staatsbürgschaften in Nordrhein-Westfalen machen. Zugleich schließt der Betriebsrat des Autokonzerns eine Trennung von der US-Konzernmutter General Motors nicht mehr aus.

Düsseldorf - "Zurzeit wird fieberhaft an den Unterlagen für die Bürgschaft gearbeitet", sagte die Düsseldorfer Wirtschaftsministerin Christa Thoben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Neben Nordrhein-Westfalen treffen auch Hessen und Rheinland-Pfalz Vorbereitungen für eine größere Staatsbürgschaft für Opel.

Ministerin spricht von Schutzwall für Opel

Die Fachleute ihres Ministeriums seien "dabei, einen Schutzwall aufzubauen, der dafür sorgt, dass der Kredit nicht in die USA abfließt", erklärte Thoben weiter. Sie begrüße das Positionspapier der IG Metall zur Sicherung des Opel-Werks in Bochum. Darin hatte es geheißen, der Standort benötige eine Bürgschaft für einen Investitionskredit von 420 Millionen Euro.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen erwartet derweil, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück in der Opel-Krise den gewählten US-Präsidenten Barack Obama einschalten. "Natürlich muss es eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten geben. Dazu gehört sicherlich auch das Gespräch der führenden Vertreter beider Regierungen", sagte Linssen der "Rheinischen Post". Die Auswirkungen eines Scheiterns von Opel schätzt der CDU-Politiker mehr als dramatisch ein. "Wir sind eins der stärksten Automobil-Länder und von daher möchte ich mir solche Auswirkungen eigentlich gar nicht vorstellen", sagte er.

Betriebsrat hält Trennung von GM für möglich

Unterdessen sagte der Chef des Bochumer Betriebsrats, Rainer Einenkel, der "Rheinischen Post": "Man sollte sich darauf vorbreiten, dass sich GM von Opel trennen könnte." Er halte dies nicht für ausgeschlossen. Beide Unternehmen sind allerdings auf das Engste miteinander verwoben. Etwa 80 Prozent des Europageschäfts von GM entfällt auf die Marke Opel. Nach bislang unbestätigten Pressebeerichten erwägt GM die Trennung von vier Marken, um an milliardenschwere Regierungskredite zu gelangen. Dazu zählten Pontiac, Saab, Saturn und Hummer - Opel wurde in dem Bericht nicht genannt.

GM droht bereits im ersten Halbjahr 2009 das Geld auszugehen. "Wenn die Bürgschaften nicht rechtzeitig zustande kommen oder GM in den USA tatsächlich Insolvenz anmelden muss, ist alles denkbar", sagte auch der stellvertretende Bochumer Betriebsratsvorsitzende, Franco Biagiotti, am Freitag der AP. "Dann dürften die Karten mit Sicherheit neu gemischt werden".

Der tief in der Krise steckende US-Autokonzern General Motors hatte am Donnerstag deutliche Einsparungen bei den Beschäftigten seiner deutschen Tochter angekündigt. Durch kürzere Arbeitszeiten und geringere Gehälter sollen die Arbeitskosten um mindestens zehn Prozent gesenkt werden. Von Stellenabbau ist bislang nicht die Rede. Der Betriebsrat wies die Forderungen umgehend zurück.

manager-magazin.de mit Material von ap

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