Donnerstag, 23. Mai 2019

Commerzbank/Allianz Der Dresdner-Deal ist gerettet

Die Commerzbank übernimmt schon im Januar 100 Prozent der Dresdner Bank. Sie zahlt mehr in bar, weniger in eigenen Aktien. Der Kaufpreis wird jetzt auf fünf Milliarden statt ursprünglich geplanter neun Milliarden Euro taxiert. Die Allianz bekommt weniger Einfluss im neuen fusionierten Bankhaus.

Frankfurt/Main - Wie die Commerzbank Börsen-Chart zeigen am späten Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, hat sich der Münchner Versicherungsriese Allianz Börsen-Chart zeigen mit der Commerzbank auf den beschleunigten Fahrplan geeinigt. Er sieht vor, dass die Commerzbank bereits im Januar 2009 zu 100 Prozent die Dresdner Bank übernimmt.

Halber Preis: Ursprünglich wollte die Commerzbank die Dresdner Bank in zwei Schritten übernehmen für insgesamt 9,8 Milliarden Euro. Jetzt wird daraus ein Schritt und die Transaktion wird nur noch ein Volumen von 5,1 Milliarden Euro haben, rechnet die Coba vor.
DDP
Halber Preis: Ursprünglich wollte die Commerzbank die Dresdner Bank in zwei Schritten übernehmen für insgesamt 9,8 Milliarden Euro. Jetzt wird daraus ein Schritt und die Transaktion wird nur noch ein Volumen von 5,1 Milliarden Euro haben, rechnet die Coba vor.

"Wir beschleunigen die Übernahme und sichern eine schnelle Integration", sagte der Vorstandschef Martin Blessing laut der Mitteilung. "In den nach wie vor nervösen Finanzmärkten stellen wir so frühzeitig die uneingeschränkte Handlungsfähigkeit her."

Ende August hatte die Commerzbank angekündigt, der Allianz die Dresdner Bank in zwei Schritten abzukaufen. Zunächst wollte sie nur 60 Prozent der Konkurrentin übernehmen, der Rest sollte in einem zweiten Schritt bis Ende 2009 unter Dach und Fach gebracht werden. Dieser Schritt wird jetzt vorgezogen, die Übernahme soll in einem einzigen Vorgang über die Bühne gehen.

Börse hatte den Wert des Deals bereits halbiert

Zudem zahlt die Commerzbank Börsen-Chart zeigen den Großteil der Dresdner Bank in bar und nicht in Aktien. Der geringere Kaufpreis wird in einer Präsentation für Investoren vorgerechnet: Danach bewertet die Commerzbank das Gesamtvolumen der Transaktion nun mit 5,124 Milliarden Euro, statt ursprünglich 9,792 Milliarden Euro.

Diese Rechnungen stehen und fallen jedoch mit dem Aktienkurs der Commerzbank. Im August hatte man noch 20,80 Euro veranschlagt. Im Zuge der Finanzmarktkrise ist das Papier aber zwischenzeitlich bis auf 5,25 Euro abgestürzt, derzeit notiert es bei rund 7,40 Euro. Die ursprüngliche Regelung hätte die Commerzbank nach derzeitigen Preisen etwa 5,7 Milliarden Euro gekostet.

Die Ersparnis resultiert allein daraus, dass ein Risikoschirm für möglicherweise faule Kreditpapiere (Asset-backed Securities, ABS) der Dresdner Bank nun nicht mehr geplant ist. Dafür hätte die Commerzbank bis zu 975 Millionen Euro beitragen sollen, zahlt jetzt aber nur 250 Millionen Euro als Kaufpreis für die ABS an die Allianz.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung