Commerzbank/Allianz Der Dresdner-Deal ist gerettet

Die Commerzbank übernimmt schon im Januar 100 Prozent der Dresdner Bank. Sie zahlt mehr in bar, weniger in eigenen Aktien. Der Kaufpreis wird jetzt auf fünf Milliarden statt ursprünglich geplanter neun Milliarden Euro taxiert. Die Allianz bekommt weniger Einfluss im neuen fusionierten Bankhaus.

Frankfurt/Main - Wie die Commerzbank  am späten Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, hat sich der Münchner Versicherungsriese Allianz  mit der Commerzbank auf den beschleunigten Fahrplan geeinigt. Er sieht vor, dass die Commerzbank bereits im Januar 2009 zu 100 Prozent die Dresdner Bank übernimmt.

Halber Preis: Ursprünglich wollte die Commerzbank die Dresdner Bank in zwei Schritten übernehmen für insgesamt 9,8 Milliarden Euro. Jetzt wird daraus ein Schritt und die Transaktion wird nur noch ein Volumen von 5,1 Milliarden Euro haben, rechnet die Coba vor.

Halber Preis: Ursprünglich wollte die Commerzbank die Dresdner Bank in zwei Schritten übernehmen für insgesamt 9,8 Milliarden Euro. Jetzt wird daraus ein Schritt und die Transaktion wird nur noch ein Volumen von 5,1 Milliarden Euro haben, rechnet die Coba vor.

Foto: DDP

"Wir beschleunigen die Übernahme und sichern eine schnelle Integration", sagte der Vorstandschef Martin Blessing laut der Mitteilung. "In den nach wie vor nervösen Finanzmärkten stellen wir so frühzeitig die uneingeschränkte Handlungsfähigkeit her."

Ende August hatte die Commerzbank angekündigt, der Allianz die Dresdner Bank in zwei Schritten abzukaufen. Zunächst wollte sie nur 60 Prozent der Konkurrentin übernehmen, der Rest sollte in einem zweiten Schritt bis Ende 2009 unter Dach und Fach gebracht werden. Dieser Schritt wird jetzt vorgezogen, die Übernahme soll in einem einzigen Vorgang über die Bühne gehen.

Börse hatte den Wert des Deals bereits halbiert

Zudem zahlt die Commerzbank  den Großteil der Dresdner Bank in bar und nicht in Aktien. Der geringere Kaufpreis wird in einer Präsentation für Investoren vorgerechnet: Danach bewertet die Commerzbank das Gesamtvolumen der Transaktion nun mit 5,124 Milliarden Euro, statt ursprünglich 9,792 Milliarden Euro.

Diese Rechnungen stehen und fallen jedoch mit dem Aktienkurs der Commerzbank. Im August hatte man noch 20,80 Euro veranschlagt. Im Zuge der Finanzmarktkrise ist das Papier aber zwischenzeitlich bis auf 5,25 Euro abgestürzt, derzeit notiert es bei rund 7,40 Euro. Die ursprüngliche Regelung hätte die Commerzbank nach derzeitigen Preisen etwa 5,7 Milliarden Euro gekostet.

Die Ersparnis resultiert allein daraus, dass ein Risikoschirm für möglicherweise faule Kreditpapiere (Asset-backed Securities, ABS) der Dresdner Bank nun nicht mehr geplant ist. Dafür hätte die Commerzbank bis zu 975 Millionen Euro beitragen sollen, zahlt jetzt aber nur 250 Millionen Euro als Kaufpreis für die ABS an die Allianz.

Neuer deutscher Bankenriese mit weniger Allianz-Einfluss

An der Börse war in den vergangenen Monaten des öfteren spekuliert worden, dass der Deal wegen der Finanzkrise platzen könnte. Die Aktie der Commerzbank  war im Zuge der Turbulenzen kräftig eingebrochen - da bisher ein Großteil der Bezahlung in Aktien vorgesehen war, sahen Marktteilnehmer die Übernahme in Gefahr. Beide Seiten hatten stets betont, der Übernahmeprozess laufe nach Plan.

Das neue Institut aus Commerzbank und Dresdner Bank wird mit einer Bilanzsumme von knapp 1,1 Billionen Euro deutliche Nummer Zwei in der deutschen Bankenbranche hinter der Deutschen Bank mit einer Bilanzsumme von fast 2 Billionen Euro. Zusammen haben die beiden Institute in Deutschland nach früheren Angaben 12,3 Millionen Kunden, die Commerzbank plant allerdings die Schließung von rund 300 Filialen.

Die Aktien beider Unternehmen waren die größten Gewinner im frühen Handel an der Frankfurter Börse. Die Commerzbank-Aktie legte um bis zu 19 Prozent zu und lag eine Stunde nach Handelsbeginn noch 7 Prozent im Plus, ähnlich wie der Titel der Allianz.

"Das Entscheidende hierbei ist, dass es keine weitere Kapitalerhöhung und damit auch keine zusätzliche Verwässerung der Commerzbank-Aktien gibt", sagte Marktanalyst Heino Ruland von FrankfurtFinanz.

Auch Allianz-Papiere legten 2,5 Prozent zu - auch hier überwiegt trotz des geringeren Kaufpreises offenbar die Erleichterung darüber, dass der Deal doch noch über die Bühne geht. Wegen einer anderen Buchungsmethode kann die Allianz den Verkauf der Dresdner Bank für 7,2 Milliarden Euro bilanzieren und muss deshalb nur 600 Millionen Euro abschreiben, weil die Dresdner Bank noch mit 7,8 Milliarden Euro Wert in ihren Büchern steht.

Die Allianz wird auf Grund der Veränderung künftig auch einen geringeren Anteil an der Commerzbank halten als zunächst geplant: Statt einer Sperrminorität von knapp 30 Prozent bekommt der Münchener Konzern nur 18,4 Prozent der Commerzbank-Aktien.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Dresdner-Deal: Nur Bares ist Wahres

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alter Deal (September) alter Deal (November) neuer Deal (November)
Kurs der Commerzbank-Aktie 20,80 Euro 7,40 Euro 7,40 Euro
163,5 Millionen Aktien (erster Schritt) 3,4 Mrd. Euro 1,21 Mrd. Euro 1,21 Mrd. Euro
151,5 Millionen Aktien (zweiter Schritt) 3,15 Mrd. Euro 1,12 Mrd. Euro entfällt
Bargeld 1,57 Mrd. Euro 1,57 Mrd. Euro 2,97 Mrd. Euro
Cominvest 700 Mio. Euro 700 Mio. Euro 700 Mio. Euro
Nettopreis 8,82 Mrd. Euro 4,57 Mrd. Euro 4,87 Mrd. Euro
Beitrag für Risikoschirm oder Entschädigung 975 Mio. Euro 975 Mio. Euro 250 Mio. Euro
Bruttopreis 9,79 Mrd. Euro 5,57 Mrd. Euro 5,12 Mrd. Euro
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