General Motors GM erwägt Verkauf von vier Marken

Der Opel-Mutterkonzern General Motors erwägt offenbar den Verkauf von vier Automobilmarken, um an milliardenschwere Regierungskredite zu gelangen. Dazu zählten Pontiac, Saab, Saturn und Hummer. Zugleich kündigt der Konzern an, seine Arbeitskosten in Europa um mindestens 10 Prozent zu senken.

New York - Das GM-Direktorium wolle den Vorschlag am 30. November und 1. Dezember beraten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Bei GM war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erhalten. Zu GM gehören in den USA ferner die Marken Buick, Cadillac, Chevrolet und GMC.

Nach dem vorläufigen Scheitern der milliardenschweren Hilfspläne für die angeschlagene US-Autoindustrie hatte der Kongress den größten drei Konzernen in der vergangenen Woche ein Ultimatum gestellt. Die Chefs von GM, Ford und Chrysler erhielten bis Anfang Dezember eine Galgenfrist, um die Abgeordneten von der Notwendigkeit neuer Zuschüsse aus der Steuerkasse zu überzeugen. Dazu sollen sie nun eine Strategie über die Verwendung der verlangten Hilfen über 25 Milliarden Dollar vorlegen.

Experten halten es für möglich, dass mindestens einer der großen US-Autobauer demnächst Gläubigerschutz anmelden könnte. GM allein hat um einen Überbrückungskredit zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar gebeten. Das Unternehmen hat vor den katastrophalen Folgen für die US-Wirtschaft gewarnt, falls der Staat nicht aushilft.

Derweil will der Opel-Mutterkonzern General Motors nach einem Bericht des Magazins "Auto Motor und Sport" in Europa seine Arbeitskosten um mindestens 10 Prozent senken. In einem Brief an die Belegschaft, aus dem das Magazin am Donnerstag zitierte, schreibt GM-Europachef Carl-Peter Forster, es müssten Arbeitszeiten gekürzt, Gehaltskosten gesenkt sowie weitere Initiativen zur Kostensenkung ergriffen werden. GM gehören in Europa die Autohersteller Opel, Saab und Vauxhall.

Vorerst wolle Forster ohne Personalabbau auskommen: "Bis jetzt haben wir keinen weiteren Personalabbau in Erwägung gezogen, sondern wir werden versuchen, unsere Strukturkostenziele über andere Maßnahmen zu erreichen."

Auslöser sei nicht die Lage von GM in den USA, sondern der sinkende Autoabsatz in Europa. Sollten sich die Verkäufe weiter abschwächen, kündigt Forster nach dem Bericht weitere Einschnitte an. "Ich muss außerdem warnen: Wenn sich die Marktverhältnisse in Europa weiter verschlechtern sollten, ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere Schritte notwendig werden, um weiterhin überlebensfähig zu bleiben." General Motors sieht sich in Europa schrumpfenden Märkten und einer Verschiebung der Nachfrage hin zu kleineren Fahrzeugen gegenüber.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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