BayernLB Finanzbedarf von zehn Milliarden Euro?

Die Finanznot der angeschlagenen BayernLB ist offenbar deutlich größer als bisher bekannt. Der Finanzbedarf soll laut Medienberichten deutlich über den bisher kalkulierten 6,4 Milliarden Euro liegen. Damit könnte der Plan der Landesregierung scheitern, ohne Bundesmittel auszukommen.

München - Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in ihrer Donnerstagsausgabe braucht die Bayerischen Landesbank (BayernLB) Finanzhilfen von mindestens zehn Milliarden Euro.

Zuletzt hatte die BayernLB ihren Finanzbedarf noch auf 6,4 Milliarden Euro beziffert. Wie die "SZ" weiter berichtete, teilte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dem Vorstand der CSU-Landtagsfraktion mit, dass ein "zweistelliger Milliardenbetrag" notwendig sei, um die Bank zu retten.

Die Lage der BayernLB habe sich im November drastisch verschlechtert, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Bankenkreise. Als Grund wurde unter anderem der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers genannt. Außerdem seien in Island gewährte Kredite "hochgradig gefährdet". Der Plan der bayerischen Landesregierung, das Institut alleine zu retten, sei jetzt "akut gefährdet".

Der "Münchner Merkur" berichtet dagegen am Donnerstag, die Landesregierung wolle bei der Sanierung der Bank weitgehend auf Bundesmittel verzichten. Die Bayern seien entschlossen, die Rettungsaktion selbst zu schultern und die Mehrheit an der BayernLB zu übernehmen, hieß es. Geplant sei, das Geldhaus nach 2015 als Großbank mit internationalem Geschäft neu aufzustellen und zu privatisieren. Auf Kapitalspritzen des Bundes solle dabei weitgehend verzichtet werden. Der Berliner Rettungsschirm solle nur Garantien übernehmen.

manager-magazin.de mit Material von afp

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