Stellenmarkt Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt

Die deutschen Unternehmen stellten im November weniger Menschen ein und folgen damit einem Trend, den es bereits seit Frühjahr 2007 gibt. Zu diese Ergebnis kommt die Bundesagentur für Arbeit. Doch bewege sich die Nachfrage auf "hohem Niveau".

Nürnberg - Die Konjunktureintrübung schlägt nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) allmählich auch auf den Arbeitsmarkt durch. So sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im November leicht gesunken, teilte die BA bei der Bekanntgabe ihres Stellenindex BA-X am Mittwoch in Nürnberg mit.

In dem Monat sei der Index um zwei Punkte auf 163 zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sei sogar ein deutliches Nachlassen der Arbeitskräftenachfrage festzustellen, betonte die Agentur. Trotz konjunktureller Krisenzeiten bewege sie sich aber noch immer auf hohem Niveau, hob die BA hervor.

Zugleich räumte die Bundesagentur ein, dass - anders als bislang angenommen - die Nachfrage nach Arbeitskräften (bis auf kleinere Schwankungen) seit dem Frühjahr 2007 beständig gesunken ist. Der falsche Eindruck eines stetig wachsenden Stellenangebots sei dadurch entstanden, dass mit der Erfassung des Stellenangebots im Internet unwissentlich viele Stellen doppelt gezählt worden seien.

Freie Stellen, die den Arbeitsämtern angeboten werden, würden heute meist zusätzlich ins Internet gestellt. Um solche Doppelzählungen künftig zu vermeiden, sollen Stellen der Internet-Jobbörse der BA und des sogenannten Job-Roboters künftig bei der BA-X-Ermittlung nicht mehr erfasst werden.

Trotz Rezession haben bislang nur wenige Unternehmen von ihren Einstellungsplänen Abstand genommen. "Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich auch im November trotz konjunktureller Krisenzeichen auf hohem Niveau", teilte die Behörde mit.

Die Bundesagentur gibt an diesem Donnerstag die Arbeitslosenzahl für November bekannt. Von Reuters befragte Experten gehen davon aus, dass sie noch einmal um 17.000 auf 2,98 Millionen sinkt. Im Oktober war die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 16 Jahren unter die Marke von drei Millionen gefallen. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erwartet wegen der Wirtschaftsflaute im kommenden Jahr einen Anstieg um 130.000.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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