Wirtschaftskrise Bahn dementiert Stilllegungspläne

Die Wirtschaftskrise breitet sich aus und die Deutsche Bahn tritt auf die Kostenbremse. So will der Konzern wegen eines erwarteten Einbruchs im Güterverkehr die Weihnachtspause verlängern, Investitionen verschieben und Leiharbeiter entlassen. Der Konzern dementiert aber die Nachricht, dass er Rangierbahnhöfe zeitweilig schließen will. Die Gewerkschaft schlägt Alarm.

Berlin - Diese Bahnhöfe könnten für bis zu sieben Wochen stillgelegt werden, sagten mit den Planungen Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters. Die Gewerkschaft Transnet bestätigte dies am Mittwoch. "Das ist eine unglaubliche Provokation", sagte Transnet-Sprecher Michael Klein. "Hier wird ein Horrorszenario vor der Tarifrunde aufgebaut." In der Gewerkschaft hieß es, man befürchte, eine solche Stilllegung könne dauerhaft sein und Kurzarbeit nach sich ziehen.

Güterbahnhof Leipzig-Engelsdorf: Großkunden wie etwa die Autoindustrie drosseln die Produktion. Das bekommt die Bahn zu spüren. Der Konzern erwartet, dass der Güterverkehr allein im Dezember um bis zu 40 Prozent einbrechen wird. Jetzt könnten sogar ganze Güterbahnhöfe bis zu zwei Monate vorübergehend schließen. Die Deutsche Bahn dementiert aber derlei Pläne.

Güterbahnhof Leipzig-Engelsdorf: Großkunden wie etwa die Autoindustrie drosseln die Produktion. Das bekommt die Bahn zu spüren. Der Konzern erwartet, dass der Güterverkehr allein im Dezember um bis zu 40 Prozent einbrechen wird. Jetzt könnten sogar ganze Güterbahnhöfe bis zu zwei Monate vorübergehend schließen. Die Deutsche Bahn dementiert aber derlei Pläne.

Foto: DDP

Die Bahn selbst dementierte am Mittwoch die Reuters-Meldung. Man werde zwar den Betrieb in betroffenen Güterbahnhöfen reduzieren, sie aber nicht schließen.

Während der Personenverkehr sich in der Krise noch gut behauptet, hat der Güterverkehr bereits seit Sommer erhebliche Probleme. An einigen Bahnhöfen werden nur noch ein Viertel des üblichen Zugaufkommens registriert, hieß es im Unternehmen. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte eingeräumt, dass es bei der Güterbahn einen Rückgang um bis zu 40 Prozent im Dezember geben könne.

Produktionskürzungen in der Industrie belasten die Bahn

Die Produktionskürzungen bei Stahl, Chemie sowie Papier machen sich bei der Bahn massiv bemerkbar. Dazu kommen die Stilllegungen von Autowerken. Am Dienstagnachmittag hatte Porsche bekanntgegeben, dass man die Produktion im Hauptwerk Stuttgart-Zuffenhausen an mehreren Tagen komplett ruhen lassen werde. Porsche ist einer der wichtigen Bahn-Kunden im Güterverkehr, der ohnehin stark von einer relativ kleinen Zahl von Großkunden abhängt.

Bereits seit Sommer sind nach früheren Reuters-Informationen aus der Bahn die Umsatz- und Transportzahlen rückläufig. Dieser Trend verstärkte sich den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Monaten drastisch.

Investitionen sollen verschoben werden

Für den weiteren konjunkturellen Abschwung will sich die Bahn mit verschiedenen Eingriffen rüsten. So sind unter anderem verlängerte Weihnachtspausen und der verstärkte Abbau von Überstunden vorgesehen. Nicht dringend notwendige Investitionen sollten zudem verschoben werden. Zudem könne es bei den rund 4000 Leiharbeitern zu Kündigungen kommen. Konkrete Prognosen für das kommende Jahr wollten aufgrund der unsicheren Konjunkturaussichten weder Mehdorn noch sein Finanzvorstand Diethelm Sack machen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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