Krisenticker Kursexplosion bei GM und Ford

Vom US-Immobilienmarkt, dem Ausgangspunkt der Kreditkrise, kommen erneut beunruhigende Nachrichten. Die Autokrise trifft unterdessen auch den stärksten Spieler der Branche: Toyota verliert sein Spitzenrating. Immerhin gibt es Hoffnung für GM und Ford. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.08 Uhr: Die US-Börsen haben am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Händler verwiesen insbesondere auf Schnäppchenjäger, die vor dem anstehenden Feiertag Thanksgiving (Erntedank) zugegriffen und die schwachen Konjunkturdaten in den Hintergrund gedrängt hätten. Der US-Leitindex Dow Jones konnte zur Schlussglocke Gewinne von 2,91 Prozent auf 8726,61 Zähler verbuchen.

21.22 Uhr: Die Finanznot der angeschlagenen BayernLB ist offenbar deutlich größer als bisher bekannt. Der Finanzbedarf soll laut Medienberichten bei 10 Milliarden Euro liegen. Damit könnte der Plan der Landesregierung scheitern, ohne Bundesmittel auszukommen.

20.48 Uhr: Der Kurs des Euro ist am Mittwoch im späten Handel unter 1,29 Dollar geblieben. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,2890 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,2935 (Dienstag: 1,2811) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7731 (0,7806) Euro. Schwache Konjunkturdaten aus den USA konnten den Dollar nicht schwächen. Die Sorgen über eine tiefe Rezession habe die Anleger den Greenback als "sicheren Hafen" ansehen lassen, hieß es am Markt.

19.15 Uhr: Mit der Infineon-Tochter Qimonda soll sich nach Opel ein prominentes Unternehmen der Chipbranche Hilfe suchend an die Bundesregierung gewandt haben. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa am Mittwoch aus Branchenkreisen erfuhr, trafen sich der Chef des Qimonda-Mutterkonzerns Infineon, Peter Bauer, und Infineon- Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU).

19.11 Uhr: Die Aktien der Opel-Mutter GM legen um über 60 Prozent zu, die von Ford um mehr als 30 Prozent. Anlass für die Hoffnungen ist eine Analyse der Deutschen Bank. Darin heißt es, die Chancen für eine staatliche Rettung hätten sich zuletzt deutlich verbessert, da in Washington die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen eines Konkurses wachse. Zudem finde die Kongressanhörung zu den Autokonzernen nur kurz nach der milliardenschweren Rettung der Citigroup statt. Der Kongress hatte vergangene Woche Blankoschecks für die Autobranche abgelehnt und die Konzerne aufgefordert, spätestens am 2. Dezember überzeugende Pläne für eine Rettung vorzulegen.

18.46 Uhr: Die genossenschaftliche DZ-Bank-Gruppe hat in den ersten zehn Monaten 2008 einen Verlust von 259 Millionen Euro geschrieben, hält aber dennoch an ihrer Gesamtjahresprognose fest. Grund für das Minus seien vor allem ergebniswirksame Abschreibungen von rund 1,7 Milliarden Euro, bestätigte am Mittwoch ein Sprecher der Bank einen Medienbericht.

18.45 Uhr: Trotz schlechter Konjunkturnachrichten dreht der Dow Jones wieder ins Plus. Der Zuwachs beträgt 1,1 Prozent auf 8575 Punkte. Die Wall Street zeigt sich vor dem langen Thanksgiving-Wochenende erfreut darüber, dass der designierte US-Präsident Barack Obama den früheren Notenbankchef Paul Volcker zu seinem Wirtschaftsberater ernannt hat. Der 81-Jährige wird Leiter einer neuen Arbeitsgruppe im Weißen Haus, die bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Bekämpfung der Finanzkrise helfen soll.

17.45 Uhr: Der Dax  schließt auf Xetra 0,1 Prozent im Plus bei 4560 Punkten. Der US-Leitindex Dow Jones  notiert zu diesem Zeitpunkt 0,6 Prozent im grünen Bereich.

16 Uhr: Und noch ein düsteres Zeichen vom US-Immobilienmarkt: Die Zahl der Neubauverkäufe in den USA ist im Oktober gegenüber Vorjahr um 5,3 Prozent auf 433.000 Häuser gefallen. Das ist der tiefste Level seit rund 18 Jahren. Ohne eine Entspannung am Immobilienmarkt ist ein Ende der Kreditkrise in den USA nicht in Sicht, da viele US-Bürger auf ihre scheinbar endlos steigenden Häuserwerte immer neue Kredite aufgenommen haben. Laut dem bereits gestern bekannt gegebenen Case-Shiller-Index hat sich der Preisverfall für US-Immobilien im abgelaufenen dritten Quartal weiter beschleunigt und einen Rekordwert erreicht. Für viele einstige US-Boomregionen wird es kritisch:

15.45 Uhr: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) startet schwächer und notiert rund 150 Punkte im Minus.

14.55 Uhr: In den USA sind die Konsumausgaben im Oktober so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr gesunken. Auf Monatssicht seien die persönlichen Ausgaben um 1,0 Prozent zum Vormonat zurückgegangen, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten zuvor einen leicht moderateren Rückgang um 0,9 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Ausgaben um 0,3 Prozent gesunken.

Nachfrage nach Arbeitskräften seit 2007 gesunken

14.45 Uhr: Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2935 (Dienstag: 1,2811) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7731 (0,7806) Euro.

13.17 Uhr: Die Konjunktureintrübung schlägt sich allmählich auch auf den Arbeitsmarkt durch. So sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im November gesunken, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. In dem Monat sei der von ihr geführte entsprechende Stellenindex zwei Punkte auf 163 zurückgegangen. Zugleich räumte die Agentur ein ein, dass - anders als bislang angenommen - die Nachfrage nach Arbeitskräften seit dem Frühjahr 2007 beständig gesunken ist. Der falsche Eindruck eines stetig wachsenden Stellenangebots sei dadurch entstanden, dass mit der Erfassung des Stellenangebots im Internet unwissentlich viele Stellen doppelt gezählt worden seien.

13 Uhr: Die Absatzflaute in der Autoindustrie fordert ihren nächsten Tribut: Zum ersten Mal seit zehn Jahren hat Toyota  sein Spitzenrating verloren. Statt der höchsten Einstufung AAA erhält das Unternehmen nun nur noch ein Langfrist-Rating von AA mit negativem Ausblick, wie die Agentur Fitch am Mittwoch mitteilte. Damit wird es für Toyota schwerer und teurer, sich Kredit zu beschaffen. Die negativen Entwicklungen in der Industrie seien so grundlegend, dass selbst der stärkste Spieler - Toyota - kein AAA-Rating mehr verdiene, begründete Fitch die Umstufung.

12 Uhr: Die EU-Kommission hat den Mitgliedsländern ein Konjunkturprogramm über insgesamt 200 Milliarden Euro für die kommenden zwei Jahre offiziell vorgeschlagen. Die Mitgliedsstaaten sollen zu der Finanzspritze über insgesamt 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 170 Milliarden Euro beitragen. Aus dem EU-Haushalt würden 30 Milliarden Euro bereitgestellt.

11.43 Uhr: Der Dax  dreht nach einem guten Verlauf deutlich in Verlustzone. Der deutsche Leitindex verliert 1,80 Prozent auf 4478 Zähler, nachdem er bereits mit rund 1 Prozent im Plus gestanden hatte. Aktien von Allianz , Eon  und BASF  zählen mit Abschlägen von jeweils rund 5 Prozent zu den größten Verlierern. Autowerte führen die Gewinnerliste an. Auch der MDax  notiert im Minus.

11.15: Bei dem von Insolvenz bedrohten niedersächsischen Autozulieferer Gimotive/Stankiewicz ringen die Parteien weiter darum, eine Pleite abzuwenden. Man sei nach wie vor "im Gespräch", wie sich die Geschäfte fortführen ließen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens bei Celle. Der Autozulieferer berät seit Tagen mit Banken und anderen Beteiligten, wie sich eine Insolvenz verhindern lässt. Bei einer Insolvenz des Unternehmens wären 1000 Arbeitsplätze bedroht. Die Banken seien nicht mehr bereit, ihre Kreditkündigungsrechte auszusetzen und dem Unternehmen damit notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen, heißt es.

10.31 Uhr: Der designierte US-Präsident Barack Obama hat die Chefs der Großbanken aufgefordert, angesichts der Finanzkrise auf ihre Boni zu verzichten. Wer ohnehin einige zehn Millionen Dollar besitze und Angestellte entlassen müsse, sollte wenigstens bereit sein, selbst Opfer zu bringen, sagte der Demokrat dem Sender ABC News in einem für Mittwoch aufgenommenen Interview.

Historische Zinssenkung in China

10.20 Uhr: Chinas Zentralbank hat den Leitzins am Mittwoch in einem historischen Schritt um 1,08 Prozent auf 5,58 Prozent gesenkt. Die Senkung ist die größte seit Oktober 1997 und die vierte seit Mitte September.

10.12 Uhr: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat seine Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen bekräftigt. Er habe bereits erklärt, dass der Leitzins für die Euro-Zone von derzeit 3,25 Prozent weiter herunter genommen werden könne, falls der Teuerungsdruck nachlasse, sagte Trichet am Mittwoch in Kairo. Die Europäische Zentralbank entscheidet Anfang Dezember erneut über den Leitzins. Experten rechnen mit einer weiteren Zinssenkung. Zugleich erklärte Trichet, die EZB stelle sich auf eine Schrumpfung des Wachstums in der Euro-Zone ein. Die Währungshüter veröffentlichen ihre nächsten Prognosen zu Wachstum und Inflation am 4. Dezember.

10.00 Uhr: Die Deutsche Bahn erwartet einen Einbruch im Schienengüterverkehr um 40 Prozent im Dezember im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen schließt Stellenabbau bei Leiharbeitern nicht aus, teilen Vorstandschef Hartmut Mehdorn und sein Finanzvorstand Diethelm Sack in Berlin mit. Hintergrund sei die Konjunkturabschwächung, aufgrund derer Auto-, Chemie- und Stahlindustrie ihre Bahntransporte drastisch zurückfahren würden, sagte Mehdorn.

9.50 Uhr: Italiens Unternehmer lassen die Köpfe hängen. Ihre Stimmung ist im November auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Der entsprechende Index sei von revidiert 76,9 Punkten im Vormonat auf 72,2 Punkte zurückgegangen, teilte das Forschungsinstitut ISAE am Mittwoch in Rom mit. Dies ist der sechste Rückgang in Folge und der niedrigste Stand seit August 1993.

9.44 Uhr: Lettland hat die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds um Finanzhilfen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro gebeten, teilte das Finanzministerium in Riga am Mittwoch mit. Das von einer Rezession geplagte Land hat wegen der Finanzkrise Schwierigkeiten, das hohe Defizit in seiner Leistungsbilanz zu finanzieren.

9.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutschen Banken erneut aufgefordert, die Staatshilfen zu nutzen. Bisher seien Anträge von Banken auf Garantien in Höhe von 100 Milliarden Euro gestellt worden, sagte Merkel am Mittwoch. Damit ist etwa ein Viertel des Gesamtrahmens von 400 Milliarden Euro ausgeschöpft. Zudem wurden Rekapitalisierungshilfen im Volumen von zehn Milliarden Euro von den Finanzinstituten beantragt. Insgesamt stehen hier 80 Milliarden Euro zur Verfügung. Merkel warnte die Finanzinstitute, aus falschem Prestigedenken auf die Hilfen zu verzichten. Die Banken seien in der Pflicht, die Unternehmen ausreichend mit Krediten zu versorgen.

9.05 Uhr: Gewinnmitnahmen haben die deutschen Aktienindizes am Mittwochmorgen belastet. Der Dax  startete 1,20 Prozent schwächer auf auf 4505 Punkte, der MDax  mittelgroßer Werte stand zunächst ein halbes Prozent tiefer bei 5147 Zählern. Der TecDax  verlor 1,30 Prozent auf 468 Punkte.

9.00 Uhr: Im Streit in der Union um schnelle Steuersenkungen ist kein Ende in Sicht. Kurz vor der Generaldebatte im Bundestag über die Politik der Bundesregierung erneuerte der CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer am Mittwoch in der ARD die Forderung seiner Partei nach einem Einstieg in weitere Steuerentlastungen im nächsten Jahr. Er geht zudem davon aus, dass die Regierung bei ihrem Konjunktur-Impulspaket im ersten Quartal 2009 noch einmal nachlegen muss. Dagegen sieht der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Steffen Kampeter, keine Basis für rasche Steuersenkungen noch in dieser Legislaturperiode. Steuersenkungen ohne Ausgabenkürzungen, also auf Pump, lehne er ab, sagte er im RBB. Ausgabenkürzungen aber seien mit der SPD als Koalitionspartner kaum zu machen.

8.20 Uhr: Die Einfuhrpreise für Energie und Rohstoffe aus dem Ausland sind so stark gefallen wie noch nie. Im Oktober sanken die Importpreise im Vergleich zum September um 3,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Ein Preisrückgang in dieser Höhe gegenüber dem Vormonat sei noch nie beobachtet worden. Allein der Preis für den Import von Rohöl sank demnach um fast 25 Prozent. Auch Getreide, Kaffee und Kakao konnten die Importeure hierzulande im Oktober viel günstiger einkaufen als noch im September.

Nikkei schließt schwach, Zwangsurlaub bei Cisco

7.05 Uhr: Die Hoffnung auf das jüngste US-Hilfspaket hat den meisten Aktienmärkten in Asien am Mittwoch Zuversicht gegeben. In Japan überwogen jedoch die Sorgen um die Weltwirtschaft und die Folgen des starken Yensfür die dominierende Exportwirtschaft. Viele Händler hielten die Kreditgarantien über 800 Milliarden Dollar nicht für ausreichend, um den Konsum in den USA zu stützen und den Konjunkturabschwung zu stoppen. Trotz guter Handelsvorgaben aus den USA ging in Tokio der Nikkei 1,3 Prozent tiefer bei 8213 Punkten aus dem Handel. Dagegen verzeichneten die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan, Südkorea, Singapur und Shanghai Gewinne.

6.45 Uhr: Der US-Netzwerkausrüster Cisco schickt seine Mitarbeiter in den USA und Kanada über den Jahreswechsel in einen fünftägigen Zwangsurlaub. Damit sollten Kosten gespart werden, erklärte das Unternehmen in der Nacht zu Mittwoch. Branchenexperten sagten, Cisco reagiere mit dem Schritt auf die trüben Konjunkturaussichten. Die Aktien des Netzwerkausrüsters fielen an der New Yorker Börse um sechs Prozent.

6.30 Uhr: Indonesien hat Australien um Kredithilfen gebeten. Der Inselstaat wolle damit zentrale Infrastrukturprojekte finanzieren, sagte Australiens Finanzminister Wayne Swan am Mittwoch. "Die Indonesier haben sich an internationale Organisationen gewandt, darunter die Weltbank, und haben auch die australische Regierung um Hilfe in einer sehr schwierigen Zeit gebeten", sagte der Minister vor dem Parlament in Canberra. Indonesien kämpft mit den Folgen der Finanzkrise und weit verbreiteten Sorgen, Opfer einer weltweiten Kapitalflucht zu werden. Trotz starker Wachstumsraten von rund 6 Prozent hat die Währung des Landes in diesem Jahr fast 25 Prozent an Wert verloren.

5.36 Uhr: Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise schlägt sich auch auf die Einkäufe im Internet nieder: Die Einnahmen durch Online-Einzelhandel in den USA seien im November um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, berichteten am Dienstag die Experten von ComScore. Es sei der erste Rückgang im Online-Einzelhandel überhaupt.

5.10 Uhr: Toshiba will offenbar als Reaktion auf sinkende Nachfrage und fallende Preise den Bau zweier Chip-Fabriken verschieben. Das Unternehmen hatte angekündigt, Anfang 2009 mit dem Bau der Fabriken im Norden und Westen Japans zu beginnen. Produktionsstart sollte 2010 sein. Angesichts des schlechten Chip-Marktes prüfe Toshiba nun, einige der vorgesehenen Investitionen auf die Zeit nach 2010 zu schieben, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch.

4.51 Uhr: Argentinien will mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm gegen die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise kämpfen. Umgerechnet mehr als 16 Milliarden Euro sollen in die Infrastruktur des Landes gepumpt werden, kündigte Präsidentin Christina Kirchner an. Argentiniens Wachstum wird 2009 Prognosen zufolge von derzeit 6,5 auf 4 Prozent abflachen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.