Standort Deutschland OECD erwartet 700.000 Arbeitslose mehr

Der von der Finanzkrise verursachte Konjunktureinbruch wird nach Einschätzung der OECD in Deutschland zu einem heftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Bis 2010 dürfte die Quote über die Marke von 9 Prozent steigen - damit wären dann 700.000 mehr Menschen ohne Job als derzeit.

Paris - Die Zahl der Arbeitslosen werde bis Ende 2010 um rund 700.000 steigen, teilte die OECD am Dienstag in Paris mit. In Deutschland werde das zu einem Anstieg der Quote von 7,7 auf knapp über 9 Prozent führen.

Die deutsche Wirtschaft werde 2009 um 0,8 Prozent schrumpfen. Für 2010 erwartet die OECD bereits wieder ein durchschnittliches Wachstum von 1,2 Prozent. Schon vom zweiten Halbjahr 2009 an sei mit einer Konjunkturerholung zu rechnen. "Ein Konjunkturpaket sollte genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgen, gezielt ausgerichtet und vorübergehender Art sein", heißt es in dem OECD-Bericht.

Die OECD sieht für Deutschland im Kampf gegen die Rezession noch Spielraum zur Erweiterung des geplanten Wachstumspakets. "Wir begrüßen das Programm, auch wenn es noch etwas größer sein könnte", sagte OECD-Chefökonom Klaus Schmidt-Hebbel am Dienstag bei der Vorstellung des Wirtschaftsausblicks. Das Programm müsse zielgerichtet, zeitlich begrenzt und effektiv sein. OECD-Deutschland-Experte Andreas Wörgötter kritisierte, das Paket sei möglicherweise etwas langfristig angelegt: "Hier könnte man noch nachbessern."

Rückkehr zum Wachstum 2010

Andernfalls dürfte sich die Wirkung des Pakets zu spät entfalten, sagte Wörgötter. Dann zeigten sich die "Segnungen des Programms" erst, wenn der Abschwung schon überwunden sei.

Die Bundesregierung will mit dem Konjunkturpaket in den kommenden zwei Jahren Aufträge und Investitionen von Unternehmen, privaten Haushalten und Kommunen im Umfang von rund 50 Milliarden Euro fördern. Unter anderem will der Staat der mit einer Absatzflaute kämpfenden Autobranche mit einer befristeten Kfz-Steuerbefreiung für Neuwagen unter die Arme greifen.

Die Talfahrt in Deutschland hält nach Einschätzung der OECD bis weit ins nächste Jahr an. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde nächstes Jahr real um 0,9 Prozent schrumpfen, teilte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit. Für 2010 rechnet sie mit der Rückkehr zum Wachstumspfad, wobei ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,3 Prozent veranschlagt wird.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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