Übernahmeschlacht BHP Billiton gibt auf

Nach langem Anrennen hat der Bergbaukonzern die Belagerung von Rio Tinto aufgegeben. 58 Milliarden Dollar wäre ihm diese Übernahme wert gewesen. Deutsche Unternehmen wie Salzgitter dürften aufatmen - kommt es nun doch nicht zur befürchteten Monopolisierung der Bergbaukonzerne.

Sydney - Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton  hat die geplante 58 Milliarden Dollar schwere feindliche Übernahme seines Konkurrenten Rio Tinto  aufgegeben. Die Offerte liege nicht mehr im Interesse des Unternehmens, teilte BHP am Dienstag mit. Grund sei der Verfall der globalen Marktbedingungen.

Zudem verwies das Unternehmen auf Auflagen der EU-Kommission, die bei der Fusion eine Trennung von Teilen des Eisenerz- und Kohlegeschäfts verlangt hätten. Rio Tinto wollte sich zunächst nicht zu der BHP-Mitteilung äußern. Die BHP-Aktie kletterte in London zu Börsenbeginn mehr als 18 Prozent in die Höhe, die von Rio hingegen brach mehr als 31 Prozent ein. Analysten zeigten sich überrascht von der Entscheidung der Australier. "Es hat überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür gegeben", sagte Tim Barker von BT Financial Group.

"Die Entscheidung lässt darauf schließen, dass sich der BHP-Vorstand die Marktbedingungen genau angeschaut hat und bemerkt hat, dass die Lage wegen der wirtschaftlichen Abkühlung nicht mehr dieselbe ist wie noch zuvor."

BHP Billiton wollte Rio Tinto ursprünglich für rund 140 Milliarden Dollar übernehmen und den Kauf mit eigenen Aktien bezahlen. Wegen der erwarteten globalen Konjunkturabschwächung sind die Aktien-Kurse auch von Rohstoff-Firmen abgesackt. Daher hatte das Vorgaben zuletzt nur noch ein Volumen von 58 Milliarden Dollar. Die Zustimmung der EU-Kommission galt als größte Hürde für den Kauf. Im Blickpunkt stand vor allem der Markt für Eisenerz, auf dem Rio und BHP zusammen über ein Drittel der Exporte des Rohmaterials für Stahl kontrollieren würden.

Kunden wie die deutschen Hersteller ThyssenKrupp  und Salzgitter  fürchteten deshalb bei einem Zusammenschluss höhere Preise. Die EU-Wettbewerbshüter hatten im Juli außerdem Bedenken mit Blick auf die Märkte für Kohle, Uran, Aluminium und mineralischem Sand angemeldet. BHP hatte noch Anfang November angekündigt, die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter ausräumen zu wollen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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