Konjunktur Ein Hauch von Silberstreif

Das Konsumklima in Deutschland hat sich zum Jahresende leicht verbessert, aber hinsichtlich der Konjunkturaussichten sind die Verbraucher so pessimistisch wie lange nicht mehr. Das ist das Fazit der aktuellen Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Nürnberg - Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich im November trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise überraschend aufgehellt. Der entsprechende Indikator des Forschungsunternehmens GfK prognostiziert einen Anstieg des Konsumklimas von 1,9 Punkten im Vormonat auf 2,2 Punkte, wie die GfK am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Volkswirte hatten indes einen Rückgang auf 1,5 Punkte erwartet. Unterdessen gibt sich die GfK für den Konsum im kommenden Jahr etwas optimistischer als 2008. Nach einem stagnierenden privaten Verbrauch in diesem Jahr rechnen die Forscher für 2009 mit einem Konsumzuwachs von rund 0,5 Prozent.

Zur Verbesserung der Verbraucherstimmung im November haben laut GfK sowohl günstigere Einkommensaussichten als auch eine gestiegene Anschaffungsneigung beigetragen. Die Konjunkturerwartungen setzten indes ihre Talfahrt fort. "Die Finanzkrise ist zwar inzwischen in der Realwirtschaft angekommen, aber noch nicht so recht bei den Verbrauchern", kommentierte die GfK die Ergebnisse. Zwar sanken die Konjunkturaussichten der Verbraucher auf minus 30,1 Zähler und damit auf ein abermaliges Rekordtief. Fallende Energiepreise und recht gute Tarifabschlüsse hätten den Pessimismus der Verbraucher aber gemildert. Die Einkommenserwartungen verbesserten sich um 6,0 Punkte auf minus 6,9 Zähler, während sich die Anschaffungsneigung um 11,5 Punkte verbesserten auf minus 6,7 Zähler.

Nachdem die GfK für 2008 weiterhin von einem stagnierenden privaten Verbrauch ausgeht, geben sich die Forscher für das kommende Jahr etwas zuversichtlicher. "Trotz des aktuell hohen Ausmaßes der Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung gehen wir für das kommende Jahr von einem leichten Wachstumsplus von rund 0,5 Prozent aus", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Der Gfk-Chef begründete den Zuwachs mit der sinkenden Teuerung, der nach wie vor geringen Arbeitslosigkeit und jüngsten Maßnahmen der Bundesregierung.

"Der Rettungsschirm für den Bankensektor hat das Vertrauen der Bevölkerung in das Finanzsystem wieder gestärkt", sagte Wübbenhorst. So helfe das Paket, dass die Kreditvergabe im Bankensektor nicht zum Erliegen komme. Hiervon profitierten letztlich sowohl Unternehmen als auch Verbraucher. "Auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung ist prinzipiell positiv zu werten, da es die Wirtschaftskrise mildern dürfte." Wichtig sei aber, dass die Regierung entschieden, schnell und klar handele, schränkte der GfK-Chef ein. "Es wäre sicher nicht sinnvoll, einzelne Steuervergünstigungen erst 2010 zu gewähren."

Mit Blick auf das derzeit verstärkt diskutierte Thema "Deflation" gibt sich die GfK grundsätzlich zuversichtlich. "Trotz stark rückläufiger Inflationsraten und eines zugleich trüben Wachstumsausblicks sehen wir aktuell keine deflationären Tendenzen", sagte Wübbenhorst. Er gab sich zuversichtlich, dass nationale Regierungen und Notenbanken die Problematik im Griff haben. "Ungeachtet dessen ist Deflation natürlich immer ein ernst zu nehmendes Thema, da sinkende Preise Ausfluss einer schrumpfenden Gesamtwirtschaft sind."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.