EADS Gnadenfrist für Airbus-Werke

EADS will offenbar bis 2011 an seinen Airbus-Werken Varel, Nordenham und Augsburg festhalten - und damit länger als geplant. Eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat sehe vor, dass sich der Konzern bis dahin nur von einem Minderheitsanteil trennen dürfe. An dem Verkauf der Werke hält EADS aber fest.

Hamburg - Der Aufsichtsrat soll dieser Vereinbarung noch zustimmen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Montag aus Kreisen des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS . Die neue Gesellschaft Premium Aerotec, in der die drei Werke Anfang 2009 gebündelt werden, soll den Informationen zufolge mittelfristig komplett verkauft werden. Am Aktienmarkt legte das im MDax  notierte EADS-Papier bis zum Nachmittag um mehr als 5,0 Prozent zu.

Der Gesamtbetriebsrat und die Geschäftsführung von Airbus Deutschland hatten sich auf die Bedingungen bei der Ausgliederung der drei Werke geeinigt, wie die Verhandlungspartner jüngst bekanntgaben. Betriebsbedingte Kündigungen für die rund 6000 betroffenen Mitarbeiter werden bis zum 31. Dezember 2013 ausgeschlossen.

Um die Werke auszulasten, soll Premium Aerotec offensichtlich große Teile der Rumpfstruktur für den neuen Airbus A350 liefern und zudem mit Investitionen bei der Umstellung auf Verbundstofftechnik unterstützt werden. Der Beitrag der Arbeitnehmer soll durch eine höhere Produktivität erbracht werden, er wird auf rund 30 Millionen Euro beziffert.

Airbus wollte die drei Werke ursprünglich Anfang des Jahres im Zuge seines Sanierungsprogramms Power8 verkaufen. Eine Übernahme durch die deutsche OHB-Gruppe scheiterte an der Finanzierung. Das Werk in Laupheim wurde an die Rüstungskonzerne Diehl und Thales verkauft. Auch Werke in Frankreich und Großbritannien stehen zur Disposition.

Der Konzernumbau war eingeleitet worden, nachdem Airbus durch Verzögerungen beim Großraumflugzeug A380 unter Druck gekommen war. Das Programm Power8 soll bis zum Jahr 2010 zu jährlichen Einsparungen von 2,1 Milliarden Euro führen. 10.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Der neue Plan Future EADS soll von 2011 bis 2012 Einsparungen von nochmals mindestens 200 Millionen Euro bringen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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