Finanzkrise "Gefährlicher Kreislauf"

Das Treffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) ist beendet. Seine Mitglieder erkennen die aktuelle Krise als eine echte "Herausforderung". Aber sie prophezeien dennoch, dass die Krise in achtzehn Monaten beendet sein wird - wenn auch nicht ganz einstimmig.

Lima - Die 21 Mitgliedsstaaten des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) wollen mit "raschen und entschiedenen Maßnahmen" den weltweiten Wirtschaftsabschwung eindämmen. Zum Abschluss ihres zweitägigen Gipfels in Lima bezeichneten die Staats- und Regierungschefs am Sonntag die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise als "eine der schwersten Herausforderungen, der wir uns jemals stellen mussten". Zugleich setzten sie ein Zeichen der Hoffnung und erklärten sich ausdrücklich überzeugt, dass die Krise in eineinhalb Jahren überwunden sein wird. Konkrete neue Maßnahmen wurden allerdings nicht beschlossen.

"Wir sind überzeugt, dass die Krise innerhalb von 18 Monaten überwunden werden wird", hieß es in der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens. Diese Passage war nach Angaben aus Delegationskreisen erst in der Nacht neu in das eigentlich schon fertig vorliegende Papier aufgenommen worden. Damit solle der "gefährliche Kreislauf aus Angst und Unsicherheit" durchbrochen werden, sagte der gastgebende peruanische Präsident Alan Garcia. "Wir werden bis zum bitteren Ende gegen die Krise kämpfen." Garcia hatte laut Delegationsmitgliedern auf der optimistischen Passage bestanden und sich dabei auch über Bedenken anderer APEC-Länder hinweggesetzt.

Die 21 APEC-Staaten wollen laut ihren Gipfelbeschlüssen für die kommenden zwölf Monate auf neue Handelshemmnisse verzichten und die Doha-Runde für eine weitere Liberalisierung des Welthandels schnell zu Ende bringen. Das Prinzip freier Märkte und freien Handels werde das globale Wachstum fördern, Arbeitsplätze schaffen und die Armut verringern, hieß es in der Erklärung.

Auf dem Gipfel kam es auch zu verschiedenen bilateralen Treffen der anwesenden Staats- und Regierungschefs, bei denen auch andere Themen besprochen wurden. Unter anderem äußerte Russlands Präsident Dmitri Medwedew am Sonntag die Hoffnung auf ein Einlenken des künftigen US-Präsidenten Barack Obama im Streit um den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa. Er glaube, dass Obama offen für einen Meinungswandel sei, sagte er am Rande des APEC-Gipfels. Die künftige Regierung in Washington habe "nicht eine ein für alle Mal festgelegte Meinung zu diesem Problem". Das bedeute, dass Dialog und eine Änderung ihrer Position möglich seien.

Vor den Äußerungen Medwedews, der am Samstag noch den scheidenden US-Präsidenten George W. Bush getroffen hatte, hatte ein Berater Obamas erklärt, dieser habe sich noch nicht festgelegt, ob er den Raketenschild vorantreiben wolle. Washington plant die Errichtung einer Radaranlage in Tschechien und die Stationierung von Abfangraketen in Polen, was Russland als Bedrohung ansieht. Entsprechende Verträge zwischen den USA und den beiden osteuropäischen Ländern sind bereits geschlossen.

Im Gegenzug hatte Medwedew unlängst angekündigt, in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad sollten Kurzstreckenraketen stationiert werden, um die US-Raketenabwehr notfalls "neutralisieren" zu können. Der Streit um die Abwehrraketen, die die USA offiziell mit möglichen Angriffen beispielsweise aus dem Iran begründen, belastet seit Monaten die Beziehungen zwischen Moskau und Washington.

manager-magazin.de mit Material von afp

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