US-Regierung Weitere Milliardenhilfe für die Citigroup

Die US-Regierung eilt der taumelnden Großbank Citigroup mit einer weiteren Kapitalspritze zu Hilfe. Die Bank erhält 20 Milliarden Dollar aus dem US-Rettungsfonds sowie eine Bürgschaft von bis zu 306 Milliarden Dollar.

Washington - Die US-Regierung eilt der stark angeschlagenen Großbank Citigroup  mit einer weiteren Kapitalspritze über 20 Milliarden Dollar sowie einer Bürgschaft von bis zu 306 Milliarden Dollar zur Hilfe. Für die Bürgschaft und die Kapitalhilfe erhalte der Staat Vorzugsaktien der Citigroup für 27 Milliarden Dollar mit einer Verzinsung von acht Prozent.

Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des Finanzministeriums, der US- Notenbank, des Einlagensicherungsfonds und der Citigroup hervor. Die 20 Milliarden an direkter Kapitalhilfe stammen aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket der US-Regierung, aus dem die Bank bereits 25 Milliarden Dollar erhalten hat.

Die erneute Hilfe durch den Staat kostet die Citigroup damit pro Jahr knapp 2,2 Milliarden Dollar. Sollte die Dividende in Höhe von acht Prozent auf die Vorzugsaktien einmal über einen bestimmten Zeitraum nicht gezahlt werden, kann die Regierung zwei Mitglieder in den Verwaltungsrat der Bank schicken. Zudem sieht die aktuelle Hilfe vor, dass in den kommenden Jahren für Stammaktien eine Quartalsdividende von maximal einem Cent je Stück gezahlt werden darf. Eine höhere Ausschüttung an die Aktionäre bedarf den Angaben zufolge der Zustimmung der Regierung. Die Citigroup hatte die Ausschüttung an die Aktionäre bereits von 32 Cent je Anteil auf 16 Cent halbiert. 2007 hatte die Quartalsdividende noch bei 54 Cent je Aktie gelegen.

Unternehmenschef Vikram Pandit, der erst seit rund einem Jahr den durch die Finanzkrise mit am stärksten betroffenen Finanzkonzern steuert, darf dagegen im Amt bleiben. Der 51-jährige steht jetzt vor der schweren Aufgabe die Citigroup wieder auf Kurs zu bringen. Zuletzt musste er immer weiter steigende Verluste melden. In zuletzt vier Minus-Quartalen in Folge waren es insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar. Experten erwarten noch mehr rote Zahlen. Wegen der Krise will Pandit rund 75.000 Stellen streichen. Die Mitarbeiterzahl soll damit auf rund 300.000 fallen.

Auch wenn Pandit an der Spitze des Unternehmens bleibt, muss er persönlich wie das gesamte Management eine Kröte schlucken. Jegliche Bonuszahlungen müssen in Zukunft der Regierung vorgelegt werden und von dieser genehmigt werden.

Sollten bei den mit der 306 Milliarden Dollar hohen Bürgschaft besicherten Papieren Verluste auftreten, muss die Citigroup für die ersten 29 Milliarden Dollar selbst gerade stehen. Für weitere Verluste muss die Bank dann nur noch bis zu zehn Prozent aufkommen. Maximal kommt damit auf die Citigroup ein Minus von knapp 57 Milliarden Dollar zu. Den Rest eines möglichen Verlusts müssen dann die US-Notenbank, der Einlagensicherung und das Finanzministeriums tragen. Die drei Institutionen bürgen damit für rund 250 Milliarden Dollar für Ausfälle bei Wertpapieren, die mit Hypotheken besichert sind.

Diese sogenannten Asset Backed Securities (ABS) sind ein Kernproblem der aktuellen Finanzkrise. Da mit diesen die Gefahren der Kredite immer weiter vom jeweiligen Kreditgeber ausgelagert worden, haben die Banken den Überblick über die gesamten Risiken verloren. Zudem konnten die Banken mit vergleichsweise wenig Eigenkapital eine immer höhere Summe an Fremdfinanzierungen stemmen. Diese Blase platzte jedoch mit dem Zusammenbruch des Immobilienmarkts in den USA, da immer neue Kredite dann nicht mehr mit vermeintlich höheren Preisen für die Häuser besichert werden konnten.

In der vergangenen Woche war die Aktie der Citigroup zeitweise in den freien Fall übergegangen. Am Freitag hatte das Management in einer Krisensitzung darüber beraten, den Finanzkonzern zu zerschlagen und einzelne Teile zum Verkauf anzubieten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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