Krisenticker Dow schließt auf tiefstem Stand seit 2003

Der Kurssturz von Citigroup, GM und Ford drückt den Dow unter die Marke von 8000 Zählern. Damit schließt der Index auf dem tiefsten Stand seit März 2003. Die Krise hat nach der Finanz- und Autobranche nun auch den Chemiesektor erfasst. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22 Uhr: Und noch eine Verkaufswelle an der Wall Street. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) verliert am Mittwoch 426 Punkte (5 Prozent) und schließt bei 7998 Zählern. Das ist der tiefste Schlussstand seit März 2003, als die Indizes nach drei Jahren Talfahrt ihren Tiefpunkt erreicht hatten. Doch auf eine rasche Wende sollten Anleger angesichts der aktuellen Krise nicht hoffen: In Frankfurt hatte der Dax bereits heute 5 Prozent abgegeben und dürfte seinen Kurssturz am morgigen Donnerstag fortsetzen.

21.30 Uhr: Die US-Notenbank hat wegen des Abschwungs der US-Wirtschaft eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen. Trotz der jüngsten Senkung des Schlüsselzinses auf aktuell 1 Prozent blieben Abwärtsrisiken für die Konjunktur, heißt es in dem am Mittwochabend veröffentlichten Sitzungsprotokoll der Fed vom 29. Oktober. Die Wirtschaft dürfte im zweiten Halbjahr 2008 und im ersten Halbjahr 2009 schrumpfen. Angesichts dieser Entwicklung könnten weitere Zinssenkungen angemessen sein, heißt es im Protokoll.

Für 2009 erwartet die Fed, dass das US-BIP um 0,2 bis 1,1 Prozent schrumpfen wird. Die Fed hat in den vergangenen Monaten den Schlüsselzins bereits um 4,25 Prozentpunkte zurückgenommen. Die nächste Sitzung der Notenbank steht am 16. Dezember an - eine weitere Senkung auf dann nur noch 0,5 Prozent sei wahrscheinlich, meinen die Analysten von UniCredit.

20.30 Uhr: 90 Minuten vor Handelsschluss in den USA baut der Dow Jones seine Verluste auf 3 Prozent aus. Die Titel von GM, Citigroup und Ford notieren jeweils zwischen 15 und 25 Prozent im Minus. Die Citigroup  belastet nicht nur, dass der Konzern weitere Milliardenrisiken in die eigenen Bücher nehmen muss: Je klarer die Zeichen für eine tiefe Rezession werden, desto höher ist nach Einschätzung von Anlegern die Wahrscheinlichkeit, dass Finanzinstitute weitere Abschreibungen auf ihre zum Teil illiquiden Vermögenswerte vornehmen müssen. In Frankfurt schloss die Aktie der Deutschen Bank zum Beispiel mit einem Minus von 8 Prozent bei 21,39 Euro.

19.30 Uhr: Der Dow Jones  baut am Abend seine Verluste aus und fällt zeitweise unter die Marke von 8200 Punkten. Die Unsicherheit, ob der US-Kongress in Kürze einem Rettungspaket für die Autobranche zustimmen wird, lähmt den Markt. Die US-Autobauer GM und Ford  weiten ihre Verluste auf jeweils 15 Prozent aus, GM notiert derzeit auf dem tiefsten Stand seit 66 Jahren.

18 Uhr: Die Aktien des Autokonzerns General Motors (GM) verlieren mehr als 10 Prozent und Wert und markieren mit 2,67 US-Dollar zeitweise den tiefsten Stand seit 60 Jahren. Die Chefs der drei großen US-Autobauer GM, Ford und Chrysler haben mit Warnungen vor einem Kollaps der US-Autoindustrie ihrer Bitte um einen neuen Milliarden-Staatskredit Nachdruck verliehen. Doch verschiedene republikanische Senatoren sprachen sich unterdessen gegen staatliche Hilfe aus. Die beste Option sei, Gläubigerschutz ("Chapter 11") zu beantragen und die Führungsebene auszutauschen.

Dabei hatten die Chefs der drei großen Autobauer GM, Ford und Chrysler ihre Forderung nach einem weiteren Staatskredit vor dem US-Kongress heute mit zum Teil dramatischen Szenarien bekräftigt. "4,5 Millionen Menschen hängen von dieser Industrie ab. Ohne Unterstützung könnten fast drei Millionen von ihnen binnen zwölf Monaten ihren Job verlieren", sagte Chrysler- Vorstandschef Robert Nardelli vor dem US-Senatsausschuss.

17.45 Uhr: Ausverkaufstimmung an den Märkten. Der Dax  schließt mit einem Minus von 4,9 Prozent bei 4354 Zählern. In New York gibt der Dow Jones  unterdessen 2 Prozent auf 8259 Zähler nach.

17 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) notiert mit 5,0 Prozent im Minus bei 4351 Zählern. Für den MDax  geht es um 4,0 Prozent abwärts auf 4974 Zähler. Der TecDax  notiert 6,5 Prozent tiefer bei 462 Punkten. In New York gibt der Dow Jones  1,6 Prozent auf 8293 Punkte nach.

16.43 Uhr: Auch Versicherungen dürften nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde Bafin das Rettungspaket für die Finanzbranche in Zukunft verstärkt nutzen. Ein sehr kleiner Schaden- und Unfallversicherer habe den Fonds bereits angezapft, sagte Thomas Steffen, der die Assekuranz für die Bafin überwacht, am Mittwoch in Frankfurt. Weitere Anträge auf Hilfen aus dem 500 Milliarden Euro umfassenden Rettungsfonds des Bundes wären keine Überraschung, sagte er. Weitere Versicherer könnten diesem Beispiel folgen, nicht weil sie vor dem Aus stünden, sondern um sich einen Vorteil im Wettbewerb zu verschaffen. Bisher haben überwiegend Banken bekannt, den Fonds nutzen zu wollen.

16.37 Uhr: Die angeschlagene General-Motors-Tochter Opel muss einer Studie zufolge im kommenden Jahr mit der schlechtesten Werksauslastung aller deutschen Hersteller zurechtkommen. Die Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport" zitierte am Mittwoch eine Prognose des Prognosespezialisten CSM Worldwide, wonach die Opel-Auslastung nur noch bei 66,2 Prozent der Kapazität liegen soll. Das sei ein Minus gegenüber 2008 von 11,4 Prozentpunkten. Das Astra-Werk Bochum rutsche auf nur noch 61 Prozent Auslastung, während das Corsa-Werk in Eisenach 76 Prozent erreiche. Im Stammwerk Rüsselsheim rechnen die Experten wegen des neuen Insignia und des Produktionsanlaufs für den neuen Saab 9-5 mit 81 Prozent Auslastung.

Der bestausgelastete deutsche Hersteller soll BMW  mit 92 Prozent sein. Auch Daimler  kommt trotz der Produktionskürzungen noch auf eine Auslastung von 89,1 Prozent. Gut schlagen sich zudem Volkswagen  mit 84,5 Prozent und die Ford-Werke mit 79,3 Prozent. Alle deutschen Hersteller liegen weit vor den französischen Wettbewerbern Renault  und PSA Peugeot Citroën , die rechnerisch vier beziehungsweise zwei Werke zu viel haben.

16.11 Uhr: Der schwer angeschlagene US-Finanzkonzern Citigroup (Kurswerte anzeigen) holt 17,4 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro) an riskanten Vermögenswerten aus umstrittenen externen Zweckgesellschaften ("SIV" oder "Conduits") in die eigenen Bücher. Die Übernahme umfasse alle noch verbliebenen Werte dieser Gesellschaften, teilte die Bank am Mittwoch in New York mit.

Viele Finanzhäuser hatten in sogenannte strukturierte Zweckgesellschaften riskante Geschäfte aus der eigenen Bilanz ausgelagert. Sie mussten damit das Ausmaß ihrer Risiken nicht mehr ausweisen. Die heftig kritisierte Praxis gilt als eine der Ursachen der Kreditkrise. Die Citigroup hatte zu Beginn der Krise mit einem Wert von rund 100 Milliarden Dollar das weltweit größte SIV-Volumen, den Großteil davon aber inzwischen bereits unter milliardenschweren Abschreibungen in die eigenen Bücher übernommen. Die Großbank hatte am Montag den Abbau weiterer mehr als 50.000 Stellen angekündigt. Insgesamt werden damit rund 75.000 der vor gut einem Jahr weltweit noch 375.000 Jobs gestrichen.

15.55 Uhr: Die Aktien der US-Autohersteller General Motors  und Ford  sind am Mittwoch in New York im frühen Handel jeweils um rund 10 Prozent eingebrochen. Auch der Dow Jones  drehte daraufhin erneut ins Minus.

Hintergrund ist der Machtkampf um ein 25-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die "Big Three" aus Detroit: Der republikanische Senator von Alabama, Richard Shelby, hat sich gegen staatliche Hilfe für die angeschlagenen Autobauer ausgesprochen. Die beste Option sei, Gläubigerschutz ("Chapter 11") zu beantragen und die Führungsebene auszutauschen.

15.45 Uhr: An der Wall Street notiert der US-Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) nach 15 Minuten Handel knapp im Plus bei 8457 Zählern. Vor allem die Sorgen über das Schicksal der US-Autobauer lasten weiterhin auf dem Markt. Im Kongress streiten Demokraten und Republikaner über weitere Kredite in Höhe von 25 Milliarden für die US-Autoindustrie.

15.15 Uhr: Wegen deutlich sinkender Energiepreise sind die Lebenshaltungskosten in den USA im Rekordtempo gesunken. Von September auf Oktober fielen die Verbraucherpreise um 1,0 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das war der größte Rückgang seit Beginn der Datensammlung 1947. Energie verbilligte sich und kostete im Schnitt 8,6 Prozent weniger. Dies war der stärkste Rückgang seit 1957.

Tanken war für die US-Bürger 14,2 Prozent günstiger, wobei die Preise immer noch zwölf Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist lagen. Lebensmittel hingegen kosteten 0,3 Prozent mehr. Im Vergleich zum Oktober 2007 verteuerte sich die Lebenshaltung um 3,7 nach zuletzt 4,9 Prozent. Dies ist die geringste Teuerungsrate seit einem Jahr.

14.15 Uhr: Der Dax  nimmt den Kurseinbruch bei BASF zum Anlass, neue Tiefs zu testen. Der Index rutscht mit einem Verlust von rund 4 Prozent zeitweise bis auf 4403 Zähler ab. Die Gewinnwarnung des Chemieriesen BASF lastet schwer auf dem Index: Die chemische Industrie gilt als guter Indikator für den Zustand der Weltkonjunktur. Auch die BASF macht einen Großteil ihres Geschäftes in Schwellenländern.

BASF richtet sich auf harte Zeiten ein

13.20 Uhr: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat wegen einer deutlich zurückgehenden Nachfrage das Gewinnziel für das laufende Jahr zurückgenommen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereinflüssen des Vorjahres werde im laufenden Jahr nicht erreicht, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Ludwigshafen mit. BASF kündigte zudem an, die Produktion bremsen zu wollen. Rund 80 Anlagen weltweit würden vorübergehend außer Betrieb genommen. Weitere 100 Anlagen sollten gedrosselt werden. Davon seien 20.000 Beschäftigte betroffen. Die BASF richte sich auf harte Zeiten ein, erklärte Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Der Konzern begründete den Schritt mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage - auch gegenüber Ende Oktober, als das Unternehmen bereits auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld hingewiesen hatte.

12.37 Uhr: In Japan muss sich nun auch die drittgrößte Bank des Landes wegen der Auswirkungen der Finanzkrise frisches Kapital beschaffen. Die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG)  erklärte am Mittwoch, durch die Kapitalerhöhung 284 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro) erlösen zu wollen. Die Bank schloss eine weitere Erhöhung nicht aus. Die Zeitung "Yomiuri" hatte zuvor berichtet, SMFG wolle rund 400 Milliarden Yen aufbringen.

Vor einer Woche hatte das Geldinstitut einen Gewinneinbruch von rund 50 Prozent zwischen Juli und September vermeldet. Japans Banken werden immer stärker in den Strudel der Finanzkrise gezogen. Um ihre Bilanzen zu stärken, haben bereits die beiden größten Institute des Landes, Mitsubishi UFJ  und Mizuho Financial, Kapitalerhöhungen von zusammen 10,7 Milliarden Euro bekanntgegeben.

11.31 Uhr: Der US-Mischkonzern General Electric  (GE) will seine Finanzsparte GE Capital reorganisieren und dadurch im kommenden Jahr zwei Milliarden Dollar einsparen. Mit einer neuen Struktur wolle sich das Unternehmen auf Bereiche mit höheren Renditen konzentrieren, teilte GE am Dienstag mit. Infolge der Pläne sollen auch Arbeitsplätze gestrichen werden. Details hierzu nannte der Konzern aus Fairfield nicht. Der Mischkonzern erzielte noch im vergangenen Jahr mit GE Capital knapp die Hälfte seiner Gewinne.

11.46 Uhr: Anzeichen einer weiter sinkenden Nachfrage nach Öl haben am Mittwoch den Preis für den Rohstoff weiter unter Druck gesetzt. Am Mittag kostete das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI nur noch knapp 54 Dollar nach 54,39 Dollar am Vorabend in New York. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 1 Prozent auf 51,34 Dollar.

11.45 Uhr: Die Ratingagentur Moody's warnt vor vermehrten Hypotheken-Ausfällen in Europa. Die Lage an den Häusermärkten verschlechtere sich und der Wirtschaftsabschwung erhöhe die Risiken auf der Schuldnerseite, erklärten die Bonitätswächter am Mittwoch. Damit drohten zahlreichen Wertpapieren, die mit solchen gewerblichen Hypotheken besichert sind, weitere Herabstufungen.

11.36 Uhr: Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will sich angeblich mit Hilfen des Bundes und des Landes für die Zukunft wappnen. Die größte deutsche Landesbank solle sowohl eine Kapitalspritze der Eigner bekommen als auch Bundesgarantien für Kredite in Anspruch nehmen, berichteten am Mittwoch die Nachrichtenagenturen dpa und reuters unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Kapitalspritze könne bis zu sechs Milliarden Euro betragen, hieß es. Die Eigenkapitalquote solle damit von 7,3 Prozent auf 9 bis 10 Prozent erhöht werden. Zur Absicherung von Krediten könnte die Bank außerdem Garantien des Bundes von bis zu 30 Milliarden Euro beanspruchen, hieß es.

11.10 Uhr: Das von einem Staatsbankrott bedrohte Island erhält von den vier nordischen Ländern einen Kredit in Höhe von rund zwei Milliarden Euro. "Der Zeitplan ist noch offen, aber es ist ziemlich dringend", bestätigte ein finnischer Regierungsmitarbeiter entsprechende Medienberichte. Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark wollen mit der Geldspritze die Wirtschaft des Inselstaates stützen, die von der Finanzkrise besonders hart getroffenen worden ist.

Island hat bereits beim Internationalen Währungsfonds, bei der EU und in Russland um finanzielle Hilfen gebeten. Russland stellt umgerechnet rund 400 Millionen Euro bereit. Am Montag hatte die Regierung in Reykjavik erklärt, letztendlich könnte die 300.000 Einwohner zählende Insel bis zu 19 Milliarden Euro benötigen, um die Wirtschaft des Landes zu stützen.

Bank of America warnt vor nächster Welle der Finanzkrise

10.41 Uhr: Die Opec will trotz des fallenden Ölpreises auf ihrem nächsten Treffen offenbar keine Drosselung der Fördermenge beschließen. Diese Entscheidung sei bei dem Treffen am 29. November in Kairo eher unwahrscheinlich, zitierte die algerische Zeitung "El Khabar" am Mittwoch den Präsidenten des Ölkartells, Chakib Khelil. Zunächst müsse klar sein, ob alle Mitgliedstaaten der Opec die zuvor beschlossene Drosselung auch umgesetzt hätten.

Deshalb sei das darauffolgende Treffen am 17. Dezember im algerischen Oran wichtiger. Bisher habe die Situation auf dem Ölmarkt den Erdöl exportierenden Ländern einen geschätzten Verlust von 700 Milliarden Dollar beschert, sagte Chelil der Zeitung. Ein Fass US-Leichtöl kostete am Mittwoch nur noch 53,56 Dollar. Im Juli waren es noch über 147 Dollar gewesen.

10.19 Uhr: Der Chef der Bank of America (Kurswerte anzeigen) hat in dramatischen Worten vor einer nächsten Welle der Finanzkrise gewarnt. "Wir als Branche könnten vor den höchsten Verlusten im Kreditkartengeschäft stehen, die wir jemals erlebt haben", sagte Kenneth Lewis am Dienstagabend.

Die Bank of America gehört zu den größten Kartenanbietern der USA und musste in dem Bereich im dritten Quartal bereits empfindliche Belastungen hinnehmen. Der Gewinn brach daher um gut zwei Drittel ein. Die US-Konsumenten finanzieren ihre Einkäufe traditionell auf Pump - die Kreditkartenschulden belaufen sich auf bis zu eine Billion Dollar. Mit der Rezession nimmt die Zahl der Ausfälle deutlich zu.

10.06 Uhr: Der japanische Autobauer Toyota (Kurswerte anzeigen) stoppt wegen der Absatzschwäche seine gesamte Produktion in Nordamerika für zwei Tage. Der Konzern nahm am Mittwoch keine Stellung dazu, um wie viele Fahrzeuge die Produktion in den Fabriken infolge der Zwangspause am 22. und 23. Dezember reduziert wird. Auf dem wichtigen US-Markt schrumpften die Verkäufe von Toyota in diesem Jahr bisher um 12 Prozent. Ein Konzernsprecher sagte zudem, in China werde der Konzern in diesem Jahr nur 600.000 statt der geplanten 700.000 Fahrzeuge verkaufen.

Ford relativiert seine Notlage

09.46 Uhr: Die Wirtschaftsleistung Spaniens ist im dritten Quartal nach endgültigen Zahlen erstmals seit 15 Jahren gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Sommer um 0,2 Prozent zum Vorquartal geschrumpft, teilte die spanische Statistikbehörde INE am Mittwoch in Madrid mit und bestätigte damit vorläufige Zahlen. Im zweiten Quartal war die spanische Wirtschaft noch um 0,1 Prozent gewachsen. Belastet wurde das Wachstum im dritten Quartal laut INE vor allem durch schwache Konsum- und Bauausgaben.

09.38 Uhr: Beim US-Autobauer Ford (Kurswerte anzeigen) sind die Absatz- und Liquiditätsprobleme offenbar weniger akut als zuvor dargestellt. Ford habe genügend Cashreserven, um auch bis 2009 zu warten, sofern sich das stattliche Rettungspaket bis Januar verzögere, sagte der für den Amerika-Absatz verantwortliche Ford-Manager Mark Fields am Dienstag. Die Autoverkäufe in den USA dürften Fields zufolge gegenüber dem Vormonat stagnieren, nachdem sie im Oktober auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gefallen waren.

09.33 Uhr: Die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur streicht wegen eines "noch nie dagewesenen" Geschäftseinbruchs 1000 Stellen. Die meisten Jobs würden in Nordamerika eingespart, wo die Kosten am höchsten seien, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Weltweit arbeiten rund 11.000 Menschen für die NOL. Die Reederei hatte im vergangenen Monat angekündigt, dass sie die Kapazität auf der Route Asien-Europa um 25 Prozent einschränken werde, die auf der innerpazifischen Route um 20 Prozent. NOL galt lange als aussichtsreicher Bieter für die größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd, die jedoch schließlich ein Hamburger Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne von Tui  übernahm.

09.11 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit kaum veränderten Kursen in den Handel gestartet. Wenige Minuten nach der Eröffnung notierte der Dax  bei 4577 Punkten, nachdem er am Vorabend ein halbes Prozent höher bei 4579 Zählern geschlossen hatte. Unter Druck geriet die Aktie von Hypo Real Estate , deren Kurs um rund 6 Prozent fiel. Dagegen zogen Continental-Aktien  mit einem Plus von 2 Prozent an die Spitze des Dax. Die Autobranche insgesamt blieb im Blick der Investoren, nachdem am Vorabend General Motors , Ford  und Chrysler den US-Senat um Staatshilfen gebeten haben. Die Aktien von Daimler  und BMW  lagen im frühen Handel bis zu 1,4 Prozent im Minus.

08.42 Uhr: Die Anleger setzen angesichts der düsteren Konjunkturaussichten verstärkt auf europäische Staatsanleihen als sichere Geldanlage. Der für den europäischen Rentenmarkt richtungweisende Kurs des Bund-Future stieg am Morgen zeitweise auf 119,30 Punkte, den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Später lag der Terminkontrakt noch 37 Basispunkte im Plus bei 119,13 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,661 Prozent.

08.33 Uhr: Der US-Automobilkonzern General Motors (GM)  erwägt wegen des schwachen Kfz-Absatzes in Nordamerika weitere Produktionskürzungen und Personalmaßnahmen. Geplant seien im kommenden Jahr zusätzliche temporäre Werksschließungen sowie der Abbau von Überstunden bei den Beschäftigten, sagte ein GM-Sprecher am Dienstag in Detroit. Darüber habe das Unternehmen die Arbeiter in den fünf betreffenden Werken, die Pickups und SUV produzierten, bereits informiert. Zur Zahl der von den Maßnahmen betroffenen Mitarbeiter und zum erwarteten Einsparvolumen machte der Sprecher keine Angaben.

Nikkei schließt auf Wochentief

07.43 Uhr: Angesichts steigender Sorgen über die weltweite Konjunktur hat der Nikkei-225-Index (Kurswerte anzeigen)am Mittwoch auf dem tiefsten Stand seit einer Woche geschlossen. Der Leitindex gab um 0,66 Prozent auf 8273,22 Punkte nach. Für den breiter gefassten Topix ging es um 0,96 Prozent auf 827,43 Zähler nach unten. Besonders Handelshäuser wurden von den Ängsten um die wirtschaftliche Entwicklung belastet.

07.20 Uhr: Die Ölpreise haben sich am Mittwoch nach den starken Kursschwankungen vom Vortag wieder stabilisiert und zeigten sich am Morgen kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) kostete im asiatischen Handel 54,52 US-Dollar und damit 13 Cent mehr als am Vortag. Ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um vier Cent auf 51,88 Dollar.

06.41 Uhr: Die Volksrepublik China hat Japan als US-Gläubiger überrundet: Wie das US-Finanzministerium am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, stieg der von China gehaltene Gesamtwert an solchen Schuldverschreibungen im September von 541,4 Milliarden auf 585 Milliarden Dollar. Dagegen sank der Gesamtwert der japanischen Schatzanleihen gegenüber dem August von 586 auf 573,2 Milliarden Dollar. An dritter Stelle in der Statistik ausländischer Gläubiger liegt Großbritannien mit 338,4 Milliarden Dollar.

06.39 Uhr: Wegen des rückläufigen Absatzes plant der Autohersteller Opel deutliche Produktionskürzungen in fast allen europäischen Werken. Diskutiert wird auch eine Verkürzung der Arbeitszeit, wie Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe) sagte. Als Konsequenz aus der Krise des US-Mutterkonzerns General Motors müssen ab sofort die Führungskräfte der europäischen Tochterfirmen auf größere Teile ihres Einkommens verzichten. Derweil wird in der Union massive Kritik an der Ankündigung einer staatlichen Bürgschaft für Opel durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) laut.

06.19 Uhr: Die drei großen Autobauer der USA haben staatliche Finanzhilfen von insgesamt 25 Milliarden Dollar gefordert, um die Unternehmen vor dem Aus zu retten. General Motors, Ford und Chrysler können aber nicht mit schneller staatlicher Hilfe rechnen. Finanzminister Henry Paulson lehnte es ab, einen Teil des 700-Milliarden-Dollar-Pakets für die Banken an die Autokonzerne abzuzweigen. Auch im Kongress wurden am Dienstag Vorbehalte laut.

05.00 Uhr: Der Autobauer Opel braucht laut einem Zeitungsbericht im "schlimmsten anzunehmenden Fall" eine Bürgschaft über 1,8 Milliarden Euro. Dabei gehe es um 1,3 Milliarden Euro für das kommende Jahr und weitere 500 Millionen für 2010, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Teilnehmer der Berliner Krisengespräche. Die Bundesregierung will bis Weihnachten über die Gewährung einer Bürgschaft entscheiden.

Chrysler vor dem Abgrund

04.59 Uhr: Japans drittgrößte Bank SMFG will sich einem Zeitungsbericht zufolge nun doch frisches Kapital beschaffen. Wie die Zeitung "Yomiuri" in ihrer Mittwochausgabe berichtete, will die Sumitomo Mitsui Financial Group  umgerechnet 3,3 Milliarden Euro erlösen. Die Pläne könnten noch am Mittwoch bekanntgegeben werden.

03.40 Uhr: Nissan-Chef Carlos Ghosn rechnet einem Interview zufolge im laufenden zweiten Geschäftshalbjahr nur noch mit einer schwarzen Null beim Gewinn des Autoherstellers. Ein Unternehmenssprecher relativierte die am Mittwoch vom "Wall Street Journal" veröffentlichten Äußerungen aber und betonte, es handle sich um keine wörtlich zu nehmende Zielmarke. Vielmehr habe Ghosn nur die erwartete Geschäftsentwicklung charakterisiert. Nissan  bleibe bei seiner Ende Oktober gegebenen Prognose von 33,7 Milliarden Yen (276 Millionen Euro) Nettogewinn für das Halbjahr bis zum 31. März 2009.

Für den französischen Autobauer Renault  , den Ghosn ebenfalls führt, senkte er seine Prognose für die operative Gewinnmarge im laufenden Jahr auf rund 2,5 Prozent von zuletzt 2,5 bis drei Prozent. Auch die Zielmarke von sechs Prozent Gewinnmarge im Jahr 2009 werde Renault wohl verfehlen, ließ er durchblicken.

00.37 Uhr: Der US-Autobauer Chrysler steht nach eigenen Angaben vor dem Abgrund, falls er keine staatliche Finanzspritze erhält. Konzernchef Robert Nardelli erklärte am Dienstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats, Chrysler habe pro Monat zwischen vier und fünf Milliarden Dollar an Kosten für Löhne und Gehälter, zur Bezahlung der Rechnungen von Zuliefern und anderes.

Mittwoch, 00.35 Uhr: Die Führungskräfte der General-Motors-Tochter Adam Opel müssen von sofort an auf größere Teile ihres Einkommens verzichten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Angaben von General Motors Europa. Demnach hat GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster für die kommenden 14 Monate konzernweit alle vertraglich zugesicherten Bonuszahlungen, Prämien und sonstigen Sondervergütungen gestrichen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Fotostrecke: Die weiten Kreise der Autokrise

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