Donnerstag, 19. September 2019

Krisenticker Dow schließt auf tiefstem Stand seit 2003

Der Kurssturz von Citigroup, GM und Ford drückt den Dow unter die Marke von 8000 Zählern. Damit schließt der Index auf dem tiefsten Stand seit März 2003. Die Krise hat nach der Finanz- und Autobranche nun auch den Chemiesektor erfasst. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

Fed-Chef Ben Bernanke (l): Die US-Notenbank erwartet einen Abschwung 2009. Die Zinsen könnten schon im Dezember unter das aktuelle Niveau von 1 Prozent gedrückt werden. Der Dow stürzt dennoch ab

22 Uhr: Und noch eine Verkaufswelle an der Wall Street. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen verliert am Mittwoch 426 Punkte (5 Prozent) und schließt bei 7998 Zählern. Das ist der tiefste Schlussstand seit März 2003, als die Indizes nach drei Jahren Talfahrt ihren Tiefpunkt erreicht hatten. Doch auf eine rasche Wende sollten Anleger angesichts der aktuellen Krise nicht hoffen: In Frankfurt hatte der Dax bereits heute 5 Prozent abgegeben und dürfte seinen Kurssturz am morgigen Donnerstag fortsetzen.

21.30 Uhr: Die US-Notenbank hat wegen des Abschwungs der US-Wirtschaft eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen. Trotz der jüngsten Senkung des Schlüsselzinses auf aktuell 1 Prozent blieben Abwärtsrisiken für die Konjunktur, heißt es in dem am Mittwochabend veröffentlichten Sitzungsprotokoll der Fed vom 29. Oktober. Die Wirtschaft dürfte im zweiten Halbjahr 2008 und im ersten Halbjahr 2009 schrumpfen. Angesichts dieser Entwicklung könnten weitere Zinssenkungen angemessen sein, heißt es im Protokoll.

Für 2009 erwartet die Fed, dass das US-BIP um 0,2 bis 1,1 Prozent schrumpfen wird. Die Fed hat in den vergangenen Monaten den Schlüsselzins bereits um 4,25 Prozentpunkte zurückgenommen. Die nächste Sitzung der Notenbank steht am 16. Dezember an - eine weitere Senkung auf dann nur noch 0,5 Prozent sei wahrscheinlich, meinen die Analysten von UniCredit.

20.30 Uhr: 90 Minuten vor Handelsschluss in den USA baut der Dow Jones seine Verluste auf 3 Prozent aus. Die Titel von GM, Citigroup und Ford notieren jeweils zwischen 15 und 25 Prozent im Minus. Die Citigroup Börsen-Chart zeigen belastet nicht nur, dass der Konzern weitere Milliardenrisiken in die eigenen Bücher nehmen muss: Je klarer die Zeichen für eine tiefe Rezession werden, desto höher ist nach Einschätzung von Anlegern die Wahrscheinlichkeit, dass Finanzinstitute weitere Abschreibungen auf ihre zum Teil illiquiden Vermögenswerte vornehmen müssen. In Frankfurt schloss die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigenzum Beispiel mit einem Minus von 8 Prozent bei 21,39 Euro.

19.30 Uhr: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baut am Abend seine Verluste aus und fällt zeitweise unter die Marke von 8200 Punkten. Die Unsicherheit, ob der US-Kongress in Kürze einem Rettungspaket für die Autobranche zustimmen wird, lähmt den Markt. Die US-Autobauer GM und Ford Börsen-Chart zeigen weiten ihre Verluste auf jeweils 15 Prozent aus, GM notiert derzeit auf dem tiefsten Stand seit 66 Jahren.

GM-Zentrale in Detroit: Gläubigerschutz statt Hilfspaket vom Staat?
Getty Images
GM-Zentrale in Detroit: Gläubigerschutz statt Hilfspaket vom Staat?
18 Uhr: Die Aktien des Autokonzerns General Motors (GM) verlieren mehr als 10 Prozent und Wert und markieren mit 2,67 US-Dollar zeitweise den tiefsten Stand seit 60 Jahren. Die Chefs der drei großen US-Autobauer GM, Ford und Chrysler haben mit Warnungen vor einem Kollaps der US-Autoindustrie ihrer Bitte um einen neuen Milliarden-Staatskredit Nachdruck verliehen. Doch verschiedene republikanische Senatoren sprachen sich unterdessen gegen staatliche Hilfe aus. Die beste Option sei, Gläubigerschutz ("Chapter 11") zu beantragen und die Führungsebene auszutauschen.

Dabei hatten die Chefs der drei großen Autobauer GM, Ford und Chrysler ihre Forderung nach einem weiteren Staatskredit vor dem US-Kongress heute mit zum Teil dramatischen Szenarien bekräftigt. "4,5 Millionen Menschen hängen von dieser Industrie ab. Ohne Unterstützung könnten fast drei Millionen von ihnen binnen zwölf Monaten ihren Job verlieren", sagte Chrysler- Vorstandschef Robert Nardelli vor dem US-Senatsausschuss.

17.45 Uhr: Ausverkaufstimmung an den Märkten. Der Dax Börsen-Chart zeigen schließt mit einem Minus von 4,9 Prozent bei 4354 Zählern. In New York gibt der Dow Jones Börsen-Chart zeigen unterdessen 2 Prozent auf 8259 Zähler nach.

17 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen notiert mit 5,0 Prozent im Minus bei 4351 Zählern. Für den MDax Börsen-Chart zeigen geht es um 4,0 Prozent abwärts auf 4974 Zähler. Der TecDax Börsen-Chart zeigen notiert 6,5 Prozent tiefer bei 462 Punkten. In New York gibt der Dow Jones Börsen-Chart zeigen 1,6 Prozent auf 8293 Punkte nach.

Angst vor der Rezession: Auch das Dax-Schwergewicht BASF stellt sich auf harte Zeiten ein
16.43 Uhr: Auch Versicherungen dürften nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde Bafin das Rettungspaket für die Finanzbranche in Zukunft verstärkt nutzen. Ein sehr kleiner Schaden- und Unfallversicherer habe den Fonds bereits angezapft, sagte Thomas Steffen, der die Assekuranz für die Bafin überwacht, am Mittwoch in Frankfurt. Weitere Anträge auf Hilfen aus dem 500 Milliarden Euro umfassenden Rettungsfonds des Bundes wären keine Überraschung, sagte er. Weitere Versicherer könnten diesem Beispiel folgen, nicht weil sie vor dem Aus stünden, sondern um sich einen Vorteil im Wettbewerb zu verschaffen. Bisher haben überwiegend Banken bekannt, den Fonds nutzen zu wollen.

16.37 Uhr: Die angeschlagene General-Motors-Tochter Opel muss einer Studie zufolge im kommenden Jahr mit der schlechtesten Werksauslastung aller deutschen Hersteller zurechtkommen. Die Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport" zitierte am Mittwoch eine Prognose des Prognosespezialisten CSM Worldwide, wonach die Opel-Auslastung nur noch bei 66,2 Prozent der Kapazität liegen soll. Das sei ein Minus gegenüber 2008 von 11,4 Prozentpunkten. Das Astra-Werk Bochum rutsche auf nur noch 61 Prozent Auslastung, während das Corsa-Werk in Eisenach 76 Prozent erreiche. Im Stammwerk Rüsselsheim rechnen die Experten wegen des neuen Insignia und des Produktionsanlaufs für den neuen Saab 9-5 mit 81 Prozent Auslastung.

Der bestausgelastete deutsche Hersteller soll BMW Börsen-Chart zeigen mit 92 Prozent sein. Auch Daimler Börsen-Chart zeigen kommt trotz der Produktionskürzungen noch auf eine Auslastung von 89,1 Prozent. Gut schlagen sich zudem Volkswagen Börsen-Chart zeigen mit 84,5 Prozent und die Ford-Werke mit 79,3 Prozent. Alle deutschen Hersteller liegen weit vor den französischen Wettbewerbern Renault Börsen-Chart zeigen und PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen, die rechnerisch vier beziehungsweise zwei Werke zu viel haben.

16.11 Uhr: Der schwer angeschlagene US-Finanzkonzern Citigroup Börsen-Chart zeigen holt 17,4 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro) an riskanten Vermögenswerten aus umstrittenen externen Zweckgesellschaften ("SIV" oder "Conduits") in die eigenen Bücher. Die Übernahme umfasse alle noch verbliebenen Werte dieser Gesellschaften, teilte die Bank am Mittwoch in New York mit.

Viele Finanzhäuser hatten in sogenannte strukturierte Zweckgesellschaften riskante Geschäfte aus der eigenen Bilanz ausgelagert. Sie mussten damit das Ausmaß ihrer Risiken nicht mehr ausweisen. Die heftig kritisierte Praxis gilt als eine der Ursachen der Kreditkrise. Die Citigroup hatte zu Beginn der Krise mit einem Wert von rund 100 Milliarden Dollar das weltweit größte SIV-Volumen, den Großteil davon aber inzwischen bereits unter milliardenschweren Abschreibungen in die eigenen Bücher übernommen. Die Großbank hatte am Montag den Abbau weiterer mehr als 50.000 Stellen angekündigt. Insgesamt werden damit rund 75.000 der vor gut einem Jahr weltweit noch 375.000 Jobs gestrichen.

15.55 Uhr: Die Aktien der US-Autohersteller General Motors Börsen-Chart zeigen und Ford Börsen-Chart zeigen sind am Mittwoch in New York im frühen Handel jeweils um rund 10 Prozent eingebrochen. Auch der Dow Jones Börsen-Chart zeigen drehte daraufhin erneut ins Minus.

Hintergrund ist der Machtkampf um ein 25-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die "Big Three" aus Detroit: Der republikanische Senator von Alabama, Richard Shelby, hat sich gegen staatliche Hilfe für die angeschlagenen Autobauer ausgesprochen. Die beste Option sei, Gläubigerschutz ("Chapter 11") zu beantragen und die Führungsebene auszutauschen.

15.45 Uhr: An der Wall Street notiert der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen nach 15 Minuten Handel knapp im Plus bei 8457 Zählern. Vor allem die Sorgen über das Schicksal der US-Autobauer lasten weiterhin auf dem Markt. Im Kongress streiten Demokraten und Republikaner über weitere Kredite in Höhe von 25 Milliarden für die US-Autoindustrie.

Billiger tanken: Während die Preise für Lebensmittel weiter steigen, drückt der Preisverfall bei Energie die Lebenshaltungskosten in den USA
DDP
Billiger tanken: Während die Preise für Lebensmittel weiter steigen, drückt der Preisverfall bei Energie die Lebenshaltungskosten in den USA
15.15 Uhr: Wegen deutlich sinkender Energiepreise sind die Lebenshaltungskosten in den USA im Rekordtempo gesunken. Von September auf Oktober fielen die Verbraucherpreise um 1,0 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das war der größte Rückgang seit Beginn der Datensammlung 1947. Energie verbilligte sich und kostete im Schnitt 8,6 Prozent weniger. Dies war der stärkste Rückgang seit 1957.

Tanken war für die US-Bürger 14,2 Prozent günstiger, wobei die Preise immer noch zwölf Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist lagen. Lebensmittel hingegen kosteten 0,3 Prozent mehr. Im Vergleich zum Oktober 2007 verteuerte sich die Lebenshaltung um 3,7 nach zuletzt 4,9 Prozent. Dies ist die geringste Teuerungsrate seit einem Jahr.

14.15 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen nimmt den Kurseinbruch bei BASF zum Anlass, neue Tiefs zu testen. Der Index rutscht mit einem Verlust von rund 4 Prozent zeitweise bis auf 4403 Zähler ab. Die Gewinnwarnung des Chemieriesen BASF lastet schwer auf dem Index: Die chemische Industrie gilt als guter Indikator für den Zustand der Weltkonjunktur. Auch die BASF macht einen Großteil ihres Geschäftes in Schwellenländern.

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung