Dienstag, 15. Oktober 2019

Krisenticker Dow schließt auf tiefstem Stand seit 2003

2. Teil: BASF richtet sich auf harte Zeiten ein

13.20 Uhr: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat wegen einer deutlich zurückgehenden Nachfrage das Gewinnziel für das laufende Jahr zurückgenommen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereinflüssen des Vorjahres werde im laufenden Jahr nicht erreicht, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Ludwigshafen mit. BASF kündigte zudem an, die Produktion bremsen zu wollen. Rund 80 Anlagen weltweit würden vorübergehend außer Betrieb genommen. Weitere 100 Anlagen sollten gedrosselt werden. Davon seien 20.000 Beschäftigte betroffen. Die BASF richte sich auf harte Zeiten ein, erklärte Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Der Konzern begründete den Schritt mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage - auch gegenüber Ende Oktober, als das Unternehmen bereits auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld hingewiesen hatte.

12.37 Uhr: In Japan muss sich nun auch die drittgrößte Bank des Landes wegen der Auswirkungen der Finanzkrise frisches Kapital beschaffen. Die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) Börsen-Chart zeigen erklärte am Mittwoch, durch die Kapitalerhöhung 284 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro) erlösen zu wollen. Die Bank schloss eine weitere Erhöhung nicht aus. Die Zeitung "Yomiuri" hatte zuvor berichtet, SMFG wolle rund 400 Milliarden Yen aufbringen.

Vor einer Woche hatte das Geldinstitut einen Gewinneinbruch von rund 50 Prozent zwischen Juli und September vermeldet. Japans Banken werden immer stärker in den Strudel der Finanzkrise gezogen. Um ihre Bilanzen zu stärken, haben bereits die beiden größten Institute des Landes, Mitsubishi UFJ Börsen-Chart zeigen und Mizuho Financial, Kapitalerhöhungen von zusammen 10,7 Milliarden Euro bekanntgegeben.

Hoffen auf Hilfe: Demonstration in Island
AFP
Hoffen auf Hilfe: Demonstration in Island
11.31 Uhr: Der US-Mischkonzern General Electric Börsen-Chart zeigen (GE) will seine Finanzsparte GE Capital reorganisieren und dadurch im kommenden Jahr zwei Milliarden Dollar einsparen. Mit einer neuen Struktur wolle sich das Unternehmen auf Bereiche mit höheren Renditen konzentrieren, teilte GE am Dienstag mit. Infolge der Pläne sollen auch Arbeitsplätze gestrichen werden. Details hierzu nannte der Konzern aus Fairfield nicht. Der Mischkonzern erzielte noch im vergangenen Jahr mit GE Capital knapp die Hälfte seiner Gewinne.

11.46 Uhr: Anzeichen einer weiter sinkenden Nachfrage nach Öl haben am Mittwoch den Preis für den Rohstoff weiter unter Druck gesetzt. Am Mittag kostete das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI nur noch knapp 54 Dollar nach 54,39 Dollar am Vorabend in New York. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 1 Prozent auf 51,34 Dollar.

11.45 Uhr: Die Ratingagentur Moody's warnt vor vermehrten Hypotheken-Ausfällen in Europa. Die Lage an den Häusermärkten verschlechtere sich und der Wirtschaftsabschwung erhöhe die Risiken auf der Schuldnerseite, erklärten die Bonitätswächter am Mittwoch. Damit drohten zahlreichen Wertpapieren, die mit solchen gewerblichen Hypotheken besichert sind, weitere Herabstufungen.

11.36 Uhr: Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will sich angeblich mit Hilfen des Bundes und des Landes für die Zukunft wappnen. Die größte deutsche Landesbank solle sowohl eine Kapitalspritze der Eigner bekommen als auch Bundesgarantien für Kredite in Anspruch nehmen, berichteten am Mittwoch die Nachrichtenagenturen dpa und reuters unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Kapitalspritze könne bis zu sechs Milliarden Euro betragen, hieß es. Die Eigenkapitalquote solle damit von 7,3 Prozent auf 9 bis 10 Prozent erhöht werden. Zur Absicherung von Krediten könnte die Bank außerdem Garantien des Bundes von bis zu 30 Milliarden Euro beanspruchen, hieß es.

11.10 Uhr: Das von einem Staatsbankrott bedrohte Island erhält von den vier nordischen Ländern einen Kredit in Höhe von rund zwei Milliarden Euro. "Der Zeitplan ist noch offen, aber es ist ziemlich dringend", bestätigte ein finnischer Regierungsmitarbeiter entsprechende Medienberichte. Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark wollen mit der Geldspritze die Wirtschaft des Inselstaates stützen, die von der Finanzkrise besonders hart getroffenen worden ist.

Island hat bereits beim Internationalen Währungsfonds, bei der EU und in Russland um finanzielle Hilfen gebeten. Russland stellt umgerechnet rund 400 Millionen Euro bereit. Am Montag hatte die Regierung in Reykjavik erklärt, letztendlich könnte die 300.000 Einwohner zählende Insel bis zu 19 Milliarden Euro benötigen, um die Wirtschaft des Landes zu stützen.

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