Krisenticker US-Börsen schließen im Minus

Für den Dow Jones ging es am Montag um 2,6 Prozent bergab, die Nasdaq verlor 2,3 Prozent. Die Zahl der Unternehmen, die Stellen abbauen wollen, übersteigt in Deutschland erstmals seit drei Jahren die der Einstellungswilligen. Kanzlerin Merkel knüpft Staatshilfe für Opel an Bedingungen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.35 Uhr: Weltweite Konjunktursorgen und die geplanten Massenentlassungen bei der Großbank Citigroup haben die US-Börsen am Montag ins Minus gezogen. Der Dow Jones Index  ging mit einem Abschlag von 2,6 Prozent auf 8273 Punkte aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite (Kurswerte anzeigen) verlor 2,3 Prozent auf 1482 Punkte. Nervös werde darauf gewartet, ob und wie heimische Autohersteller staatliche Hilfe erhielten, für die sich der zukünftige Präsident Barack Obama ausgesprochen hat. Über eine Kongressinitiative der Demokraten soll vermutlich am Mittwoch erstmals abgestimmt werden,

22.05 Uhr: Der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter spricht sich in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise für Staatshilfen in Einzelfällen auch außerhalb des Banken- und Automobilsektors aus. "Es gibt Situationen, in denen eine staatliche Garantie sinnvoll sein kann", sagte Walter der "Berliner Zeitung". Grundsätzlich seien solche Eingriffe zwar wettbewerbsverzerrend. "Aber Bürgschaften für Firmen, die stark genug sind, um wieder auf die Beine zu kommen, sind zu verantworten", so Walter.

21.45 Uhr: Die Bank of America (Kurswerte anzeigen) will ihren Anteil am drittgrößten Geldhaus Chinas, der China Construction Bank (Kurswerte anzeigen), auf 19,1 Prozent erhöhen. Der Konzern werde den Rest einer Option zum Kauf von Aktien des Staatfonds China Safe Investments ausüben, teilte die Bank of America am Montag mit. Bislang hält die US-Bank 10,75 Prozent

21.30 Uhr: In den USA haben im vergangenen Jahr fast 700.000 Kinder Hunger leiden müssen. Die am Montag in Washington veröffentlichten Zahlen der Hungernden im Jahr 2007 waren die höchsten seit 1998 und übertrafen die des Vorjahres um 50 Prozent. Sie stehen im Jahresbericht des US-Landwirtschaftsministeriums über Lebensmittelsicherheit. Demnach litten im vergangenen Jahr zeitweise 36 Millionen Erwachsene und Kinder in den USA Hunger, 700.000 mehr als 2006.

21.05 Uhr: Der künftige US-Präsident Barack Obama und sein unterlegener Rivale John McCain haben bei ihrem ersten Treffen nach der Wahl eine konstruktive Zusammenarbeit verabredet. "Wir hoffen, in den nächsten Tagen und Monaten gemeinsam Herausforderungen wie die Finanzkrise, eine neue Energiewirtschaft und die Gefahren für unsere nationale Sicherheit anzugehen", erklärten die Politiker am Montag. Es sei nötig, "eine neue Reformära einzuläuten". Beide versprachen, staatliche Geldverschwendung zu unterbinden und die Spannungen zwischen Demokraten und Republikanern zu überwinden.

20.45 Uhr: Das Beteiligungsunternehmen Arques Industries (Kurswerte anzeigen) hat erneut seine Prognose für 2008 gesenkt und erwartet nun vor und nach Steuern deutliche Verluste. Das Unternehmen teilte am Montagabend mit, die gesamtwirtschaftliche Lage belaste die Geschäftsentwicklung.

20.10 Uhr: Zahlreiche deutsche Unternehmen planen einen Stellenabbau. Knapp ein Drittel von rund 800 befragten Topmanagern wolle in den kommenden zwölf Monaten die Mitarbeiterzahl verringern, wie das "Handelsblatt" aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Droege zitierte. Vor allem Großunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten planten, diese Zahl zu senken. Nur 14 Prozent der Manager wollen demnach weitere Beschäftigte einstellen. Die Zahl der Unternehmen, die in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen, sei erstmals seit drei Jahren kleiner als die Zahl derer, die ihre Mitarbeiterzahl reduzieren will.

19.40 Uhr: Der Chef der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, hat eine enge Abstimmung der EU-Länder bei staatlichen Hilfsaktionen für die krisengeschüttelte Autoindustrie gefordert. Verschiedene Regierungen hätten "großes Vergnügen" daran, der Autoindustrie aus der Klemme zu helfen, sagte der Luxemburger Ministerpräsident und Finanzminister im Europäischen Parlament in Straßburg.

19.15 Uhr: Die Krise der Automobilindustrie weitet sich auf die großen deutschen Zulieferkonzerne aus. Der Bayer-Konzern (Kurswerte anzeigen) rechnet in ihrer Kunststoffsparte Material Science mit einem schwächeren Geschäft. "Wir gehen davon aus, dass unser Ergebnis im vierten Quartal im Vergleich zum dritten rückläufig sein wird", sagte ein Sprecher der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" . Mit schwächeren Geschäftsaktivitäten infolge der Autokrise rechnet auch Lanxess , die Kunststoffe und Kautschuke als Vorprodukte für Reifen, Schläuche oder Scheibenwischer liefert. Lanxess schließt nach Angaben eines Sprechers "Personalmaßnahmen" nicht mehr aus. "Wir merken gerade im Automobilbereich, dass die Bänder stillstehen."

18.30 Uhr: Schaukelbörse. Bis zum Handelsschluss auf Xetra hatte der Dow Jones  noch rund 2 Prozent im Minus notiert. Dann legt er binnen weniger Minuten um knapp 200 Punkte zu und notierte zuletzt sogar im Plus. Die starken Schwankungen sind ein Paradies für Daytrader, rauben langfristig orientierten Investoren jedoch die Nerven.

18 Uhr: Die Bundesregierung hat eine Milliardenbürgschaft für den angeschlagenen Autobauer Opel an die Bedingung geknüpft, dass die Mittel in Deutschland bleiben. Es müsse durch eine Vereinbarung sichergestellt werden, dass kein Geld zum Mutterkonzern General Motors in die USA abfließt, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag nach einem Treffen mit den Unternehmensspitzen. Einen Schutzschirm für die komplette deutsche Autoindustrie lehnte die Bundesregierung ab. Opel sei in einer "singulären, besonderen Situation", da das Unternehmen zu 100 Prozent mit dem US-Konzern General Motors verflochten sei, sagte Merkel.

Citigroup streicht 50.000 weitere Jobs

17.30 Uhr: Erst drohende Bankenpleiten, nun die Angst vor einer globalen Rezession: Der US-Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) verliert bis zum Mittag in New York mehr als 2 Prozent an Wert und nähert sich der Marke von 8300 Zählern. Angesichts der Massenentlassungen bei der Citigroup und der Krise bei General Motors (Kurswerte anzeigen) droht ein neuer Test des Jahrestiefs: Anfang Oktober, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, hatte der Dow zeitweise die Marke von 8000 Zählern knapp unterschritten. Von dieser Marke ist der Index derzeit nur noch rund 4 Prozentpunkte entfernt. Der Dax schließt unterdessen auf Xetra mit einem Minus von 3,3 Prozent auf 4557 Zählern.

16.55 Uhr: Das Krisentreffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Zukunft des Autobauers Opel hat begonnen. Daran nehmen auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) teil. Das Opel-Management soll der Regierung Zahlen vorlegen und begründen, warum der Staat für etwa eine Milliarde Euro bürgen soll. Für den Autobauer sitzen der Europachef der Konzernmutter General Motors (GM), Carl-Peter Forster, Opel-Chef Hans Demant und Gesamtbetriebsrats-Chef Klaus Franz am Verhandlungstisch.

16 Uhr: Die Opec hat wegen der Konjunkturabkühlung ihre Prognosen für den weltweiten Erdölbedarf gesenkt. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass die Staaten des Ölkartells zur Stützung der Preise ihre Fördermenge weiter drosseln werden. Laut dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht wird die Welt 2009 im Schnitt 30,92 Millionen Fass pro Tag (bpd) verbrauchen. Das sind 220.000 bpd weniger, als die Opec bislang erwartet hatte, und 920.000 bpd weniger als ihre Prognose für das laufende Jahr. Nach dem Rekordhoch von über 147 Dollar je Fass (159 Liter) US-Leichtöl im Juli ist der Preis mittlerweile wieder auf unter 60 Dollar gesunken.

15.30 Uhr: Die US-Börsen eröffnen schwächer. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte fällt in den ersten Handelsminuten um 1,2 Prozent auf 8399 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500  verliert knapp 1 Prozent auf 864 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq  ebenfalls knapp 1 Prozent auf 1502 Stellen. Zu den größten Verlierern gehören die Aktien von Citigroup  und Dell .

15.24 Uhr: Nach den Milliardenverlusten im US-Immobilienmarkt streicht der Schweizer Bankkonzern UBS  dem Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer und der Konzernleitung um CEO Marcel Rohner den Bonus. Auch für den Rest des Kaders und die Mitarbeiter habe der schlechte Geschäftsgang Lohneinbußen zur Folge, teilte UBS am Montag mit.

14.34 Uhr: Die Industrietätigkeit im US-Bundesstaat New York ist im November zurückgegangen. Der Empire-State-Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel von minus 24,62 im Oktober auf das Rekordtief von minus 25,43 Punkten, wie die New Yorker Federal Reserve am Montag mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Umfragebeginn 2001. Analysten hatten sogar mit einem Rückgang auf minus 26,10 Punkte gerechnet. Die Daten der New Yorker Fed gelten als zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie zu Beginn eines Monats.

14.06 Uhr: Die von der Finanzkrise schwer getroffene US-Großbank Citigroup (Kurswerte anzeigen) streicht nochmals Zehntausende von Stellen. Rund 50.000 der weltweit zuletzt etwa 350.000 Jobs sollen wegfallen. Das gab die Bank am Montag in New York bekannt. Die Kosten sollen drastisch zurückgefahren werden. Citigroup zählt mit enormen Milliardenverlusten zu den weltweit größten Opfern der Finanzkrise. Die Bank will sich zudem nach früheren Plänen von großen Konzernteilen trennen.

Hessen macht ersten Schritt für Opel-Rettungsaktion

14 Uhr: Die Behörden auf Island erwarten baldige und umfassende Entschädigungszahlungen an 30.000 deutsche Kunden der zusammengebrochenen Kaupthing-Bank. Wie ein Sprecher des Einlagensicherungsfonds in Reykjavik am Montag sagte, sei nach den Verhandlungen zwischen beiden Ländern "spätestens in einigen Wochen" mit einer entsprechenden Lösung zu rechnen. Neben den staatlichen Garantien für Einlagen bis zu 20.800 Euro sollen bei höheren Einlagen Verkaufserlöse von früheren Kaupthing- Auslandsaktivitäten an die Kunden weitergeleitet werden.

13.45 Uhr: Die hessische Landesregierung hat ein Gesetz über einen Bürgschaftsrahmen von 500 Millionen Euro für Opel und andere Unternehmen formuliert. Der Entwurf sei den Fraktionen zugeleitet worden, sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach einer Kabinettssitzung in Wiesbaden. Die Vorlage solle nun von den Fraktionen beraten und am Mittwoch in der voraussichtlich letzten Landtagssitzung beschlossen werden. In dem Bundesland soll am 18. Januar ein neuer Landtag gewählt werden. Opel hat seinen Stammsitz im hessischen Rüsselsheim.

Koch hatte bereits angekündigt, er rechne mit einer Bürgschaft für Opel in der Größenordnung von einer Milliarde Euro. Nach seiner Einschätzung werde der Bund zwei Drittel übernehmen, die restlichen bis zu 400 Millionen Euro teilten sich dann die vier Bundesländer mit Opel-Standorten - neben Hessen sind das Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Der Politiker äußerte sich zurückhaltend zu der Frage, ob Opel aus dem US-Mutterkonzern General Motors  herausgelöst werden solle. Es dürfe keine Denkverbote geben, sagte Koch.

13.40 Uhr: Die krisengeschüttelten Banken sollten nach Ansicht von Bankenpräsident Klaus-Peter Müller die Bezahlung ihrer Manager genauer unter die Lupe nehmen. "Richtig ist, wir müssen Vergütungsmodelle auf Fehlanreize überprüfen und stärker am langfristigen Erfolg orientieren", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken am Montag auf einer Bankentagung in Frankfurt. Allerdings sei generelle Kritik an den Gehältern der Bankmanager in seinen Augen unangebracht: Manager schrieben sich ihre Verträge nicht selbst.

KfW mit massivem Verlust

13 Uhr: Der Dax  baut seine Verluste auf knapp 3 Prozent aus und fällt unter die Marke von 4600 Punkten. Damit hat der Index binnen zwölf Monaten mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Anleger, die im November 1998 in den Index investiert hätten, kämen nach zehn Jahren auf eine Rendite von Null. Sie hätten zwei Hochphasen (1998-2000, 2003-2007) sowie zwei Crashphasen (2000-2003, 2008-?) mitgemacht und hätten jetzt lediglich nominal ihren Einsatz zurück - nach Inflation also ein Verlustgeschäft. Dividenden sind dabei einberechnet, da der Dax als Performance-Index gezahlte Ausschüttungen einbezieht.

12.37 Uhr: Der Abschwung am Arbeitsmarkt wirft seine Schatten voraus und drückt die Zahl der offenen Stellen weiter. Im dritten Quartal gab es in Deutschland zwar eine Million unbesetzter Posten, wie das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Montag mitteilte. Dies seien aber 130.000 weniger als im Frühjahr und 250.000 weniger als vor einem Jahr. "Auf mittlere Sicht wird das Stellenangebot voraussichtlich weiter abnehmen", hieß es. Die Umfrage unter rund 8000 Betrieben und Verwaltungen berücksichtige noch nicht die Zuspitzung der Finanzkrise seit Mitte September, betonten die Nürnberger Forscher.

12.33 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt gibt nach. Der Dax  verlor bis zum Mittag 2,4 Prozent auf 4598 Punkte. Der MDax  mittelgroßer Werte büßte 1,5 Prozent auf 5294 Zähler ein. Der technologielastige TecDax  fiel um 0,95 Prozent auf 498 Zähler.

11.42 Uhr: Der Volkswagen-Konzern (Kurswerte anzeigen) hat im Oktober deutlich weniger Fahrzeuge abgesetzt als vor einem Jahr. Der Rückgang fiel jedoch geringer aus als derjenige des Gesamtmarktes. Der Absatz sei konzernweit um 5,1 Prozent auf 502.600 Stück gefallen, teilte VW am Montag in Wolfsburg mit. Der Gesamtmarkt sei um 16 Prozent gefallen. Für 2008 rechnet VW weiter mit einem Absatzplus. Bis Ende Oktober verkaufte VW mit 5,29 Millionen Autos 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

11.22 Uhr: Die staatliche Förderbank KfW hat in ersten neun Monaten des Jahres einen massiven Verlust eingefahren. Wegen der Finanzkrise und der Rettungsmaßnahmen für die Mittelstandsbank IKB stand Ende September unter dem Strich ein Minus von 1,8 Milliarden Euro, wie die KfW am Montag mitteilte.

Wertberichtigungen auf strukturierte Wertpapiere und Anleihen von Banken führten zu ergebniswirksamen Belastungen von 1,6 Milliarden Euro. Die Risikoabschirmung und der Verkauf der IKB habe mit insgesamt einer Milliarde Euro belastet. Operativ kam die Staatsbank dagegen voran. Zins- und Provisionsüberschuss stiegen im Zeitraum von Januar bis September. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite habe auf einem "niedrigen Niveau" gelegen, teilte die KfW mit.

Bundesbank fordert neue Aufgaben

11.10 Uhr: Der Großteil des Aufsichtsrats der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate (Kurswerte anzeigen) ist zurückgetreten. Wie der Immobilienfinanzierer am Montag mitteilte, haben acht Mitglieder des Kontrollgremiums ihren Rücktritt erklärt. Sie sollen durch sieben Personen ersetzt werden. Neuer Chef des Kontrollgremiums solle Michael Endres werden, teilte der Dax-Konzern am Montag in München mit. Endres war früher Vorstand bei der Deutschen Bank , von der bereits der neue Hypo-Real-Estate-Chef Axel Wieandt nach der Rettung durch den Staat und andere Banken geholt worden war.

10.35 Uhr: Nach Medienberichten über massive Fehlspekulationen des Großaktionärs Adolf Merckle sind die Aktien von Heidelbergcement (Kurswerte anzeigen) am Montag eingebrochen. Sie fielen um 17 Prozent auf 42,50 Euro und waren damit das Schlusslicht im Nebenwerte-Index MDax . "Solch eine Nachricht über einen Großaktionär bleibt natürlich nicht ohne Folgen für das Unternehmen", sagte ein Händler. Merckle hält rund 80 Prozent der Anteile an dem hoch verschuldeten Zement-Hersteller. Nach Aussagen informierter Personen hat Merckle 400 Millionen Euro mit der Spekulation auf fallende Volkswagen-Kurse  verloren.

10.16 Uhr: Der ins Straucheln gerate US-Automobilhersteller General Motors (Kurswerte anzeigen) hat seinen Anteil am japanischen Autohersteller Suzuki (Kurswerte anzeigen) komplett verkauft. Der Preis habe rund 230 Millionen Dollar betragen, teilte GM am Montag mit. Der Konzern aus Detroit hielt zuletzt 3,2 Prozent an Suzuki; die Beteiligung wurde über den Markt verkauft. 2006 hatte sich GM bereits von 17 Prozent an dem japanischen Konzern getrennt.

9.52 Uhr: Der französische Autohersteller Renault will seine Produktion im vierten Quartal um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum herunterfahren. "Wir wollen unsere Lagerbestände und die unserer Konzessionäre abbauen", sagte der neue Renault-Generaldirektor Patrick Pélata der Zeitung "Le Parisien". Für 2009 rechne er mit einem Rückgang des europäischen Automarkts um etwa 20 Prozent. Außerdem werde das Wachstum in den Schwellenländern zum Stillstand kommen.

9.49 Uhr: Bundesbank-Chef Axel Weber fordert angesichts der Krise des Finanzsystems eine deutliche Stärkung der Kompetenzen der Bundesbank gefordert. "Zur Finanzstabilität beizutragen sollte (...) in das gesetzliche Mandat der Deutschen Bundesbank aufgenommen werden und in unserem Zielkatalog eine exponierte Stellung erhalten", sagt Weber am Montag laut Redetext bei einer Konferenz in Frankfurt. Die Zentralbanken trügen eine besondere Verantwortung für die Sicherung stabiler Finanzmärkte.

9.16 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag nach gemischten Vorgaben aus Tokio und von der Wall Street uneinheitlich in den Handel gestartet. Der Dax pendelte in den ersten Handelsminuten um seinen Schlussstand vom Freitag und verlor zuletzt 0,16 Prozent auf 4703 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 0,09 Prozent auf 5377 Zähler. Der technologielastige TecDax stieg um 0,04 Prozent auf 503 Zähler.

9.01 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) startet mit 4700 Punkten in den Handel. Das ist ein Minus von 9,74 Punkten.

8.47 Uhr: Die europäischen Aktienmärkte sollten am Montag knapp behauptet in den Handel starten. Der Future auf den EuroStoxx 50 lässt eine um 0,49 Prozent tiefere Eröffnung erwarten. "Die europäischen Börsen dürften nach dem Ausverkauf an der Wall Street am Freitag mit Verlusten in die Woche starten", sagt Matt Buckland, Händler bei CMC Markets. Er verwies zudem darauf, dass auch die asiatischen Börsen mehrheitlich Verluste verzeichnet haben. Für den Dow Jones Industrial war es am Freitag um fast vier Prozent nach unten gegangen und der Future auf den US-Leitindex stand am Morgen rund 140 Punkte unter seinem Niveau zum Börsenschluss in Europa.

8.30 Uhr: Sachsens Landesregierung will kleine und mittlere Unternehmen im Freistaat vor einer möglichen Pleite infolge der internationalen Finanzkrise schützen. "Es darf nicht passieren, dass gesunde sächsische Unternehmen von den Eskapaden weltweit agierender Banken mitgerissen werden", sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Das avisierte Hilfspaket umfasst einen dreistelligen Millionenbetrag. Im Kern geht es darum, dass mittelständische Unternehmen kurzfristig Kredite erhalten, wenn sie zum Beispiel größere Aufträge übernehmen wollen.

Tokioter Börse schließt fest - trotz Rezession

8.24 Uhr: Bei der Citigroup soll heute auf einer Mitarbeiterversammlung ein Stellenabbauprogramm verkündet werden. Laut Medienberichten stehen 10.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. In einem "Handelsblatt"-Bericht ist gar die Rede von rund 10 Prozent der weltweit rund 350.000 Stellen, die durch Entlassungen und den Verkauf von Firmenteilen wegfallen sollen. Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu nicht äußern. Die Citigroup hatte in den vergangenen vier Quartalen einen Verlust von mehr als 20 Milliarden Dollar (14,8 Milliarden Euro) eingefahren.

8.04 Uhr: Im dritten Quartal hat die Hypo Real Estate (HRE)  3,05 Milliarden Euro Verlust eingefahren und erwartet auch für 2008 ein "deutlich negatives" Gesamtergebnis. Ein Liquiditätsengpass der Tochter Depfa  hatte den Münchner Konzern zum Rettungsfall gemacht. Die Kosten für die staatlichen Rettungshilfen werden das Ergebnis des Immobilienfinanzierers auch nächstes Jahr stark beeinträchtigen, erklärte Finanzvorstand Markus Fell am Montag.

8.01 Uhr: Die EU-Kommission will offenbar die Eigenkapitalquote von notleidenden Banken, die das Rettungspaket nutzen wollen, festlegen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" drängt die EU-Kommission den deutschen "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" (Soffin), von Banken eine Eigenkapitalquote von mindestens 8 Prozent zu verlangen, bevor der Fonds etwa Liquiditätshilfen gewährt. Derzeit hätten zahlreiche Finanzinstitute eine niedrigere Kennzahl.

7.51 Uhr: Der Kurs des Euro in Dollar  hat sich am Montag nach dem Weltfinanzgipfel in Washington stabil über der Marke von 1,25 Dollar gehalten. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,2550 Dollar. Damit kostete ein Dollar 0,7966 Euro. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2675 (Donnerstag: 1,2525) Dollar festgesetzt.

7.22 Uhr: Japan steckt erstmals seit sieben Jahren offiziell in einer Rezession. Wirtschaftsminister Kaoru Yosano erklärte sogar, die Situation könne sich weiter verschlechtern.

7.47 Uhr: Die Börse in Tokio hat am Montag fester geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte ein Plus von 60,19 Punkten oder 0,71 Prozent auf 8522,58 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 3,58 Punkte oder 0,42 Prozent auf 850,49 Punkte.

Montag, 6.11 Uhr: Der künftige US-Präsident Barack Obama will die schwächelnde Konjunktur in den USA mit staatlichen Hilfen ankurbeln und den Schuldenabbau dafür vorerst zurückstellen. Wirtschaftsexperten von links und rechts seien sich einig, "dass wir tun müssen, was auch immer nötig ist, um diese Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen", sagt Obama in einem Interview des Fernsehsenders CBS. Obama forderte erneut staatliche Hilfen für die angeschlagenen Autobauer. Außerdem versprach er, seine Wahlversprechen zum Ende des Militäreinsatzes im Irak und zur Schließung des umstrittenen US-Gefangenenlagers Guantanamo einzuhalten.

Sonntag, 16.27 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat neue Hilfspakete für Staaten geschnürt, die durch die globale Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten sind. So soll die Türkei zusätzliche Kreditlinien in Höhe von zehn Milliarden Dollar erhalten, Pakistan kann voraussichtlich über 7,6 Milliarden Dollar verfügen und Island offenbar über zwei Milliarden Dollar.

Sonntag, 9.49 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der 20 wirtschaftlich weltweit bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer (G 20) haben neue Initiativen zur Belebung der Weltwirtschaft in Aussicht gestellt. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hofft darauf, dass die Industrie- und Schwellenländer nach Abschluss des Weltfinanzgipfels in Washington rund 2 Prozent ihres Bruttoinlandproduktes für Konjunkturprogramme aufwenden.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Krisenticker: Citigroup plant Massenexodus

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