Finanzkrise KfW offenbar tief in der Verlustzone

Laut Medienberichten muss die KfW-Bankengruppe Verluste in unerwarteter Höhe verkraften. Besonders leidet sie unter der Lehman-Pleite und isländischen Bankencrashs. Dabei verläuft das operative Geschäft eigentlich positiv.

Berlin - Die KfW-Bankengruppe ist einem Zeitungsbericht zufolge durch die Finanzkrise tief in die Verlustzone geraten. In den ersten neun Monaten des Jahres habe die staatseigene Bank ein Minus von gut 1 Milliarde Euro verbuchen müssen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagausgabe.

Es gebe in den ersten drei Quartalen einen "massiven Verlust bei der KfW", berichtet die SZ weiter unter Berufung auf Finanzkreise. Grund dafür seien unter anderem hohe Wertberichtigungen auf Staatsanleihen. Das operative Geschäft der Staatsbank verlaufe hingegen außerordentlich positiv.

Insbesondere die Wochen nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers hätten die Bilanzen der KfW beeinträchtigt. Das dritte Quartal sei ein Albtraum gewesen, so die SZ weiter. Alleine durch das Engagement bei Lehman müsse die KfW eine Wertberichtigung von rund 300 Millionen Euro vornehmen. Auch das Engagement der KfW bei in Zahlungsschwierigkeiten gekommenen isländischen Banken wirke deutlich negativ.

Hinzu komme, dass die Investitionen der Frankfurter Bank in Staatsanleihen von ost- und südeuropäischen Ländern dramatisch an Wert verloren hätten. Abschreibungen seien hierbei auch auf eigentlich als sicher geltende Bonds notwendig geworden.

Weitere Schwierigkeiten bereite der KfW das sogenannte Rhineland-Portfolio, das sie im Sommer 2007 zur Rettung der Mittelstandsbank IKB übernommen hatte, die inzwischen an den amerikanischen Finanzinvestor Lone Star verkauft wurde. Über dieses Konstrukt organisierte die IKB ihre riskanten Spekulationen am US-Immobilienmarkt. Die KfW war am Freitagabend kurzfristig für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

manager-magazin.de mit Material von dow jones