Montag, 15. Juli 2019

Autogipfel Opel beantragt Staatsbürgschaft

Der Autobauer Opel versucht, sich gegen eine Schieflage seines US-Mutterkonzerns General Motors abzusichern: Das Management wendet sich mit der Bitte um staatliche Bürgschaften an Bund und Länder. Deren Vertreter bereiten einen Autogipfel in der kommenden Woche vor, um die Branche für die Krise zu wappnen.

Rüsselsheim - Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat zu Hilfe. Eine Bürgschaft über mehrere hundert Millionen Euro von Bund und Ländern soll die Tochter des schwer angeschlagenen US-Autoriesen General Motors (GM) Börsen-Chart zeigen stützen, wie Opel am Freitag in Rüsselsheim mitteilte. Das Land Hessen erklärte sich bereit, Opel und seinen Zulieferern mit Bürgschaften von bis zu 500 Millionen Euro zu helfen.

Weiter liquide: Opel muss für einen GM-Kollaps vorsorgen
Opel-Chef Hans Demant betonte jedoch, das Unternehmen sorge mit der Bitte um Bürgschaften nur für den "theoretischen Fall" vor, dass wegen der Krise bei GM "die Finanzströme aus den USA nicht mehr weiterlaufen". Der Mutterkonzern hatte kürzlich nach Milliardenverlusten und Absatzeinbrüchen vor einer möglichen Insolvenz gewarnt.

"Wir haben derzeit kein Liquiditätsproblem. Wir sind zahlungsfähig und wir bleiben zahlungsfähig", sagte Demant. Opel habe bei der Bundesregierung eine Bürgschaft beantragt, aber keine Liquiditätshilfen: "Wir haben keine Liquidität beantragt." Zur Höhe der Bürgschaft machte Demant keine Angaben.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA geht es bei der Opel-Bürgschaft um mindestens 200 Millionen Euro. In Branchenkreisen heißt es zudem, der Autobauer habe in seinen Verhandlungen mit der Bundesregierung und den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein- Westfalen und Thüringen mitgeteilt, im nächsten Jahr etwa eine Milliarde Euro frisches Kapital zu benötigen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" aus Länder-Kreisen hat Opel offene Forderungen von bis zu zwei Milliarden Euro an den Mutterkonzern.

Opel produziert in Deutschland an seinem Stammsitz in Rüsselsheim sowie in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Insgesamt hat der Autobauer in Deutschland knapp 25.700 Mitarbeiter (Stand Ende 2007).

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