China 460 Milliarden Euro Konjunkturspritze

Massive staatliche Hilfe für den Wohnungsbau, neue Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen: Chinas Regierung hat ein Konjunkturprogramm in Höhe von rund 460 Milliarden Euro verabschiedet - das Geld soll in den nächsten Jahren fließen.

Peking - Die Summe klingt atemberaubend: Vier Billionen Yuan will China über 2010 hinaus in den Ausbau der Infrastruktur und in Sozialleistungen pumpen - umgerechnet rund 460 Milliarden Euro. Das Geld soll unter anderem in den Wohnungsbau, in neue Straßen, Eisenbahnlinien oder Flughäfen sowie in den Gesundheits- und Bildungssektor fließen.

Die Regierung in Peking hat das Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der Binnennachfrage beschlossen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Allerdings machte Xinhua keine Angaben, wie das Programm finanziert werden soll.

Die Volksrepublik hat in der ersten Jahreshälfte zwar einen Haushaltsüberschuss von mehr als 132 Milliarden Dollar eingefahren, die Steuereinnahmen gehen jedoch als Folge der globalen Finanzkrise rapide zurück. Die Regierung kündigte zudem eine deutliche Lockerung in der Finanzpolitik an. Die Zentralbank des Landes hat die Zinsen seit Mitte September bereits dreimal gesenkt und die Auflagen für Kreditgeschäfte gelockert, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Vergabe von Krediten an kleine und mittelständische Firmen solle mit dem neuen Programm verstärkt werden, berichtete Xinhua.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts fiel in China im dritten Quartal mit 9 Prozent unerwartet geringer aus. In der ersten Jahreshälfte lag es noch bei 10,4 Prozent. Die Prognosen für Oktober fallen noch niedriger aus.

Die stark von Exporten abhängige chinesische Wirtschaft bekommt nach und nach die Auswirkungen der Finanzmarktkrise in den USA und Europa zu spüren. Experten haben die Abschwächung der chinesischen Konjunktur bisher allerdings wenig kritisch gesehen. Angesichts der hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre war immer vor einer Überhitzung der Wirtschaft gewarnt worden. Die chinesische Regierung hat selbst mit Zinserhöhungen versucht, das Wachstum abzukühlen.

manage-magazin.de mit Material von reuters und ap

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