Stagnation Bauindustrie tritt auf der Stelle

Das deutsche Baugewerbe ist in Schwierigkeiten. Die Unternehmen hatten zuletzt zwar noch reichlich Aufträge in den Büchern stehen, doch die Gewinne stagnierten. Und die Aussichten für das nächste Jahr sind sogar noch deutlich schlechter. Branchenexperten fürchten Entlassungen in 2009.

Berlin - Die hiesigen Bauunternehmen haben derzeit nur auf den ersten Blick Rückenwind. Zwar lagen die Bauinvestitionen nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) im ersten Halbjahr um nominal 7,6 Prozent und real um 4,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bis einschließlich August wurden so Gebäude im Wert von 32,1 Milliarden Euro genehmigt; damit liegt auch dieses Volumen um 11,5 Prozent höher als zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Doch die Gewinne hielten mit der Umsatzentwicklung nicht Schritt.

Trotz dieser positiven Umsatzzahlen wird 2008 kein tatsächlich gutes Jahr für unsere Betriebe sein, denn die Zuwächse sind vor allem kostengetrieben", sagte ZDB-Präsident Hans-Hartwig Loewenstein. "So wird deutlich, dass die höheren Umsätze nicht aus mehr Bauten resultieren und somit auch keine höheren Gewinne und Renditen bewirken."

Eine Umfrage bestätigte derweil den Pessimismus der Branche. Die rund 200 befragten Firmen blicken wegen der schlechten Konjunkturperspektiven so skeptisch in die Zukunft wie seit knapp sechs Jahren nicht mehr. Der von Markit ermittelte Bauindex sank im Oktober von 44,9 auf 43,1 Punkte. "Wir haben uns auf ein schwieriges Jahr 2009 einzustellen", sagte dann auch ZDB-Präsident Loewenstein. "Beim Umsatz werden wir bestenfalls eine Stagnation auf dem erreichten Niveau erreichen."

Für Zuwächse sorgte zuletzt der Wirtschaftsbau, dessen Umsatz um neun Prozent zulegte. Auch im öffentlichen Bau gab es mit 7 Prozent ein Plus, während der private Wohnungsbau mit minus 3,5 Prozent schwächelte. Unter dem Strich werde das Umsatzvolumen in diesem Jahr dürfte um 4,5 Prozent auf 84,3 Milliarden Euro zunehmen. Im Mai war der Verband nur von einem Umsatzwachstum um 1 Prozent auf 81,5 Milliarden Euro für das laufende Jahr ausgegangen.

Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe wird nach ZDB-Schätzung im Jahresschnitt 2008 um 7000 auf rund 707.000 und damit um 1 Prozent sinken. Für 2009 rechnet der Verband mit einem weiteren leichten Stellenabbau.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp und reuters

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.