Luftfahrtbranche Fraport erwartet Stagnation

Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet in diesem Jahr erstmals seit 2003 mit weniger Passagieren an seinem größten Drehkreuz Frankfurt. Wichtigste Ursachen für das erwartete Minus seien die hohen Energiekosten, die Finanzmarktkrise und die nachlassende Konjunktur. Jetzt will das Unternehmen verstärkt im Ausland wachsen.

Frankfurt am Main - Fraport  erwartet für das kommende Jahr eine maue Passagierentwicklung am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main. "Das kontinuierliche Verkehrswachstum, wie wir es seit Jahren gewohnt waren, sehen wir im Moment für unseren Heimatstandort Frankfurt nicht", sagte Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender am Donnerstag. Bisher war das Fraport-Management noch von einem Passagierzuwachs in Höhe von 1 Prozent ausgegangen.

Grund für den plötzlichen Knick sei unter anderem die Finanzkrise und der Sparkurs vieler Fluggesellschaften. Auch Streiks hätten sich bemerkbar gemacht, die zu Flugausfällen im vergangenen Sommer geführt hätten. Noch im Vorjahr waren in Frankfurt fast 54,2 Millionen Fluggäste gezählt worden - so viele wie nie zuvor und seitdem auch nicht wieder.

Trotz des Passagierverlustes in Frankfurt geht das Unternehmen davon aus, den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in diesem Jahr steigern zu können. Auch die Dividende soll mindestens stabil bleiben. In den ersten neun Monaten 2008 ging der Umsatz aufgrund von Sondereffekten um 8,8 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis unter dem Strich stieg um 0,6 Prozent auf knapp 220 Millionen Euro.

Wachstumschancen sieht Bender auch weiterhin durch Zukäufe im Ausland. Der Flughafenbetreiber Fraport prüfe Beteiligungen oder Managementverträge. Chancen böten sich durch den geplanten Verkauf der Londoner Airports in Gatwick und Stansted sowie beim laufenden Bieterverfahren für eine Betreiberkonzession für den Sankt Petersburger Flughafen Pulkovo.

An der Börse hielten sich die Fraport-Aktien bis 12 Uhr auf Vortagsniveau bei 27,10 Euro.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.