Donnerstag, 27. Juni 2019

Siemens SEC-Strafe reißt neues Loch in die Bilanz

Siemens stellt eine Milliarde Euro für Strafen im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre zurück. Der Konzern kommt damit offenbar glimpflich davon - Chef Peter Löscher kann es sich nicht leisten, bei möglichen Bußgeldern tief zu stapeln. Er braucht 2009 dringend das Vertrauen der Märkte, weil die Geschäfte schlechter laufen könnten als gedacht.

Hamburg - Ganz so bissig wie befürchtet ist die US-Börsenaufsicht SEC offenbar doch nicht. Eine Milliarde Euro stellt Siemens Börsen-Chart zeigen für mögliche Strafzahlungen im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre zurück. Analysten hatten noch vor wenigen Monaten mit Summen in Höhe von 2,5 bis drei Milliarden Euro gerechnet.

Regeln missachtet: Siemens muss für die Schmiergeldaffäre Milliarden zahlen
Damit ist Siemens zwar noch nicht endgültig fein raus aus der Korruptionsaffäre, bei der Mitarbeiter des Unternehmens jahrelang Amtsträgern in aller Welt Geld gegen Aufträge zukommen ließen. Insgesamt flossen dabei nach bisherigen Angaben 1,3 Milliarden Euro. Eine offizielle Einigung mit der SEC gibt es bisher nicht.

Der nun zurückgestellte Betrag basiert auf der Einschätzung des Stands der Gespräche mit den Behörden in Deutschland und in den USA durch das Unternehmen", heißt es bei Siemens lediglich. Wie viel Siemens für Bußgelder in Amerika und wie viel für Forderungen der Münchener Justiz zurückstellt, lässt das Unternehmen offen.

Doch handelt es sich offenbar um eine belastbare Zahl, alles andere würde das Vertrauen der Märkte in den Siemens-Chef Peter Löscher schwer beschädigen. Schließlich will Löscher möglichst alle Belastungen aus Schmiergeldaffäre und Konzernumbau noch in diesem Jahr verbuchen. Bei den Strafzahlungen tief zu stapeln könnte er sich daher nicht leisten.

Das Landgericht München verhängte bereits Anfang Oktober 2007 eine Geldbuße von 201 Millionen Euro gegen Siemens und stellte damit die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im ehemaligen Bereich Communications ein. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft München die Ermittlungen in der Folge auf fünf andere ehemalige Siemens-Sparten ausgeweitet.

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